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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-02 · 48 (2.12.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
48 (2.12.1937)
Date
1937-12-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 4 C.-V.-Zeitung Nr. 48 * 2. Dezember 1937 Jüdisches Leben — jüdischer Geist Augsburg Dr. Werner Cahnmann (München) sprach auf Einladung der Israelitischen Kultussememde über: ..Geistige Grundlagen des Paläst i n a - A n f b a u s'\ Er gliederte sie in die religiöse Erlösungsidee, in die nationale Siedlungsidee, in die politische Mehrheitsidee und in die sozialistische Gemeinschaftsidee. Er zeigte, -wie diese sich gegenseitig ergänzenden und durchdringenden Ideen mit der Wirklichkeit in Palästina zusammengestoßen sind. Die Schichtungen der jüdischen Bevölkerung mit ihrer Herkunft von allen vier Ecken der Erde, die Schwierigkeiten der Spracnangleichung, die Gegebenheiten der Umwelt haben die Ideologien in Kämpfe verstrickt, zugleich aber auch die Notwendigkeit der Synthese aufgezeigt. Auf religiösem Gebiet muss der schöpferische Versuch eines Anschlusses der jungen hebräischen Kultur an die Werte der Ueberlieferung unternommen werden. Siedluugsgedanke und Staatsgedanke sind zu versöhnen, das arabische Pro- Mem ist neu zu durchdenken. W. Berlin Das Thema ...Tudenstaat" wäre unvollständig, wenn es sich nur auf die ideologische Seite beschränken und die praktische ausser acht lassen würde. So not d^im der Vortrag von Michael Traub im Jüdischen L e h r h a u s ,.P a 1 ä - e t i n a w i r t s c h a f t und Judenetaat" eine notwendige und interessante Ergänzung. Traub ging hierbei von einem Staatsgebiet auf der Grundlage des Peel-Berichtes aus, auf dem heute etwa 320 000 Juden leben. Die wichtigste Frage ist die der Aufnahmefähigkeit des Landes, die, wie Traub eingehend belegte, je nach der Berechnungsmethode ganz verschieden geschätzt werden kann und die er schliesslich mit insgesamt rund zwei Millionen Menschen annahm. Jede Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsplanung Maiersfbaite^ / David Fredmann IS>r!i:: W 15. l'aderborner Str. 9. 97 25 ß">. muss von der jeweiligen Situation auegehen. Gegenwärtig ist die palästinensische Handeisbilanz in erschreckendem Masse passiv, und nur der Umstand, das? die Zahlungsbilanz aktiv ist. hat der Wirtschaft bisher ernsthafte Störungen erspart. Aber der GeWzustrom wird allmählich versiegen, und da auch in Zukunft sämtliche industriellen Rohstoffe und eine ganze Reibe von Fertigwaren werden importiert werden müssen, so wird die landwirtschaftliche Basis nicht allein aus ethischen, sondern auch aus handelspolitischen Gründen eine besondere Rolle spielen müssen. Gegenwärtig wird nicht nur die industrielle, sondern auch die landwirtschaftliche Entwicklung durch den Artikel IS des Mandats behindert, der bestimmt, dass allen Mitgliedsstaaten des Völkerbundes das Recht der Meistbegünstigung ohne die entsprechende Gegenleistung zusteht. Das hat dahin geführt, dass B. palästinensisches Gemüse auf den Feldern stehen blieb und ausländisches Gemüse importiert wurde, oder dass ein ausländischer Staat, mit dem man wegen der Abnahme palästinensischer Landesprodukte verbandelte, dafür die zusätzliche Abnahme eines grossen Quantums Schinken (!) verlangte. Wenn auch Artikel 18 bei Gründung eines jüdischen Staates fortfällt, so ist die Situation dennoch nicht einfach. Das gesamte Gebiet des jüdischen Staates ohne den Negew wird 5 Millionen üunam umfassen. Traub ging sodann auf die Möglichkeiten der Kultivierung