Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 48 (2.12.1937)
- Date
- 1937-12-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 C.-V.-Zeifung Nr. 48 * 2. Dezember 1937 1769 bis 1844, und man kennt den Maler, der sie auf der Leinwand festgehalten. Unter den Gegenständen aus dem Besitz der Familie Eger, die der Ausstellung ein ganz persönliches Gepräge geben, steht das Trinkgeiass Berliner Kulturbundsaal eröffnet 3ub!läums-Mischung, Kilo 2.40 Zusendung voo l1,^ Kilo an portofrei! Bitte verlangen Sie die PreisJiste EUGEN SCHWARZ naBnBB München« Domfreiheit ansem» in HirscMonn aus Silber an erster Stelle. Es trägt neben dem Meisterzeichen die hebräische Widmung Akiba Egers an seinen Sohn?vloses anlässlich der Geburt seines Enkels Hirsch David Eger (Frankfurt a. M.). Dann freut man sich an der Oellampe venezianischer Herkunft (Besitz Dr. Sigmund Wassermann), die Samuel Eger benutzt bat. an einem Silberbecher mit der hebräischen Widmung der Altonaer Jüdischen Gemeinde für Akiba aus dem Jahre 1796 (Besitz Dr. Lotte Pulvermacher), über die Kindsgarnitur für die Berit-Mila-Zeremonie. aus der Zeit stammend, Häubchen, Gürtel, Talit mit Beutel, Instrumentendeckchen, Kissenbezug und Decke. Alles auf Seide mit Goldtressen gestickt (Besitzer A. S. Auerbach). Bücher von und über Akiba Eger füllen Vitrinen der Ausstellung; sie sind zumeist Leihgaben der Bibliothek der Berliner Gemeinde, manches kam aber auch aus Privatbesitz für die Dauer der Schau ins Museum. Schriften aus der Bibliothek des Posener Oberrabbiners, ganz besonders wertvoll durch die eigenen Randbemerkungen Akiba Egers, liegen neben den Dokumenten, die das Gesamtarchiv der Jüdischen Gemeinde Berlin aus Liss?, Murowaua, Goslin, Märkisch-Friedland, Posen, Rawicz, Schokken und Wollstein zur Verfügung stellte. Olga Bloch. Wegen rJfr Vorbereitungen zur Au.*slell<in5r .-. 1 0 0 .T a b r e j ü d i s c h e K u n? t an? B c. r i i n e r Besitz" mih* das J ii d i s r h e }i u s c v. m Berlin vom 6. bi< 13. Dezember einsohiiessliHi geschlosspri bleiben. Mit der Eröffnung diei^r Ausstellung ist auch die Rabbi Akiba Eger- Aus Stellung wieder zu sehen. x. Berliner Jüdische Künstler auf Helsen Das Sekretariat für Bildende Kunst eröffnet in Berlin, Marburger Str. b. am Sonntag, dem 5. Dezember 1937, vormittags zwischen 11 und 2 Uhr, eine Ausstellung, in der Berliner jüdische Künstler Arbeiten von ihren Reisen zeigen. Einla-ss gegen Ausweis. Chanukka-Gabe des Jüdischen Kulturbundes Berlin Anlässlich des Chanukkä-Festes' gibt der Jüdische Kulturbund Berlin in Gemeinschaft mit den jüdischen Verlegern in Deutschland als Geschenk an seine Mitglieder Gutscheine aus, die beim Kauf eines jüdischen Buches von den jüdischen Buch vertrieben in Berlin in Zahlung genommen werden. Die Gutscheine in Höhe von. 0.25, 0,50 und 1.