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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-02 · 48 (2.12.1937) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
48 (2.12.1937)
Date
1937-12-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Beilage der C-V.-Zeitung Nr. 48 « 2. Beiblatt 2. Dezember 1937 Mitteilungen aus fem ftflfsverefn 3er Jucfen in Deutschland WtK Ausweisungen aus Brasilien? Nach einer halbamtlichen Ankündigung der brasilianischen Regierung werden bis zum 1. Dezember 1937 200Ö illegal eingewanderte Personen ausgewiesen werden. Es handle sich dabei hauptsächlich um jüdische Emigranten aus Deutschland. J£ Es war bisher nicht möglich, authentische Mitteilungen über die Hintergründe dieser Meldung und den Umfang der Gefahr zu erhalten. Wie wir jedoch hören, bat der Präsident der ICA, SirOsmond d'Avigdor Goldsmid, auf einer Jahresversammlung * der Jewish Colonisation Association (ICA) London Gelegenheit genommen, zu der durch die neuesten Massnahmen der brasilianischen Regierung geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Es sei unerklärlich, so meinte er, dass die brasilianische-Regierung gegen die aus Deutschland Eingewanderten einschreiten wolle. Die ICA sei daran besonders interessiert, dass die Angelegenheit in Ordnung komme. Es besteht in dieser Hinsicht die Hoffnung, dass die brasilianische Regierung eich Vorstellungen nicht verschliessen ~ werde. Diejenigen Einwanderer, die auf die Kolonien der ICA gekommen sind, seien ordnungsgemäss eingewandert. New-Yorker Tagebuch IL Von Friedrich S. Bro'dnitz Wir gehen in die Schule Wenn wir unser Frühstück auf dem Hockstühlchen des Drugstore an der Ecke hinter uns haben — ein vorzügliches Frühstück übrigens für 15 Cents — gehen wir in die Schule. Das heisst, das ist eigentlich nicht ganz richtig gesagt. Denn erstens fahren wir in die Schule; zu Fuss würden wir für unseren Schulweg mindestens anderthalb Stunden brauchen, und auf Gehen ist diese Stadt überhaupt wenig eingerichtet. Und dann sind wir eigentlich den ganzen Tag in der Schule. Sie beginnt mit dem ersten Schritt auf die New-Yorker Strasse und sie endet erst, wenn wir vor dem Einschlafen das englische Buch zuklappen. .Wir. nämlich wir Neulinge in diesem Lande, wandern von einem Lehrer zum anderen: dem Kellner im Restaurant, dem Neger, der die Schuhe putzt und dabei uns einstweilen völlig unverständliche, aber scheinbar optimistische Betrachtungen anstellt, dem Verkäufer im Obstgeschäft und dem Policeman an der Eckendem Radioansager, der uns gute Aussprache vormacht und dem Filmdarsteiler, der für 35 Cents Eintrittsgeld einen Kurs in New-Yorker Slang erteilt. Sie alle wissen nicht, dass sie unsere Lehrer sind, und ihr pädagogisches Niveau ist nicht sehr hoch. Aber alle zusammen bilden sie einen ausgezeichneten Lehrkörper. Und wir gehen auch gern in diese Schule, denn man ist nett zu uns. In dieser Stadt des unübersehbaren Völkergemisches, in der man schon bei einer Untergrundbahnfahrt jede Sorte schlechten Englischs hören kann, ist man auch gegen uns tolerant. Und dann ist man überhaupt trotz aller Hetze und Eile, trotz Härte und Rücksichtslosigkeit des Existenzkampfes freundlich und höflich, gerade in den Meinen Dingen des täglichen Lebens, die für den Anfang so wichtig sind. Alles ist anders, und wir sitzen immer auf der Schulbank. Vom Zurechtfinden in den Verkehrsmitteln bis zum schweren Problem des Telephonierens, vom Zeitungslesen bis zur Kleidung, vom Lunchen in einer Cafeteria bis zu den Formen des gesellschaftlichen