ein und fuhr fort, dass sich auf industriellem Gebiet erhebliche Schwierigkeiten ergeben würden. Hier wird man noch viel zulernen und auf viele Parolen verzichten müssen: so warnte Traub vor dem ..Tozerethaarez-Amulett" und vor dem Glauben. Schutzzölle seien ein Allheilmittel. Bei einem industriellen Bedarf von rund 60 Millionen Pfund Sterling wird man mit einem Import von etwa 25 Millionen Pfund Sterling rechnen müssen. Als Ziel bezeichnete er eine Föderation der Staaten des vorderen Orients, bei der dem Judenstaat die Aufgabe der wirtschaftlichen Initiative und Förderung zufallen würde. Es muss betont werden — wie es Traub in der Einleitung seines Vortrags auch selbst tat —. dass alle Ausführungen auf ganz bestimmten Voraussetzungen beruhen, deren Eintritt keinesfalls sicher oder auch nur wahrscheinlich ist. Erst recht gilt dieser Vorbehalt für das umfangreiche Zahlenmaterial, das Traub zu jedem Punkte vorbrachte. Mit diesen Einschränkungen war der Yorirag geeignet, ein eindrucksvolles Bild von den aussergewöhnlichen Schwierigkeiten zu vermittein. die bei Gründung eines jüdischen Staates zu überwinden sein werden. (Iii. Lo. Arbeitsgemeinschaften: ß. Dezember. -2m.30 Uhr, Panl Grodzinsky ..Geiie.nwart.sfrason der Technik". 'Nene Werkstoffe für den Maschinenbau, ihre Eigenschaften and ihre Behandlung. Mit Lichtbildern.) Fasancnstr. 80. Arbeitsgemeinschaften Für die Jugend: Erwin J o s p e : Singgemeinschaft, Mittwochs, 20 bis 22 Uhr, Grosse Hamburger Str. 27: Hans Gärtner: Palästinakuride. Dienstags. 18.30 bis 20 Uhr (Beginn 7. Dezember). Marburger Str. 5: Hellmut Silberstein : Du und das Leben; Dienstags. 18 bis 19.30 Uhr (Beginn 7. Dezember), Kai.serdamm 78 (Herzl- . Schule . Intensiv-Kcrsus für Englisch. Für einen neuen Kurs im Januar werden schon jetzt Anmeldungen entgegengenommen. Anmeldungen, Auskünfte im Sekretariat. Marburger Str. 5. Montag bis Donnerstag, 10—13 und 16—18 Uhr. Breslau Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung. Arbeitsgemeinschaft Schlesien, begann ihre Winterarbeit mit einem Vortrag ihres~2. Vorsitzenden, Hans H. P i n k u s (Neustadt O.-S.): „Wie ich Ahnen- und Stammbaumforschung trieb." Die ersten Anregungen erhielt der Referent während seiner langen Kriegsgefangenschaft durch . Briefe aus der Heimat Er hat dann seine Vorfahren planmässig zu erfassen versucht und besitzt heute eine Stanimbaumsammlung mit mehreren tausend Namen, in der bedeutende osU süddeutsche und böhmische Familien aufgezeichnet s-ind. Die Ausführungen de« Redners zeigten an vielen Beispielen die Schwierigkeiten der Materialbeschaffung, die Technik und die Bedeutung der Familienforschung. — Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Professor Dr. Grotte (Breslau), berichtete über die Sommerarbeit der schlesischen Gruppe. Sie hat die Anregung zur Inventarisierung des Friedhofs Krassen gegeben und die Friedhöfe Festenberg und Prausnitz im Bezirk Breslau aufgenommen. Im Frühjahr wird die Aufnahme des Friedhofs SchlichtiDgsheim bei Glogau erfolgen. Im Religiös-Liberalen Verein der Synagogengemeinde sprach'- Professor Dr. Curt Bondy über „Autorität und Freiheit in der jüdischen Erziehung-'. Er ging von den Begriffen der Stellungs- und Persönlichkeitsautorität aus, Grundsätzen, die — absolut angewandt — beide falsch seien, und skizzierte dann die Beziehungen beider Begriffe zueinander. Je grösser die Persönlichkeitsautorität, desto weniger sei die Stellungsautorität nötig. Die Frage nach autoritärer oder freiheitlicher Erziehung beantwortete er dahin, dass Autorität