— RM werden mit den Theaterplätzen vor jeder Vorstellung während des Monats Dezember verlost. Der Kulturbund will damit nicht nur seinen Mitgliedern eine Freude bereiten, sondern er hofft, den Leserkreis für das jüdische Buch zu erweitern und dem jüdischen Schrifttum und Buchhandel neue Freunde zuzuführen. Nach jahrelanger „Wanderschaft" hat der Berliner Kulturbund nunmehr — und zwar in unmittelbarer Nähe von Theater und Verwaltung — einen Konzert- und Vortragssaal gefunden, den er als zweite ständige Stätte der Kuustpilege betrachten darf. Das Gefühl des „Eigenheims" kam bei der feierlichen Eröffnung im Rahmen einer Matinee vor geladenem . Publikum, zu dem in erster Reihe die Vertreter der jüdischen Körperschaften und Organisationen gehörten, deutlich zur Geltung. Die Worte des „Hausherrn", des Intendanten Dr. Kurt Singer, waren mehr als Gruss und Weibe:'keine Eröffnungsrede schlechthin, vielmehr Bekenntnis zum jüdischen Werk und wiederholter Aufruf zum Mittun. Nachdem Dr. Singer die vielseiiige Verwendbarkeit dieses trotz aller Kürze geschmackvoll bergerichteten, 700 Plätze fassenden Saals umrissen hatte, dankte er dem Verwaltungsrat des Kulturbundes und dem Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde für ihre tatkräftige-Hilfe. Es folgte eine ausserordentlich abwechslungsreiches Programm, in dem alle Kunstsparten, die der Kulturbund pflegt, zu ihrem Recht kamen. Das Orchester. unter Rudolf Schwarz Leitung, spielte Mendelsohns „Meeresstille und glückliche Fahrt" und den „Krönungsmarsch" aus dem „Propheten". Fritz W i s t e n sprach einen von Hugo S t r i em e r verfassten Prolog, und der neue Tenor, Ernö Garay, sang Arien aus „Aida" und „Die Afrikanerin". Der Kulturbundehor unter Kapellmeister Berthold Sander trug den 91. Psalm und, mit Susanne Low7enstein als Solistin, ein Geistliches Lied von Mendelssohn vor (am Flügel: Wilhelm A11 m ä n n.'), - Perez' „Chanukkalampe", von Jenny. B e r n st e in -S ch a ff e r wie eine zum feinen. Kammerspiel gewordene Erzählung rezitiert, war zum Feste zeitgerecht gewählt, und Max E k r 1 i c h , der das neue Mitglied der Kleinkunstbühne, Rosl Gerstel, von Werner Baer begleitet, vorstellte, verbeugte sich humorvoll tief vor Publikum und — Presse, um Zustimmung zu seiner und seiner Kollegen grossen „kleinen Kunst" zu erlangen. Wenn alle Veranstaltungen im neuen Berliner Kulturbundsaal so starken Beifall finden und soviel echte Freude auslösen wie diese Eröffnungsmatinee, dann dürfen Kulturbundleitung, Künstler und Zuhörer stets zufrieden sein. E. G L. Konzerte und Vorträge In das Gesamtbild der russischen Musikgeschichte fügte Dr. Anneliese Landau — im Berliner Kulturbund — die Gestalten jüdischer Musiker in Russland. Am Anfang der Reihe steht Anton Rubinstein, als Klavier virtuose von den Grösslen seiner Zeit bewundert. Die weiteren Namen gehören der Moderne an: sie lassen sich etwa gruppieren in „Modernisten" (Lopatnikow, Weprik, S. Feinberg, Schillinger), in Impressionisten (u. a. J. Achron) und in Pioniere eines ausgesprochen nationaljüdischen Stils (A. Krein. Gneasin, Joel Engel). Diese Musiker bähen, von ihren Voraussetzunsen aus, zu ein^m eigenen jüdischen Stil gefunden, der sich auf die Synthese zwischen allgemein-europäischem. Musikgut und spezifisch jüdischem Melos gründet. Der jüdische Musiker westeuropäischer Herkunft wird ein solches Ziel auf analogem, aber nicht auf gleichem Wege erreichen können. Mascha o e n j a k o n s k y erwies sieb als in höchstem Masse 'legitimiert" für die Darbietung von Gesängen ostjüdischer Art; ihre Leistung an diesem Abend war ungewöhnlich. Wolfgang Rose überzeugte als Interpret moderner Klaviermusik durch technische Beherrschung und motorischen Elan. R. Fr. In Breslau rezitierte der einheimische