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Central-Verein-Zeitung · 1937-05-20 · 20 (20.5.1937) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
20 (20.5.1937)
Date
1937-05-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seife 10 C-V.-Zeifung Nr.20 «20.Mail937 kam, machte ich' auch-• die■ Bekanntschaft von Frau Ho Ro Se. Aber wie erstaunte ich, als die bekannte chinesische Schriftstellerin mich polnisch begrüsste! Sie ist eigentlich eine polnische Jüdin, die in Paris studierte und da- William Faulkner: Wendemarke. Rowohlt Verlag, Berlin. William Faulkner, geboren 1S97, ist unter der reichen und starken Geheration jüngerer amerikanischer Erzähler vielleicht der Reichste und Stärkste, sicherlich der Härteste und Grausamste. Mit dem rasenden Strom der von ihm mit unbarmherziger Genauigkeit gesehenen und Ausdruck gewordenen Einzelheiten des menschlichen Lebens reisst er uns in einen betäubenden, niederziehenden Wirbel, reisst er an unseren Nerven, reisst .er uns wieder empor, so dass schliesslich Erkenntnis und Mitleid für das Elend der heute durch Technik, Arbeit und täglichen Aerger zermarterten Kreatur zurückbleibt. Die Hauptgeschehnisse läset er aus; er schildert nur. was vorher ist und die Wirkung der Katastrophen auf die Menschen. Faulkner, aus einer Familie südamerikanischer Beamten, Staatsmänner, Offiziere, stammend, hatte, während seines abenteuerlichen Lebens, sein Zentralerlebnis im Weltkrieg als Flieger. Zwischen schweren Arbeitsstunden als Handwerker schreibt er jetzt seine gehetzten, wütenden Romane, die das freudearme, bittere Dasein der unruhigen amerikanischen Kleinstädter in ihrer Kleinlichkeit und ihrem Grössenwahn schildern. Immer kehrt der Fliegertod in diesen düsteren Bildern wieder; in ,.Wendemarke" beherrscht er das ganze Buch, das von dem schauerlich friedlosen, gefühlstötenden. Leben der Schauflieger handelt. Sie ziehen von Ort zu Ort. sich zur Schau stellend als Kunstflieger, Wettflieger, Fallschirmspringer, „keine Menschen mehr", zu Maschinen "geworden, mit Oel statt Blut in den Adern, bis sie eines Tages zu Tode stürzen. In dem erregenden Grau dieses moralfernen Vegetierens wird eine solche Fliegergruppe schonungslos vorgeführt: der Flieger, der Springer, die Frau, die den beiden gehört, das Kind, das ihnen allen gehört, und der Mechaniker. Dieser seltsamen Familie ist ein verschrobener Reporter in Gestalt eines gespenstischen Gerippes verfallen, mit so etwas, was man Herz nennen könnte. Rauh, wild, fessellos, packend die Dinge gleichwie den Leser ist der Stil — eine neuartige zukunftsträchtige Epik, welche die Instinkte der Menschheit so verkümmert zeigt, wie sie vor Jahrtausenden unentwickelt waren. Kurt Pinihus. Alberto Älbertini: Zwei Jahre. Herbert Reichner Verlag, Wien, 1936. Der Roman eines Italieners, ein tiefes, tiefgreifendes, tief ergreifendes Buch. ■ Die Geschehnisse spielen in und um Rom während des 4. Jahrhunderts, als sich das junge Christentum durchgesetzt hatte, aber griechischrömische Kultur und Philosophie in der wohlhabenden, gebildeten Schicht noch obwaltete. Ein junger Römer, im Stand der Unschuld und Gläubigkeit, aber weltunwissender Dumpfheit, muss sterben. . . . und erreicht durch das Gebet eines glaubensstarken derb-polternden Mönchs, der trotz seiner Robustheit als Heiliger verehrt wird, dass er noch zwei Jahre, auf den Tag zwei Jahre leben darf. Was tut der junge Mensch in diesen zwei Jahren? Wie findet er sich mit seinem Schicksal und der Welt, wie die Hebraica — wird naturgemäss geschlossen in einem eigenen Teil des weiten Gebäudes verwaltet. Alle nur denkbaren Erscheinungen jüdischen Schrifttums finden sich hier. Aelteste Bibelausgaben und -kommentare, Bibelübersetzungen in fast allen Sprachen der .Welt, Predigtsammlungen, die zum Teil grossen personalhistorischen Wert haben, kabbalistische und halacbische Schriften, Midraschim, Memoiren und Briefsammlungen, polemische Werke, Belletristik, Religionsphilosophie, Parodien, Fabeln, Traumbücher, überhaupt jede Art Volksliteratur. Manche Werke enthalten Besitzervermerke bedeutender jüdischer Persönlichkeiten, wie Rabbi Akiba Eger. Auf seltsamsten Umwegen gelangten sie oft aus irgendeinem galizischen Städichen in den Besitz des Ivopenhagener Gelehrten. An Büchern, die vor 1500 gedruckt wurden (Inkunabeln) besitzt die Bibliothek elf, darunter ein Bruchstück der Mischne- Thora, wahrscheinlich in Portugal imprimiert, und einen Ritualkodex — ..Tue orach chajim" — von Soncino etwa 1490 gedruckt, mit den damals üblichen staatlichen Zensurvermerken im Text. Einen der kostbarsten Teile der Bibliothek bildet die besonders umfangreiche Responsensammlung. Unter den etwa achthundert Bänden, die auch eine wichtige Quelle zur Erforschung jüdischer Kulturgeschichte bilden, befinden sich in einer handschriftlichen orientalischen Ausgabe aus dem 13. Jahrhundert neben einer gedruckten Sammlung aus Konstantinopel (lo20 bis 1540) die Responsen von Maimonides und seinem Sohn Abraham, die als Hauptquellen für alle Arbeiten über Maimonides- Responsen angesehen werden können. Besonders reizvoll und aufschlussreich hinsichtlich der Geschichte der Juden in Dänemark ist die Responsensammlung „Scharagat Arje", die 1746 in Saloniki erschien. Darin befindet sich eine Korrespondenz zwischen zwei Rabbinern anlässlich eines Schiffbruchs bei Marstrand in Schweden im Jahre 1692, bei dem auch kurländische Juden, die sich auf der Ueberreise von Holland in ihre Heimat befanden, ums Leben mals, vor zwanzig und einigen Jahren, Herrn Ho heiratete, der jetzt ein berühmter chinesischer Eisenbahn-Ingenieur ist. Ihr Mädchenname war Rosenthal, sie chinesierte ihn in Ro Se . . . L. H. Welt und das Schicksal mit ihm ab? Dies erzählt das Buch Albertinis genau, Monat für Monat, an Hand eines Kalenders, mit dem Bericht von vielen Personen, Geschehnissen, Gesprächen: wie den bussfertigen Jüngling Leidenschaft zum Leben und zur Liebe, zu einer Geliebten packt, wie er sich losreissen will von der Irdischkeit, um sich aufs Jenseits vorzubereiten, wie er mit Gott hadert und zweifelt und die Hiobsfrage stellt, warum das Uebel und die Ungerechtigkeit in der Welt seien ... bis er geläutert und versöhnt in die andere Welt hinübergeht,. Das Buch schliesst mit einer dichterischen Vision der Unendlichkeit des Jenseits und einem religionsphilosophischen Gespräch zweier Seelen über die Wunder der Ewigkeit, deren Wesen merkwürdigerweise ziemlich genau zusammenfällt mit den Erkenntnissen der modernsten Naturwissenschaft. — Dies alles ist weniger mit äusserer als mit innerer Leidenschaft geschrieben, aus inniger Gläubigkeit, die aber Zweifel und Vernunft nicht verwirft, sondern alle Meinungen aussprechen lässt, ehe sie der ihrigen zum Siege verhilft von einem Autor, der nicht nur Dichter ist, sondern zugleich auch Philosoph, Theolog und Tröster. K. P. Robert Prechtl: Titanensturz. Saturn- Verlag, Wien. Als an dieser Stelle vor kurzem des 25. Jahrestages der „Titanic'-Katastrophe gedacht wurde, fand sich vor allem