und" Freiheit nicht Gegensätze, sondern Pole wären, die beide in der Erziehung zu berücksichtigen seien. Beispiele aus der Praxis, u. a. aus Gross-Breesen, ergänzten den mit lebhafter Anteilnahme aufgenommenen Vortrag. Das J ü d i s c h -1 h e o 1 o g i s c h e Seminar (Fraenckelsehe Stiftung) hielt einen Gederikgcttesdienst für Rabbi Akiba Eger ab. der vor seiner Uebersiedlung nach Lissa fünf Jahre in Breslau gelebt hatte. Seminarrabbiner Dr. Ochs hielt die Gedenkrede. Im Verein j ü d i s c ü e r Lehrer in Schlesien sprach Dr. Willy Cohn über ..Die Behandlung \on Fragen aus der jüdischen Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters im Unterricht". Seit Caros Arbeit über die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden habe kein Werk sich mehr mit dieser Materie beschäftigt. Bei Graetz und Dubnow seien die wirtschaftlichen Zusammenhänge unzureichend behandelt. Es, fehlt auch ein Versuch, die. Wirtschaftsgeschichte der -luden in die allgemeine Wirtschaftsgeschichte einzuordnen. Schw. Frankfurt a. Main Tn der ..Gesellschaft für jüdische Volksbildung" schilderte Dr. Lutz Weltmann (Berlin) Spinoza als einen Juden des hunderte. Er stellte den grossen Philosophen im Rahmen der Weltgeschichte und der geistigen Lehre und Forschung seiner Zeit dar und hob als spezifisch jüdisches Erbe des Amsterdamer Marannensprösslings den strengen Monotheismus, die „Bildlcsigkeit" Gottes und den Messiasglauben hervor. Sehr interessant war die Aufdeckung persönlicher oder geistiger Beziehungen, die Spinoza mit Maimonides, Uriel Acosta. mit Giordano Bruno. Descartes. Baco sowie mit Rembrandt und Jean de Witt verbinden. Wie. der hoch entwickelte jüdische ..Lerntrieb" Spinoza, den kompromisslosen Denker, in Konflikt mit der jüdischen Orthodoxie brachte, die ihn 1656 exkommunizierte, das wurde in Lutz Weltmanns geist- und kenntnisreichen, aufmerksam angehörten Erörterungen anschaulich. Dagegen kam es dem Referenten nicht so sehr auf eine systematische Ausbreitung der Lehre des — vor nunmehr o05 Jahren geborenen — Philosophen an; immerhin hätte vielleicht sein Hauptwerk, die „Ethika ordine geometrice demonstrata" einmal erwähnt werden dürfen. tt. Dehrns n s : 7. Dezember, 19K< Uhr. Dr. Wolfgang M a t z d o r f f : ..Praktische Vorfragen der Wanderung" (Westendsynagoge": 31. Dezember, 20,'/> Uhr. Dr. Arthur Prinz: ..Auswanderung"! Unterlindau 2D: 2?. Dezember. 2034 Uhr, Nehemia A. X o b c I - Vorlesung r Unterlindau 21). Köln Das Lchrhaus veranstaltete in Gemeinmeinschaft mit der Mittelteile für jüdische Erwachsenenbildung bei d^r Reicbsvertreiung der Juden in Deutschland eine lerntagu n g. Der schlichte Begriff „Lerniagung' vermag nur ungenau zu fassen, was als Erlebnis dieser vier Tage gestaltet wurde. Etwa 400 Menschen wurden erfasst. Jugendliche und Lehrerschaft aus Köln und Rheinland-Westfalen und Erwachsene aus der Kölner Gemeinde. Ohne jegliches Pathos gelang es, die Tagung zu einem fruchtbaren Zusammensein zu verbinden. Den Sonntag beherrschte als Auftakt vom frühesten Morgen bis in die elfte Abendstunde mit nur kurzen Zwischenpausen, Karl Adler, Stuttgart. Er stellte Chanukkalieder für gross und klein in den Mittelpunkt der Arbeit und liess den Tag in einem Gemeinschaftssingen für Jugend und Erwachsenfausklingen. An den Nachmittagen des 22., 23. und 24. November leitete Dr. Abraham Heschel, Frankfurt am Main, einen Bibelkursus. Ohne irgendeinen Kommentar, nur vom P'schat, vom schlichten Worisinn ausgehend, gelang es dem Gelehrten eine Fülle von Anregungen, Gedanken, Belehrungen zu vermitteln" Der