Vortragskünstler Fritz Grabowsky Shakespeares „König Lear". Grabowsky verfügt über ein angenehmes Organ, das er in grösster Wandlungsfähigkeit seinem Vortrag nutzbar machte. Er verstand es, jeder Gestalt ihr Gepräge zu geben und die erregende Handlung — durch starke, aber sinngemässe -Kürzungen straff zusarnmengefasst — ohne überflüssiges Pathos zur Wirkung zu bringen. Der Eindruck war nachhaltig, der Beifall gross. Schw. Der . jugendliche Gerhard Kander trat in den Kulturbünden Hannover, Kassel und .Königsberg auf. Mit erstaunlicher Sicherheit, virtuoser Technik und hoher Musikalität spielte er Händel. Wieniawski und Kreisler. Die Begleitung hatten in Hannover und Kassel John Man de 1brod. Hannover, und in Königsberg Bruno G 1 a d e. Die Zuhörer waren überall begeistert. Das Mendelssohn-Trio (Grete Sultan, Klavier. Leo Schwarz, Violine, und Paul Blumenfeld, Violoncello) konzertierte mit grossem Erfolg in den Kulturbünden Wiesbaden, Baden-Baden und Freiburg i. Br. und im Ausschluss für Kunstpflege Plauen i. V. Man hörte im wesentlichen Werke von Schubert. Dvorak, Mendelssohn. Tschaikowsky und Ernest Bloch. Die Dresdner Jüdische I n s t r u in e :i t a 1 - Vereinigung trug im Kulturbund eine Suite von Georg Ph. Telemann vor. Als historische Neuentdeckung war ebenfalls das Cellokonzert des Wieners Georg Mann (gest. 1750). das. von Arnold Schönberg herausgegeben. Paul 'Blumenfeld mit überlegener Stilsicherh<=Mt und Tonschönheit zu Gehör brachte. Die entzückend instrumentierte Begleitung für Streichorchester und Cembalo kam unter Walter Goldmanns, sicherer Leitung ebenso zur Geltung wie die Begleitung der allitalienischen Arien, die Ruth H e n n 1 g , Breslau, mit ihrem edlen Mezzosopran sang. Erstaunliches in Vortrag und Musikalität leistete sie auch bei der stimmungsvollen Wiedergabe des „Poemetto lyrico" von Respighi ..Sonnenuntergang". — Starkes Interesse erregte Manfred Stur m a n n, München, der am Eingang seines Autorenabends einen edelgeprägten. Nachruf auf die in diesem Jahr verstorbene Dresdener Dichterin Anna Joachimsthal- S c h wab e. sprach und zwei ihrer religiösen tiefen Gedichte (aus dem im Philo-Verlag jüngst erschienenen Bande) vortrug. In Sturmanns eigener Lyrik fielen starkbetont seine als Stimme des Volkes auftretenden kraftvollen Formungen aktueller Erlebnisse auf. — Dr. Rabinowitz, Leipzig, erheiterte einen überfüllten Saal von der Jüdischen Winterhilfe Beireuter mit seinen „1000 Worten Jiddisch". E. B. Zu einem schönen Erfolg wurde das erste, erfreulich gut besuchte Frankfurter Orchesterkonzert des Kulturbundes Rhein-Main, das eine Dreizahl von Werken in fein abgewogener Ausführung brachte. Man vernahm Griegs bekannte Höllberg-Suite, vom Streichorchester stilgemäss gespielt, und Carl Goldmarks üppig instrumentierte, in vielen Einzelheiten reizvolle „Ländliche Hochzeit", bei der sich auch die Bläsergruppen vollauf bewährten. Herzlicher Dank wurde dem Dirigenten Professor Julius P r ü w e r zuteil und nicht minderer dem Konzertmeister des Orchesters, Ernst Drucker* der, vom-Streichkörper begleitet die berühmte „Sonate für Teufelstriller" von Tartini mit virtuoser Brillanz und warmem Ton als ausgezeichneter Geiger vortrug. —tt. Das Orchester begeisterte auch seine Zuhörer in Mainz, wo es u.a. auch Mendelssohns