Lebens, alles ist anders und — höchst interessant; nicht immer sympathisch, manchmal unverständlich, aber immer interessant. Mit dem Gehirn und den Erinnerungen eines Erwachsenen befinden wir uns in der Situation eines Kindes, das Entdeckungsreisen in die Umwelt macht. Immer haben wir das schlechte Gewissen des Kindes, das mit etwas ängstlichen und etwas trotzigen Gefühlen auf die Erwachsenen sieht, die ihm wieder sagen werden, dass es sich nicht richtig benommen hat. Wir teilen die „Erwachsenen", nämlich die im Lande Aelteren, in zwei Gruppen ein: solche, die ungeduldig erwarten, dass wir sch.on als Erwachsene, aller Dinge Kundige, auf die Welt, in dieses Land kommen, und solche, die uns nachsichtiger, behandeln und verstehen, dass wir zwar rasch „erwachsen" sein wollen, aber eben einstweilen noch „Kinder" sind. Dabei finden wir die alte Erfahrung bestätigt, dass die alten Erwachsenen, die nämlich, die im Lande aufgewachsen oder alt geworden sind, milder und toleranter sind, es aber auch sein können, weil sie sieh nicht für uns so sehr verantwortlich fühlen, wie die jüngeren Erwachsenen. So wie Grosseltern im allgemeinen zu Kindern nachsichtiger — und deshalb bei ihnen beliebter sind, als Eltern. Alles in allem gefällt sie uns sehr gut, einstweilen jedenfalls, diese zweite Jugend. Wohlverstanden, wir sprechen hier nicht von der grossen Zahl derer unter uns, für die schon auf dem Ankunftpier unsichtbar das grosse Fragezeichen nach dem, täglichen Brot steht. Für sie werden alle anderen Betrachtungsweisen des neuen Lebens zugedeckt von der Schwere und Grösse wirtschaftlicher Sorgen. Ueber ihr Ringen und Kämpfen, ihr Versagen und ihr Gewinnen wird noch ausführlich zu reden sein. Diese Betrachtungen eines Neulings' im Lande sollen überhaupt kein allgemeines Urteil, das uns noch lange nicht zusteht, und keine Basis für Beratung und Orientierung sein, sondern wollen nur den Versuch einer reinen Schilderung des Umwandlungsprozesses darstellen, den jeder von uns draussen auf seine Weise durchmachen muss. Immerhin darf gesagt werden, dass es nicht immer die wirtschaftlich Gesicherten sind, denen diese Umwandlung leichterfällt, und dass man auch unter den schwer Kämpfenden Menschen findet, die sich die Empfänglichkeit für den geistigen Reiz dieser zweiten Kindheit bewahren. Wir lernen täglich um. Nicht nur in unseren Gewohnheiten und Lebensformen, auch in unserem mitgebrachten angelesenen oder aus Einzelerfahrung entstandenen Urteil über Landschaft und Menschen. So, wie das Stadtbild, und die Landschaft der Umgebimg, besteht alles aus stärksten Gegensätzen. Neben einem gigantischen Kleinbürgertum des Ungeschmacks und der primitiven Unbekümmertheit steht ein kulturelles Leben, von dessen Tiefe und Breite man sich keine Vorstellung machte. Bücher und Zeitschriften, Museen und Hochschulen, Theatervorstellungen und Konzerte entfalten sich in einem Reichtum, der in Jahren intensiver Beschäftigung nicht zu erschöpfen wäre. Für den Anfang bekommen wir einen ersten Eindruck von zwei Gebieten. Wir beginnen zu lesen und sind gepackt von dem Bemühen um selbständiges Denken, von der wirklichen Freiheit und Unabhängigkeit des Urteils, auch dem Eigenen gegenüber. Und dann gehen wir in die Schule; nicht nur in. die des Alltags, sondern auch in die wirkliche. Schuleindrücke im Kindesalter halten stärker als alle späteren Formungen des Geistes, und so sind die Schulen, die dem Einwanderer offenstehen, die geistigen < Visitenkarten des Landes. Und wir müssen gestehen, dieses Land hat sehr