letzten Doppelstundeging eine angeregte, auch ins Methodische gehende Lernstunde mit der Lehrerschaft voraus. An den Abenden fanden die Kurse ihre Ergänzung und ihren Ausgleich durch Vorträge, die gleichfalls vom Musischen ausgehend über die Wissenschaft hinein in die Arbeit des Alltages führten. Dr. G a 11 i n e r, Frankfurt am Main, hielt einen künstlerisch und rhetorisch gleichermassen packenden Lichtbildervortrag: '..Künstlerisches Sehen — mit besonderer Berücksichtigung biblischer Bilder", der in das weitverzweigte Gebiet biblischer Darstellungen in Malerei und Skulptur tief einführte. Gemeinderabbiner Dr. Kober sprach über ..D e r Jude d es Mittelalters." Der bekannte Forscher jüdischer Geschichte zeigte den Typ des mittelalterlichen Juden, gestaltete aus der Fülle der geistigen, gesellschaftlichen und moralischen Kräfte dieser "Zeitepoche. Am letzten Abend sprach zum Thema „Lenkung der Berufswahl und Gestaltung der Berufsausbildung" Dr. Georg Lubinski,"Berlin. Er stellte u.a. das seelische Geborgensein in den Kibbuzim Palästinas dem Heimatsuchen in den überseeischen Ländern gegenüber. — Die Tagung hat an Sachlichem, aber auch in der Art, wie alles dargeböten ward, einen bei allen Beteiligten unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Leo Grünebaum. Königsberg In einer synagogalen Feierstunde sprach in der Neuen Synagoge Gemeinderabbiner Dr. Lewin über ..Israel, der Gottesstreite r". Der Erzvater Jacob, dessen ehrender Beinahme „Israel", erhalten nach dem siegreichen Kampf mit dem Engel, auf sein ganzes Volk überging — er hat Charakter und Bestimmung seines Volkes und eigentlich jedes jüdischen Menschen schicksalhaft vorgelebt. Denn immer wieder — durch die Jahrhunderte hindurch — ist der fromme Jude nicht nur Streiter für Gott gewesen, sondern auch gegen und um Gott. Abraham, der um Sodom kämpfte, Moses im Kampf für sein irre gegangenes Volk auf dem Berge Sinai und in der Wüste — und dann weiter "die Rabbiner und schliesslich die Dichter, die mit Gott rangen, bis in unsere Zeit hinein. Nie duckte die jüdische Frömmigkeit sich feige vor Gott! Und auch mit unserm heutigen Schicksal — so schloss der Redner — wollen wir kämpfen und ringen, nach dem Spruch Israels, des Gotfesstreiters: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" — Die Arie aus dem Eliae, gesungen von Kantor Dr. Pik, und feierliche Musik (Heinz Jacobus und Dr. Hans Kadis oh) gaben den würdigen Rahmen. L. L. Mainz Rabbiner Dr. S. Levi sprach über ..Jüdisches Schrifttum" und gab in zwei gut besuchten Abenden einen Aufriss über die Entwicklung der jüdischen Literatur vom Altertum bis zur Gegenwart. — In einer literarhistorischen Betrachtung versuchte Dr. Lutz Weltmann (Berlin) „W erden und Wesen des Golem von der Weltschöpfung bis zur Maschinenzeit" in wissenschaftlich fundierter Weise vor Augen zu führen. Die nicht ganz leichte und umfangreiche Materie wurde von dem Redner klar und geordnet zum Vortrag gebracht. _ M—1. Landesverband Oberschiesien des C.-V. Am 4. Dezember, um 20 Uhr 45 Min., veranstaltet die Ortsgruppe Beuthen in den Kulturbundräumen, Schiesshausstrasse 1, eine Chanukkaf eier. Anschliessend spricht Baurat i. R. Kurt Wolfi (Beuthen) über das Thema „König Saul. eine grosse tragische Gestalt in der Geschichte Israels". Im Rahmen der C.-V .-Kulturarbeitsgemeinschaft spricht am 7. Dezember, um 20 Uhr 45 Minuten pünktlich, im Gemeindesitzungssaal in Gleiwitz. Niederwallstrasse 9. Justizrat Dr. S kaller (Beuthen O.