Oktett spielte. — Elfriede Vogel sprach in Mainz über „Allerlei Musikalisches". Die geistreichen Darbietungen der Vortragenden wurden beifallfreudig aufgenommen. m—I. Radio -Paris sendet am 6. Dezember, 2VA Uhr, Offenbachs „Madame Favart", Lyon am 9. Dezember, 21K» Uhr, Offenbachs „Pariser Leben1'. _ Ernst Toefi Zu seinem 50. Geburtstag Ernst Toch ist am 7. Dezember 18S7 in Wien geboren und wandte sich zunächst dem medizinischen Studium zu. In Frankfurt a. M. leitete kein. Geringerer als Willi Rehberg seine pianistische Ausbildung. Schon als junger Mensch wurde *>r mit Preisen ausgezeichnet, so 1910 mit dem Mendelssohn-Stipendium und viermal hintereinander mit dem österreichischen Staatspreis für Komposition. 1913 ging er als Lehrer an die Hochschule für Musik nach Mannheim, an die er bald nach dem Kriege, den er vier Jahre lang mitmachte, zurückkehrte. Er war dann eine Zeitlang in Berlin ansässig, seit 1933 lebt er in USA, meist in Hollywood. Das Charakteristikum Tochs ist die ans Wunderbare grenzende Leichtigkeit seiner Werke. Seine Frühschöpfungen bereichern ausschliesslich das Gebiet der Kammermusik. Erst dann wendet er sich dem Orchester zu. „Die chinesische Flöte" für 14 Soloinstrumente und Sopran lässt aufhorchen; von da ab geht der Weg des Erfolges steil hinan. Sein Violoncellokonzert erringt den Schott-Preis (1925). grössere Orchesterwerke entstehen, auch zur Bühne findet der Komponist den Weg. „Die Prinzessin auf der Erbse'6 (1927), der „Fächer" zeigen einen virtuosen Stil, der auch später dem Filmkomponisten zugute kommt. Verschiedene Kammer- und Orchestervereinigungen haben sich seines 50. Geburtstages erinnert, und die Hörer der Berliner K u 1» t u r b u n d konzerte erlebten erst kürzlich die Aufführung seiner Cellosonate Op. 50. Einer der glänzendsten Techniker aus der Wiener Schule» voll Erfindungskraft "und Musizierfreudigkeit, stellt Ernst Toch einen kraftvollen Typus der jüngeren Musikgeneration dar. Karl Wiener.. Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan. Theater in der Kommandantenstrasse 5T. 20 Uhr: „Eugen Onegin", 4. Dezembe? (Abt. 5, 15), 5. Dezember (Abt. 6, 16), 7. Dezember (Abt. 2, 12), 9. Dezember (Abt. 22, 32); Gelegenheiten nnd neueste Modelle. Barlin-Nsukölln, Berliner '39, Tel. 62 55 22 MMia - U&ppgd ..Zweikampf der Liebe', 6. Dezember (Abt. 7, 17), 8. Dezember (Abt. 4.2, 52). ■■'; Kulturbundsaal. Kcmmandantensfrasse 58 59, 20 Uhr: Geigenkonzert Kander: 6. Dezember (1. Konzert)," 7. Dezember (10. Konzert), S. Dezember (2. Konzert), 9. Dezember (3 Konzert). Wenn man dich tut auf das Bei chajim (Friedhof) tragen. Alle deine Werke kommen weinen und klagen: „O web! o weh! was bringen wir da für einen Mann!" Seine bösen Geschichten'gehen ihm voran Und sagen alles, was er sein Tag' hat getan. Stammen solche Poeme aus düsterer Zeit, so scheinen gesellige Lieder einen beruhigteren Zustand anzukündigen. So findet sieb einmal in den Handschriften die treffliche Uebersetzung des berühmten Liedes Salomo Gabirols vom Wasser und vom Wein mit dem bekannten wasserrinnenden Refrain: ..Ich hab' keinen Wein — die Augen mein — rinnen Wasser, rinnen Wasser!" Kätsellieder gemessen in dieser Zeit die Beliebtheit, die das Gleichnis bisher beanspruchte. Wer ist etwa der neue Prophet, der eine kommende