repräsentative Visitenkarten. Es fing an, wie vor langen Jahren: das Kind wird zur Schule gebracht (nur die Zuckertüte hat uns keiner geschenkt). Ein guter Freund, selbst gerade aus dieser Schule entlassen, übernimmt es, uns den Weg zu zeigen, den wir ohne ihn wahrscheinlich kaum gefunden hätten. Nach einer halbstündigen Fahrt mit der Subway sind wir in Downtown. Der weitere Schulweg führt, jeden Tag von neuem interessant, durch Eastside, das Quartier der ärmeren Ostjuden, vorbei am Gebäude des „Forwards", der grossen jiddischen Tageszeitung, durch Strassen, deren Gebäude jiddische und englische Aufschriften tragen. Wenige Blocks entfernt liegt Chinatown, wo die glasierten Enten in den Fenstern der Restaurants hängen und alles ein bisschen zu sehr nach Fremdenindustrie aussieht, und einige Minuten weiter südlich beginnt unvermittelt Wallstreet mit seinen Bankpalästen. Unsere Kurse sind im fünften Stockwerk einer Public Sehool untergebracht. Aber die Anfahrtsrampe der Manhattam-Bridge, die man vom Fenster aus siebt, liegt noch höher. In zwei Stockwerken übereinander fahren Autos und Subwayzüge ununterbrochen hinüber und sorgen für gehörigen Lärm. Das Schulhaus sieht so ungemütlich aus, wie Schulen in der ganzen Welt; es geht lauter, aber auch vergnügter zu als in europäischen Schulen, und alle Türen stehen, auch beim Unterricht, weit auf. Wir besuchen einen Kurs der „Metropolitana ' Vacational High School, Adult Education" und bekommen fünfmal in der Woche drei Stunden Unterricht. In der Pause sehen wir etwas von anderen Kursen, ein Schild an der Tür einer Klasse, in der eine Anzahl intelligent aussehender Neger sitzen, besagt, dass hier Biologie unterrichtet wird. Es gibt Kurse für Sprachen und andere Fächer. Das Ganze ist eine Unternehmung der W. P. A. (Works Progress Administration), der grossen Aktion der Regierung zur Produktivlerung der Erwerbslosen aller Berufe. Das jedem Amerikaner vertraute Schild der W. P. A. sieht man überall an Bauten und öffentlichen Arbeiten aller Art Es gibt W. P. A.¬ Theater, Kinos und Orchester. Hier sind wir in W. P. A.-Kursen. Erwerbslosen Lehrern wird so Gelegenheit gegeben, ihren Beruf auszuüben. Vortragsreihe im Groß-Berlin er Central- Verein Ziele jüdischer Gegenwartswanderang Geschichte, Geographie und Kultur der wichtigsten Auswanderungsländer Großer Saal des Brüdervereinshauses W 62, Kurfürstenstr. 115/il6, pünkd. 201-/4 Uhr Dritter Abend: Donnerstag, 9. Dezember 1937 5. Die Entwicklung Arabiens seit dem Weltkrieg........ Dr. Fritz Friedlacndct 6. Bildnis Palästinas.........Dipl.-Ingr. Frit Benjamin Eintritt nur für Inhaber einer Einladung oder gegen sonstigen Nachweis der jüdischen Religionszugehörigkeit EngtischeWanderangserfahrungen ■ Für die jüdische Wanderung unserer Tage sind einige Bemerkungen, die die englische Midland-Bank in ihrem letzten Monatsbericht hinsichtlich der englischen Wanderungsbewegung in den letzten Jahrzehnten macht,, nicht ohne Interesse. Die Bank geht dabei auf den Zusammenbang zwischen Kapital- und Menschenwanderung ein \md kommt zu dem Ergebnis, dass beide in der Vorkriegszeit eng miteinander verbunden waren. Der Anlage nationaler Ersparnisse im Ausland sei damals ein grosser Strom Auswanderer gefolgt, um die sich entwickelnden günstigen Ärbeitsmöglichkeiten in den überseeischen Ländern zu ergreifen. Später sei die Auswanderung beträchtlich zurückgegangen und dann fast ganz versiegt. Vom Jahre 1931 ab habe sich sogar eine Rückwanderung von jährlich durchschnittlich etwa 30 000 Menschen feststellen