-S.) über das Thema „Spinoza und sein Weltbild". Die Mitglieder werden hiermit eingeladen. Süsskind war kein Minnedichter, weil ihm Jüdische Anschauung über die Ehe und die „uralte Tradition'* jüdischer Familienkultur die „höfisch galante Huldigung der Ehefrau emes anderen'Vwie sie die Minnedichtung verlangte, verbietet. Der Verfasser ist sich des „veredelnden Wertes des Minnesangs" wohl bewusst; er will nur zeigen, dass Süsskind jenem Dichtungskreis und seinen Trägern, eben weil er Jude war, nicht vollends zuzurechnen ist. — Neues Material zur Geschichte der Juden im Trierschen hat Dr. Jakob May im Archiv der Koblenzer jüdischen Gemeinde gefunden; 350 Urkunden aus der Zeit von 1653 bis 1811. Einen Teil seiner Forschungsergebnisse legt er in einer Arbeit über „Die Steuern und Abgaben der Juden im Erzstift Trier" vor. In einer Aufgliederung der im Jahre 1804 in München lebenden Juden nach Herkunft und Beruf gibt er ein eindrucksvolles Bild von dem Werden der Münchener jüdischen Gemeinde. Buchbesprechungen besebliessen das um seiner wertvollen Beiträge willen zu lobende Heft. Dr. Ernst Reichmann. Jüdische Quellenforschung Im neuesten Uefi der „Zeit s c b r i Fl für die Geschichte der Juden in Deutscblan <T (Philo G. m. b. H.) würdigen Ismar E 1 b o g e n und Aron Freimann dpn bpimgegangenen Mitherausgeber. Rabbiner Dr. Max Freudeuthal, als jüdischen Historiker. Die schönste Ehrung, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann, ist eine Bibliographie seiner Schriften; sieben Druckseiten umfasst das hier von Hans Lara m zusammengestellte Verzeichnis seiner Schriften. Wissenschaftliche Gründlichkeit und strenge Philologenzucht lässt eine Abhandlung von Dr. Meier Spanier über „Süsskind von Trimberg" erkennen. Der Verfasser untersucht die zwölf durch die Manessische Handschrift überkommenen Spruchdichtungen Süsskinds, die er im mittelhochdeutschen Text vorführt, mit dem Ziel, die Meinung aus früheren Darstellungen jüdischer Autoren, wonach sich in Süsskinds Dichtung Einfluss jüdischen Schrifttums bemerkbar macht, zu korrigieren. Gedenkfeier für Felix M. Warburg Zu einer auch in der äusseren Form würdigen Gedenkfeier für Felix M. Warburg hatten die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin, die Jewish Agency for Palestine und der Hilfsverein der Juden in Deutschland in die Neue Synagoge eingeladen. Viele Tausende, unter ihnen die Vertreter fast aller jüdischen Organisationen, waren dem Rufe gefolgt^ eine Stunde des Gedenkens dem grossen Menschen und Juden Felix M. Warburg zu weihen, dem gerade die Juden in Deutschland in den letzten Jahren so viel zu verdanken haben. Der Riesenraum der festlich geschmückten Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt, als nach einleitendem Orgelspiel der Gemeindevorsitzende Heinrich Stahl die Erschienenen, unter ihnen insbesondere die Verterter der Familie Warburg, im Namen der Jüdischen Gemeinde Berlin begrüsste. Die Felix M. Warburg gewidmete Freitagabend-Liturgie von Jacob Weinberg, die von uns bei ihrer Uraufführung in Berlin bereits gewürdigt worden war. umrahmte die Gedenkworte von Rabbiner Dr. Leo Baeck. Unter Leitung von Chemjo W inaver gaben auch dieses Mal Chor und Solisten (Paula Salonion-Lindberg, Hans John-Jac o b s o h n und Erwin J o s p e an der Orgel) dem Werk eine vollendete und gerade an diesem Abend besonders eindrucksvolle Interpretation. Die Ansprache von Leo Baeck zeichnete das Leben Felix M. Warburgs. das im tiefsten Sinne als ein glückliches Leben bezeichnet werden könne. So wrie sich in ihm der Hamburger und Frankfurter jüdische Geist seines Elternhauses vereint hätten, so