Zeit ankündigt? ..Hört zu, ihr lieben Leuf, ein Wunder und eine neue Zeit, was neulich ist geschehen: Ein Novi lässt sich sehen . . ." Dieser Novi „schreit mit Macht über die Welt Tag und Nacht", und seine Prophetie ist immer treffend. Er ist namenlos, hat „keine Brust gesogen" und ist „mit seinem eigenen Leibe gekleidet". Er ist überaus anspruchslos, geht barluss und barhäuptig, weder Kälte noch Hitze ficht ihn an. Ausserdem ist er uneigennützig; so verweigert er die Annahme von Geld. Festtage erkennt er nicht an. dafür verschmäht er aber auch jede warme Speise, ebenso Wein, Met oder Bier; er begnügt sieb mit klarem Wasser. Auch stolz ist er nicht; er begehrt kein Bett und schläft auf der Erde. Er ist auch ein Magier, denn er vermag sich in die Lüfte zu schwingen. Nur einen Fehler hat er: er ist nämlich polygam veranlagt. Obwohl seine Schätzung sich darum nicht vermindert, droht ihm doch ein furchtbares Schicksal; er wird keines natürlichen Todes sterben. Die Lösung des artigen Rätsels ist: „Nun, ihr lieben Weiber und Mannen, der Novi ist ein Hahn, wenn er sich lässt hören, tut ein neues Wetter werden", ebenso verkündet er den neuen Tag. Der Verfasser, der, ganz spielniännisch, seine Zuhörer bereits angeredet hat, sagt schliesslich von sich, wenn er sich wollte nennen, „so möchtet ihr ihn wohl kennen": und er ist in der Tat ein bekannter „Singer", wie die Gasse sie oft nannte, nämlich R. Salomo aus Prag, der sich als zur Klasse der „fröhlichen Juden'- zugehörig bezeichnet. Hier wird also der ..fröhliche Jude", der „Lustigmacher", einmal gegenständlich. Uebrigens ist der tiefere Sinn des Rätsels ein satirischer; mit der Zeile: „. . . ein Wunder und eine neue Zeit" dürften die Propheten der Mystik oder die Anhänger Sabbatai Zwis gemeint sein. Auch der Narr tritt einmal, gelegentlich eines Ereignisses, das er bedientet hatte, in die Erscheinung: er schliefst seine Strophen: „Der uns das Liedlein neu gesang, Mose Kohen ist er genannt, dazu trägt er ein NarrenkLeid." (Fortsetzung folgt.) Kunstnaelirichten Meta Coh n -Hendel veranstaltet vom 1. bis 12. Dezember in der Galeria Pesaro in Mailand eine grosse Ausstellung. Pesaro ist der grösste Mailänder Kunsthändler; es handelt' sich diesmal um eine sog. „Mostra personale", das heisst: e-s werden ausschliesslich Werke von Meta Cohn-Hendel ausgestellt. Am 24. November wurde bei Wildenstein in London eine Ausstellung des kürzlich verstorbenen Malers Philip de L a s z 1 o eröffnet. Unter den ausgestellten Werken befindet sich ein Porträt des Herzogs von Connaught, an das der Maler noch am Tage vor seinem Tode die letzte Hand gelegt hat. Unvollendet blieb das Bildnis König Georgs, das für den Neubau des „Royal Veterinary College1' bestimmt war. Vom 21. November bis 17. Dezember veranstaltet die in Amsterdam lebende Künstlerin Lea H a l p e r n eine Ausstellung der von ihr geschaffenen Keramik- . arbeiten. Literarische Notizen Wie die Jewisk Pubücation Society of America meldet, hat Beatrice Bisno in New-York-City für ihre erste Novelle „Tomorrow's Bread" den Edwin-Wolf-Preis für Erzählungen in Höhe von 2500 Dollars erhalten. Das Manuskript war aus 150 Novellen ausgewählt, die aus allen Ländern der Welt eingereicht worden waren. Die Preisrichter waren die international bekannten Schriftstellerinnen Mrs. Dorothy Canfield Fisher und Miss Fannie Hurst sowie" Erwin Wolf IL, Lektor der A. S. W.