lassen. Diese Darlegungen der Midland-Bank rücken auch das Bestreben einer Reihe von Ländern des englischen Empire in ein besonderes Licht, weisse -Neueinwanderer zu sich heranzuziehen. Vorläufig beschränkt sich diese Tendenz -allerdings im wesentlichen auf Menschen aus dem englischen Mutterland, obwohl .es offenbar ist, dass von dort der neue Bedarf an weisser Bevölkerung, der in manchen der wichtigsten Staaten des Empire immer wieder festgestellt wird, keineswegs voll befriedigt werden kann. Ob daraus in den betreffenden überseeischen Gebieten zukünftig Erkenntnisse zugunsten einer weiteren Oeffnung der Grenzen für die weisse Einwanderung auch aus anderen Teilen Europas gezogen werden, muss man vorläufig auf Grund der " bisherigen Haltung dieser Staaten bezweifeln. Hierbei spielt sicherlich die Angst vor einer mangelnden Assimilationsfähigkeit solcher Einwanderer in sprachlicher und wirtschaftlicher Hinsicht die entscheidende Rolle. Und es wird zu einem guten Teil von der Haltung der bereits in den letzten Jahren nach diesen Ländern ausgewanderten Menschen abhängen, ob diese Auffassung im Laufe der Zeit einer Revision unterzogen wird oder nicht. Darin liegt auch die besondere Verantwortung der beute nach Uebersee gehenden jüdischen Menschen — und zwar gleichgültig wohin sie sich wenden — die, wie alle Berichte von draussen zeigen, ebenso gut Wegbereiter wie Hinderer einer weiteren jüdischen Auswanderung nach diesen Gebieten sein können. w .... 1. Einfluss der Umwelt In einer Reihe von Ländern ist die Frage aufgeworfen worden, inwieweit jüdische Einwanderer einer Anpassung an ihre nunmehrige zweite Umwelt fähig sind. In dieser Diskussion haben neuere Untersuchungen des Department of Anthropology der Columbia-Universität über Amerika hinaus Beachtung gefunden. Das Institut steht unter der Leitung des jüdischen Anthropologen Franz Boas, die Untersuchendes Instituts selbst, stellen eine Fortsetzung früherer Studien ihres Leiters dar, etwa der „Changes in Bodily Forms of Descendants of Immigrants" und „New Evidence in Regard to the Instability of Human Types". Boas hat bereits früher auf Grund von Schädelmessungen an Kindern von in Amerika eingewanderten Juden eine Einwirkung von Umwelteinflüssen auf das Erscheinungsbild der Menschen bejaht, freilich nicht ohne auf eine wissenschaftliche Kritik seiner Untersuchungsmethode und Ergebnisse ia stossen. Die neueren Forschungen beleuchten die Methoden des amerikanischen Instituts und sind von unmittelbarem Interesse, weil sie anthropologisch das Schicksal der jüdischen Einwanderung in Amerika mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit behandeln. Die Untersuchungen hatten neben anatomischen Studien soziale und asoziale Verhaltensweisen, etwa geistige Erkrankungen und Verbrechen bei verschiedenartigen sozialen und klimatischen Umwelteinflüssen zum Gegenstand. Neu und besonders eigenartig sind die Untersuchungen des Gebärdenspiels. Dabei wurden in Fortsetzung der früheren Arbeiten von Franz Boas neapolitanische und jüdische Einwanderer, die traditionell in „Klein-Italien" oder dem East-Side-Ghetto New-Yorks leben, sowie ihre nicht mehr traditionell gebundenen, ausserhalb dieser spezifisch italienischen und jüdischen Quartiere lebenden Abkommen untersucht. Als hauptsächliches Untersuchungsmittel diente die Filmaufnahme von Szenen des Alltags, deren Akteure sich unbeobachtet glaubten. Das reiche Material und seine Deutung durch Anthropologen. Schauspieler und Zeichner bietet einen interessanten Beitrag zur Mimik