habe er, der amerikanische Jude, sich stets auch stolz zu seiner Herkunft aus dem Kreise der Juden in Deutschland bekannt. Seine letzte Verankerung habe Felix M. Warburg stets im Judentum gefunden und gerade dadurch sei er zu dem Menschen eigener Art und eigener Prägung herangreift, als der er uns allen vor Augen stehe. Auch ihm, dem Sohn eines festgefügten, weltbekannten Hauses, sei das Problem, das allen Erben einer grossen Tradition gestellt sei, nicht erspart geblieben. Er habe sich nicht damit begnügt, Träger eines grossen Namens zu sein, er sei darüber hinaus zu einer starken und eigenen Persönlichkeit gewachsen. Dadurch, dass er seinen Platz im Judentum suchte und fand, habe er das Ererbte erworben und das Eigene, Besondere in sein Leben gebracht. Sein Blick habe stets dem Ganzen gegolten, das kleine, parteibefangene Denken sei ihm fremd gewesen. Nur dadurch habe er auch die grossen jüdischen Werke der Hilfe und des Aufbaues mitschaffen und während langer Zeit massgebend beeinflussen können, die sein Wirken für immer unvergessen machen: den Joint und die Jewish Agency. Seine bewusste jüdische Haltung habe ihm auch erst den Platz in der Neuen Welt geschaffen, den er dort einnahm. Dadurch, dass sein Leben von dem alten aristokratischen Geist des Judentums beherrscht gewesen sei. habe er leicht die Verbindung 7.u den Menschen seiner neuen Heimat finden können, aus deren Geschichte alttestamentari-s scher Geist — -wenn man so sagen dürfe — nicht weggedacht werden könne. Das Bild Felix M. Warburgs stehe immer vor uns als das eines Menschen, dem Hilfe zu spenden Erfüllung und Aufgabe seines Lebens gewesen sei. Ergiffen sprachen die Tausende stehend das Kaddisch-Gebet mit, das Oberkantor John- Jacobsohn unter leiser Orgelbegleitung vorbetete. Dann nahm sie noch einmal die aufjubelnde Musik des letzten Teiles der Weinbergschen Freitagabend-Liturgie gefangen und entliess sie in dem Bewusstsein, dass das Gedächtnis Felix M. Warburgs gerade im Kreise der Juden in Deutschland nicht verlöschen wird. EL W-I. Berta Badt-Strauss: Jüdinnen....................... 3.— tfosenzweig: Kleinen; Geschichten............____ 8,50 Rosenzwei" Briefe............................. 12.50 Philo-lextkon, Handbuch des jüdischen Wissens... ^,80 Peel-B ricnr cer Royal Commission (deutsch).... 6.— Phito-Zitaten-Lexikon, Worte für Juden Worte von luden................. ............... 3,50 Das Buch für diese Zeit Ruppin: Dreiisig Jahre Au'bau in Palästina . . 7,50 Jubnow Matn Leben........................... *.80 Bin Goron: Der Born Judos................. ... 7.50 Shmarya levin: Kindheit im Exil................. 4,80 Philipp: Morgenleuchten über dem Mittelmeer 5,- .andsbsrger Einführung in die jüdische Kuns» —;' V Abbit-'unger. J' n Picard: Dar Gezeichnete ................ Sinsheimer: Maria-Nunnoz, Roman....... Schocken-Aimanach 5698............. Kalender der jüdischen Künstterhilfe.. Palästina-Kalender .„........ .......... Oes Jahr des füdischen Frauenbundes. Israel, Volk und Land . ... <n50 ... 3,25 ... 0,60 ... 2,- ... 1,90 ... 1,90 3,90 PHILO G.m.b.H. / Jüdischer Buchverlag u. Buchvertrie) / Berlin W15, Pariser Str. 44 K£gs,*Ä.'i&7! / Amsterdam Warschauer: Jüdische Jugend baut auf ....... 1,50 Jüdisch» Memoiren aus drei Jahrhunderten 2.50 Liebermqnn: 70 Briefe____ ............ ... . 120 Escher: Zwischen gestern und heute...........[ k,SQ Jüdische Gestalten und ihre Zeit. Eine Geschichte des jüdischen Geistes von Moses bis Mende'ssohn 3,60 Fernsprecher:921375

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