-Rosenbach-Gesellsehaft. Der Preis war der Jewish Pubücation Society ot America von Mr. Morris Wolf und Mrs. Isidore Kohn aus Philadelphia, den Kindern des verstorbenen Edwin Wolf, einem früheren Präsidenten der Gesellschaft, zur Verfügung gestellt worden. Die Preisträgerin. Beatrice Bisno. ist in Chicago geboren und wurde im Lewis-Institut erzogen. Sie studierte an den Universitäten New-York-City, Columbia und New-York. Der Jüdische Buchverlag Vortrupp, Berlin, bereitet eine Schriftenreihe „Jüdische Wirklichkeit beute" vor. in der zunächst Arbeiten von Günter Friedländer. Hanns R e i s s n e r und Hans Joachim Schoeps gedruckt werden. Im Verlag K e d e m erschien in diesen Tagen eine Sammlung der Essays des verstorbenen Theodor Simon. In der Feiertagsnumraer der in Oslo erscheinenden schwedischen Zeitschrift „Magasinet" vom IS. Dezember wird die zuerst in der C.-V.rZeitung (Nr. 11. 12 und 13 von 1937) veröffentlichte Novelle Alfreds Auerbachs „Jaques Offenbach" in besonderer Aufmachung zum Nachdruck kommen. Aus der wissenschaftlichen Welt Der Physiker Nils Bohr, einer der Schöpfer der Atomtheorie, wurde in Kopenhagen durch die Ernennung zum „Kommandeur des Dannebrog" ausgezeichnet. Die „Ungarisch-Israelitische Literaturgeseilschaft" in Budapest gab für den Chefredakteur der Zeitung. „Ujsag". Thomas lobor,' aus Aniass seines 70. Geburtstages eine Festsitzung, an der zahlreiche Vertreter des literarischen, gesellschaftlichen und politischen Lebens Ungarns teilnahmen. J£ Vor. kurzem hielt D r. .M. David,' ausserordentlicher Professor für aitsemitisc-he und jüdische Rechtsgeschichte au der Universität Leiden seine Antrittsvorlesung überdas Thema „Der Rechtshistoriker und seine. . Aufgaben". ... * Der ausgezeichnete Chemiker Professor H e i nrich Jacob G o 1 d s c h m i d t vollendet am 4. Dezember das 80. Lebensjahr. In Prag geboren, hat er dort das Gymnasiuni. in Wien. Graz und Prag die Universität besucht und 1SS1 promoviert. Er bildete sich dann am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich unter Leitung von Victor Meyer in der organischen Chemie aus. wurde dort bald Privatdozent und 1SS5 Honorarprofessor. In den neunziger Jahren lehrte er eine Zeitlang im der Universität Amsterdam, bis er 1S96 in.- Heidelberg die auf Betreiben Victor Meyers neugeschaffene ausserordentliche Professur für physikalische Chemie erhielt. 1900 wurde er als.ordentlicher Professor an die Universität Oslo berufen und hat dort lange Jähre bis zu seiner Emeritierung gewirkt. Später übersiedelte er nach Göttingen, wo sein Sohn, der berühmte Mineraloge Victor Moritz Gold' schmidt. von 1929 bis 1935 eine ordentliche Professur bekleidete. Heinrich Goldschmidt ist ein hervorragender Vertreter der organischen und der physikalischen Chemie" und hat insbesondere die Bedeutung der neuen' physikalischchemischen Denkweise und Methode in der organischen Chemie durch zahlreiche Arbeiten führend dargetan. G. Le. Nach englischen Pressemeldungen ist Dr. Heinz Tasse aus Dessau zum Barrister bei den Londoner Gerichten zugelassen worden. Aeusserste Preise für Teppiche » Gardinen «Läufer TEPPM ZENTfilUM Berlin C2, Spandauer Strasse '23 an der Könisstrasse