der beiden Gruppen. Es bestätigt mit modernen Mitteln die Ergebnisse früherer Untersuchungen neapolitanischer Gestik, etwa von „La mimica degli antichi investigata nel gestire napolitano" von Andrea di Jorio. Dagegen fehlten seither entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen des jüdischen Gebärdenspiels. Die vorläufige Auswertung des weitschichtigen Materials ergab spezifisch italienische und spezifischjüdische Eigenheiten der Gebärde der traditionell lebenden Menschen. Während der traditionelle Italiener etwa vorzugsweise seine Arme zur Gebärde verweudet, waren es bei dem« traditionellen Juden vorzugsweise Kopf und Finger. Die graphische Darstellung der italienischen Gestik ergab verhältnismässig einfache geometrische Formen, die der jüdischen eine Serie von 'Bewegungslinien. Die italienische Gestik etwa der Arme ist symmetrisch und gleichzeitig, die traditionell jüdische dagegen asymmetrisch, die Bewegungen folgen einander. Der räumliche Radius der italienischen Gestik ist weitläufig, während der Arm des jüdischen Menschen bis zum Ellbogen am Körper haften bleibt. Gleichzeitige Gestik sprechender Menschen ist dem Italiener fremd. Die italienische Gestik ist mehr pantomimisch, so dass es etwa 125 in Form und Inhalt übereinstimmende stehende Gesten gibt, die nicht zuletzt dem italienischen Schauspieler geläufig sind. Dagegen fehlt der jüdischen Gestik diese Tendenz zu einer malerischen Allgemeinverständlichkeit; das jüdische Vokabular der Gesten ist dürftig. Sie untermalen weniger das einzelne Wort oder den einzelnen Gedanken, sondern begleiten unterstreichend den logischen Prozess eines Gesprächs. Dagegen ergaben die anschliessenden Untersuchungen der nicht mehr traditionell gebundenen Juden und Italiener ein völliges Verschwinden der charakteristischen Einzelheiten. Das Gebärdespiel war weit weniger häufig; soweit es in Erscheinung trat, fanden sich keine wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Italienern und Juden. Nach Häufigkeit und Typus ergaben sich keine belangreichen Abweichungen von der Gestik durchschnittlicher Amerikaner. Nordamerika besteht aus lauter Einwanderern; trotz allem gibt es ein typisch amerikanisches Gesicht. Die schnelle Yankeesierung der Neueinwanderer ist eine immer wieder in die Augen fallende Tatsache. Das Verdienst der geschilderten Untersuchungen ist die ungemein gründliche wissenschaftliche Unterbauung dieses Eindrucks. F. B.-Kopenhagen M. M.WARBURG&CO. GEGRÜNDET 1797 HAMBURG FERDINAND STR. 75 BERLINER BÜRO: TIER GART EN STR. .'b In Wien fand eine Länderkonferenz für die Fragen der jüdischen WTanderfürsorge und Emigration statt. Vor den Vertretern zahlreicher grosser Gemeinden und jüdischen Organisationen der verschiedenen Länder hielt Dr. Desider Fried ma nn eine Ansprache, in der er auf die Lage jüdischer Auswanderer und die Notwendigkeit einer geregelten, produktiven Fürsorgetätigkeit auf dem Gebiet der jüdischen Emigrationstätigkeit hinwies. Der Direktor der Hias-ICA, Dr. James Bernstein, gab eine mit vielen Daten und Belegen illustrierte Uebersicht über d.e gegenwärtige Lage der jüdischen Emigration. Präsident Dr. Friedmann hielt einen Nachruf auf Felis War bürg. Es wurde eine Zentralisierung auf dem Ge-' biet der Wanderungsfürsorge erzielt, indem nunmehr Frankreich, Schweiz, Oesterreich und Ungarn zu einer interterritorialen Arbeitsgemeinschaft zusammengefasst wurden, der sich Jugoslawien. Tschechoslowakei, Italien und- Polen anschliessen. sollen.

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