der Hinweis auf den Heldentod der alten Frau Straus, die auf die ihr gebotene Reitungsmöglichkeit verzichtete, um nach vierzigjähriger Ehe auch das Ende mit ihrem Lebensgefährten zu teilen. In Prechtls Buch, für das"die letzten 4S Stunden der „Titanic" den Rahmen bilden, gelangt auch diese Episode zu ergreifender Schilderung. Natürlich nur als eine Episode unter vielen anderen. Denn dieses Schiff mit dem übermütigen Namen, dem übermütigen Luxus seiner Ausstattung, den schroffen Gegensätzen in Stellung und La^e seiner Passagiere, seinem grausigen Untergang schliesslich, der die Unzulänglichkeit der ' Sicherheitsmassnahmen schonungslos enthüllte, ist dem Verfasser Symbol geworden für die Uebertalligkeit einer nur materielle Mächte anbetenden Epoche. So schuf er den ..Roman eines Zeitalters'4 und zeigt an den Insassen des Titanenschiffes, an ihrem Reden, Wollen und Handeln in einen Querschnitt gefasst die Kräfte, die erst dieses „Wunderwerk der Technik" und allmählich eine ganze tektonische Kulturschicht versinken Hessen. Auch eine sehr temperamentvolle Auseinandersetzung über den Zionismus, eigentlich gegen ihn, wird gerade den jüdischen Leser fesseln. Dass dieses Buch von viel kleiner Menschlichkeit, aber auch manchem stillen grossen Heldentum, nach wuchtigen wie zartesten Szenen zu verklärendem Frieden ausklingt, verleiht ihm besonderen Reiz. —I. M. A. Wiesen: Neues hebräischdeutsches Wörterbuch. Verlag Benjamin Harz, Wien—Jerusalem. Hebräisch als Sprache des modernen Lebens ist noch im Fluss und Werden. Das erklärt und rechtfertigt, dass zu den bereits vorhandenen brauchbaren Wörterbüchern immer noch neue kamen. In dieser Korrespondenz wird nun die Kopenhagener Gemeinde zum erstenmal in der hebräischen Literatur erwähnt: Gemeindevorsteher und Gemeindediener der dänischen Hauptstadt fahren nach Marstrand, um die Leichen der Ertrunkenen zu identifizieren. Spaltenweise könnte man über die Fülle seltener und seltenster Bücher berichten, die sich in der Bibliotheca Simonseniana befinden: eine Koranhandschrift in arabisch, persisch und hindu nebeneinander, einer der ersten jiddischen Drucke aus dem Jahre 1571 (die Uebersetzung der Gebete für die Hohen Feiertage), eine hebräische Bibelausgabe aus Pisa mit gedruckten jüdischspanischen Anmerkungen am Rande, die fast vollständige Responsen-Sammlung „Peri ez chajim" der Amsterdamer Talmudhochschule, die auch Spinoza besuchte, die seltene Bibelausgabe des Zacharias Crato aus Wittenberg vom Jahre 1586'87 und so fort. Daneben findet man aus neuerer und neuester Zeit eine bemerkenswerte Fülle verschiedenartigster jüdischer Literatur, besonders zahlreich u. a. Schriften der Emanzipation und Reformbewegung der Juden in Deutschland, darunter auch die geschlossenen Jahrgänge der Allgemeinen Zeitung des Judentums. Seit 1933 werden sämtliche jüdischen oder auf jüdische Dinge bezugnehmenden Schriften angeschafft, die neu herauskommen, ebenso die wichtigsten jüdischen Zeitungen und Zeitschriften der Welt. Im Sinne Professor Simonsens wird heute die Bibliothek von Dr. Rafael Edelmann verwaltet, der auf Wunsch Simonsens zur Betreuung der Sammlung von Bonn, wo er nach Besuch des Berliner Rabbinerseminars als Assistent des Orientalisten Professor Kahle arbeitete, nach Kopenhagen kam. Nach seiner Auffassung über den Wert und die Hauptbedeutung der Bibliothek befragt, erklärt mir Dr. Edelmann, dass er ihren Sinn vor allem darin erblicke, die Möglichkeit zu bieten, in einem neutralen Lande, wie es heute kaum ein anderes in der Welt gibt, fernab aller polemischen oder auch apologetischen Betrachtungsweise das Problem des Judentums in aller Objektivität und Gewissenhaftigkeit zu hinzu entstehen. So hat das vorliegende Wörterbuch von Wiesen eine innere Begründung für sich und wird seinen Zweck auch erfüllen. Das im ersten Nachtrag gebrachte Vokabelmaterial besteht nach des Verfassers Angabe — abgesehen von einigen Ergänzungen — überwiegend aus Neubildungen (zirka tausend). In dem zweiten, dem grammatischen Anhang werden die wichtigsten Flexionsformen der Verba sowie der Nomina und Partikeln in alphabetischer Ordnung angeführt. Ein dritter, begrüssenswerter Anhang bringt eine Zusammenstellung und Berichtigung der häufigsten Fehler, welche beim Sprechen und Schreiben des modernen Hebräisch gemacht zu werden pflegen. Trotz der vierzig Seiten Anhang umfasst das Wiesensche Buch " im ganzen doch hundert Seiten weniger als das wohlbekannte Wörter- Härte entscheidet Härte ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen, die im sportlichen Wettstreit fast gleichwertiger Gegner zugunsten der einen oder der anderen Partei entscheidet. Wo immer zwei in ihrer Leistung ebenbürtige Sportler aufeinandertreffen, wird derjenige die Führung erlangen, dessen Stil dem des anderen überlegen ist,"dessen bessere Technik, wenn esdarauf ankommt, auch physisches Handicap auszugleichen vermag; und der sich im gegebenen Augenblick voll auf seine Aufgabe zu konzentrieren versteht. Praktisch ist es aber so, dass heute bereits in den Kämpfen der Besten sogleich mehrere Sportler zu finden sind, die sich in diesen Grundbedingungen in nichts nachstehen. In solchen Fällen entscheidet im Kampf um den Sieg die Härte. Es gibt in der Sprache des Sportlers viele Auslegungen dieses Begriffs. Gemeint ist jedenfalls nicht diejenige, die Ausdruck roher menschlicher Kraft ist, oder gar jener oft an die Grenzen des Unerlaubten heranreichende Körpereinsatz, der dann an Stelle fehlender technischer Fähigkeiten tritt; gemeint ist vielmehr der Begriff," der äusserste Ausdauer, grössten Willenseinsatz und seelische Siegbereitschaft in sich vereint. Der Athlet, der, im Verlauf eines über seine Kräfte gehenden Wettkampfes völlig ausgepumpt, verkrampft und mutlos geworden, gerade die Absicht hat, aufzugeben, muss plötzlich Reserven spüren, die den Weg der Blutbahn, die Nerven, Sehnen und Muskeln von verbrauchten Stoffen im Augenblick freimachen und ihnen frische, ungeahnte Kräfte zuführen. Diese sich nur innerlich abspielenden Vorgänge sind äusserlich lediglich im plötzlichen Distanzieren vom eben noch gleichwertig oder überlegen erschienenen Gegner ersichtlich. Zähigkeit, Energie, Unerbittlichkeit gegen sich selbst, Kampfbereitschaft bis zum Letzten und die Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen: das ist Härte, die auch für die Vormachtstellung ausschlaggebend zu sein scheint, die der amerikanische Sport, namentlich dessen Leichtathletik, in der Welt noch immer einnimmt. Auch die jüdischen Sportler wrerden danach trachten müssen, sich diese richtig angewandte Härte zu erwerben: nach und nach in schwerem, zähem Training des Körpers und Willens; denn studieren. Das ist in der Tat in unserer so bewegten Zeit eine einmalige Chance. Kopenhagen gehört nicht zu den Brennpunkten jüdischen Lebens und jüdischer Arbeit wie etwa Jerusalem, New-York oder Berlin. Kopenhagen ist das Zentrum eines ruhigen und geruhsamen Landes, das bis zu einem sehr hohen Masse von den Krisen und Erschütterungen der übrigen Staaten verschont geblieben ist. Als „Land der Gnade" wird Dänemark im hebräischen Schrifttum bezeichnet. Land der Gnade, w-eil es wie kaum ein anderes durch die Geschichte hindurch Sicherheit und Schutz bot, freundlich und aufnahmewillig, assimilationsbereit. Wenn jüdische und dänische Forscher heute in der „Kongelige Bibliotek" in Kopenhagen zu den Werken der Simonsen-Sammlung greifen, dann tun sie es in dem gleichen freizügigen Geiste kluger Aufgeschlossenheit, in dem einst ihr Besitzer, David Simonsen, sie zusammentrug. Kunstnachrichten Im Jüdischen Museumsverein, Berlin, sprach Dr. Lydia Aschheim, Breslau, in überaus einfühlender Weise über polnisch-jüdische Maler. In Amerika und in den verschiedensten europäischen Ländern arbeiten viele dieser Künstler, und sie vertreten auf der einen Seite die in Polen sehr starke jüdische Tradition; andererseits wird die ausgesprochene Ghettokunst in Paris von Presse und Publikum gefördert, so dass nur wenige die klassische französische Note verkörpern, in den Landschaften von Ascher wird der Einfluss Corots fühlbar, in Kislings Arbeiten der Naturalismus, in Kanelbas oder Menkes' Bildern oder in den im Lichtbild vorgeführten Werken von Gottlieb, Beerman, der Mela Muther oder der Brüder Seidenbeutel der Weg gezeigt, der vom Impressionismus in die Gegenwart führt. * Im Circoio Artistico Ilalo-Romano in Mailand findet vom 15. Mai bis zum 3. Juni eine Kunstausstellung statt, die mit einführenden Worten von Raffaello Giolli eröffnet wird. Ausgestellt sind u. a. Werke von Eugen Spiro, Pablo Picasso, Jules P a s c i n , E. F r i e d 1 ä n - der, Peter Fingesten, Meta Cohn- Hendel. bueh von Gross, mit dem es sonst in Druck und Format übereinstimmt. Wie ist das möglich geworden? Erstens führt Wiesen eine stattliche Zahl von Wörtern nicht mehr auf, die sich bei Gross finden. Zweitens sieht er davon ab, gleich Gross für jede einzelne Wortform der Unterabteilung eine neue Zeile zu verwenden. Drittens" bringt er erheblich weniger Wortverbindungen, die als Redewendungen ihre eigene Bedeutung haben, wohl, weil sie ihm in ihrem Sinn unschwer erkennbar oder aus einem anderen Grunde vermeidbar erscheinen mögen. Der Referent vermag nicht zu überschauen und will nicht beurteilen, ob Wiesen mit vollem Rechte das eine weggelassen und das andere aufgenommen hat. Er ist aber überzeugt, dass das"neue Wörterbuch von Wiesen in seiner Besonderheit und in seiner schönen und festen Ausstattung Anerkennung verdient. M. A. nicht nur im sportlichen Wettstreit, sondern auch im Lebenskampf gilt es, sie mit Erfolg einsetzen zu können. M. F. Auch Gretel Bergmann verabschiedete sich Einer nach dem anderen aus den Reihen jüdischer Sportler und Sportlerinnen verlässt Deutschland, um sich in anderen Ländern, anderen Erdteilen eine neue Heimat zu suchen. Diesmal ist es Gretel Bergmann, die beste, erfolgreichste und würdigste'Vertreterin der jüdischen Sportbewegung, die uns in den nächsten Tagen verlässt, um sich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine neue Existenz aufzubauen. Wer sie ist und was sie geleistet hat? Es dürfte kaum jemanden aus der grossen Familie der am jüdischen Sport Beteiligten und Interessierten geben, der die stets lustige Sportlehrerin aus Laupheim i. Württ. nicht kennt, der nicht weiss, dass sie 1934 englische Hochsprungmeisterin wurde und der nicht stolz ihren grossartigen Erfolg von den württembergischen Meisterschaften des Deutsehen Reichsbundes für Leibesübungen 1936, wo sie mit 1,60 Meter den deutschen Rekord ,jm Frauen-Hochsprung einzustellen vermochte, im Munde führt. Gretel Bergmann ist eine überaus veranlagte Mehrkämpferin, die in zahlreichen Disziplinen Ueberragendes leistete. . Trotz ihrer vielen Erfolge — und das gerade machte sie zum Vorbild im Bereich des Sports jüdischer Frauen — blieb sie das einfache, bescheidene, stets zu kameradschaftlichen Diensten bereite Mädel, das man lieb gewinnen musste. Gretel Bergmann, leb w^ohl! Und w^enn du drüben in Amerika nach ernster, eifriger Arbeit, die du gewohnt bist, das erreicht haben wirst, was du dir zum Ziel stecktest, wenn du auci drüben an deine sportliche Siegeslaufbahn anknüpfen wirst, dann erinnere dich einmal deiner Kameraden und Freunde, die du dir hier erwarbst und deren beste Wünsche dich auf deinem Weg, bei allen deinen Starts begleiten. Manfred Friedmann. Schulsportfest in Berlin. Die Schulverwal tun? der Jüdischen Gemeinde veranstaltet ihr diesjähriges Sportfest in erweitertem Umfang. Nachdem am 23. August die Berliner Schulen in" Vorkämpfen ihre Besten ermittelt haben, kommen am 25. August zu den Berliner Vorkampfsiegern etwa 25 der sportlich besten Schüler aus dem gesamten Reichsgebiet dazu. Der amerikanische Bankier Jules Bach hat der Gemeinde New-York seine wertvolle Sammlung von Meisterwerken der europäischen Malerei zum Geschenk gemacht. Unter ihnen befinden sich Bilder von Tizian, Raffael. Bellini. Botticelli. Fra Filippo Lippi. Rembrandt, Watteau. * An der jetzt eröffneten Ausstellung „Kunst im Brünner Künstlerhaus" in^Brünn beteiligen sich unter anderen die österreichischen jüdischen Künstler: Emil Spiegel. Samuel Brunner. Freudenthal und S. S alo m o n i t s ch. Ihre Arbeiten werden in der „Neuen Freien Presse" in der Kritik von Professor Victor Oppenheimer genannt. * Martha Cohn-Lebenheim (Berlin) leel in ihrem Atelier eine umfangreiche Zeichenmappe von Berliner berufstätigen Frauen vor. Viele Blätter erfreuen durch die flotte Wiedergabe der Dargestellten, wenn man auch nicht sagen darf, das alles gleichmässig gut gelungen ist. Aber das Berufsbild der Frau von heute, das so schwierig ist, lässt sich aus den Beständen der Mappe ablesen. Eine glückliche Idee, die vielfach das Künstlerische noch übertönt. O.B. Das Sekretariat für Bildende Kunst veranstaltet im Klubheim des Jüdischen Frauenbundes, Berlin. Marburger Strasse 5, eine Ausstellung von Arbeiten von Ernst Drcyfuss (Frankfurt a. M.). Kurt L ö wenpar d (Hamburg), Max Stern (Düsseldorf). Aufführung Sonntag, 23. Mai. Besichtigung täglich von 11 bis 11 Uhr. Ausweis erforderlich. Unter dem Titel Ein Jahrhundert jüdischer Kunst plant das Berliner Jüdische Museum eine Ausstellun',' von Malern und Bildhauern der Zeit von 1830 bis 11)30. Besitzer von qualitätvollen Werken aus dieser Epoche werden gebeten, diese dem Jüdischen Museum, Berlin N. 4, Oranienburger Strasse 31, anzuzeigen. Besonders willkommen wäre die Anmeldung von Arbeiten der folgenden Künstler: Jussuff A b b o, Jankol Adler, Joseph B a t ö . Benno Becker, Kdiia rd Bendcma nn, Isaak Grünewald. Adolf I-Ierstcin, Josef Israels, Isaak Israels. Ernst Joseph son, Eugen v o n K a uler, Isidor K a u f m a n n . Moise K i s 1 i n g, Moise Kogan, Isak Levitan, Eduard Masnus, Siegmund Menkes, Jakob Nussbaum, Modigliani. Max Oppenheimer Joseph Oppenheim er, Pascin, Pissarro, Wilhelm Heinrich Schlesinger, Victor Tischler. Philipp Veit, Gert W o 11 h e i m, Eugen Neue Montane

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