Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 10 (11.3.1937)
- Date
- 1937-03-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277526--11698-2281252- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Stellung mit '4219 BesucHern trugen wesentlich zu dieser Ziffer bei. — Als Vorstandsmitglied berichtete Diplomarchitekt Rahel Wischnitz er-Berns'tein über die wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlung. In der Dis- Jüdisches Leben Ignaz Maybaum: Ezechiel und wir. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V., Frankfurt a. M., veranstaltete am 2S. Februar eine religiöse Feierstunde, zu welcher sie Rabbiner Dr. Ignaz Maybaum, Berlin, als Redner gebeten hatte. Ausgehend von der Gegenübersfellung Jesajas und Ezechiels vermittelte der Redner ein Bild des dritten der grossen Schriftpropheten, der im babylonischen Exil wirkte. Das Wort, das er in seiner ersten Predigt prägte- „Ihr, die ihr seid auf fremder Erde, Gott ist mit euch" drückt den Sinn seiner ganzen Lebenserkenntnis aus. Zum ersten Male wurde durch ihn dem Gedanken des nicht ortsgebundenen Gottesglaubens beredter Ausdruck verliehen und den Juden seiner Zeit, da der iTempel nicht mehr in der alten Form bestand und der Staat Israel zerfallen war, neuer Halt gegeben. Den im Exil lebenden und von Tempel und Heimat vertriebenen Juden zeigte Ezechiel so eine neue Sinngebung des Judentums, denn: „Wo Gott ist, ist immer ein Anfang" und „ziehen wir uns auf uns zurück und warten". H. A. F. Max Eschelbacher: Der Jude und der Mensch der Umwelt nach der Lehre des Judentums. Am 20. und 21. Februar sprach Rabbiner Dr. Max Eschelbacher (Düsseldorf) im Rahmen des Lehrhauses München über „Der Jude und der Mensch der Umwelt nach der Lehre des Judentums". Am Samstag und Sonntag nachmittag fanden Schulungskurse für Jugendführer statt. Sie beschäftigten sich zunächst mit dea angefochtenen Stellen aus Talmud und Schulchan Aruch, wobei der Grundsatz des Rabbi Jizchak ben Schechet (Ribasch) zugrundegelegt wurde, dass jeder Satz der Ueberlieferung nach Ort Zeit und Menschen zu beurteilen sei. So steht beispielsweise die Verurteilung eines Nichtjuden, der sich mit der Thora beschäftigt, als „todeswürdig" nicht in Widerspruch mit einem anderen Satz, wonach ein solcher Niehtjude dem Hohenpriester gleichzuachien sei. Vielmehr ist der erste Ausspruch nur historisch zu verstehen, wenn man bedenkt, dass er gesagt und niedergeschrieben wurde zu einer Zeit, in der die Kirche dem Judentum die Bibel absprach und sie ausschliesslich sich selbst als dem einzig „wahren Israel" zuerkannte. Im Anschluss an die Betrachtung strittiger Stellen wurden dann die Lehren des Judentums über das Verhältnis des Menschen zum Juden behandelt und zwar der Gedanke der allumfassenden Menschheit nach der Idee der Schöpfung, die Sonderung der Menschengruppen und schliesslich die jüdische Eigenentwicklung von Abraham an nach den Sätzen der Thora und talmudischen Parallelstellen. Besondere- Behandlung fand das Verbot der Mischehe aus Gründen kultischer Reinheit und die Anerkennung des Nichtjuden und des frommen Proselyten nach der 'Gesetzgebung der Thora. Der öffentliche Vortrag behandelte „Eigenwelt und Umwelt in Talmud und Schulchan Aruch". Jedes Volk, so war hier der Ausgangspunkt, gehöre der Menschheit an, aber es dürfe sich nicht verlieren. Dieser Aufgabe diene in ^/jawenerLoilwigSfeinnietz \ Nürnberger Str. 56 (neber. WoolworthJ .......' ——— das Essen zu bezahlen. Es gibt viele Schüler, die nicht ihre Schulzeit beenden können; sie werden aus ihrer Jugend gerissen, um zu verdienen, um mitzuhelfen, die Eltern zu ernähren, die vielleicht arbeitslos sind und nichts verdienen. Auch ich spüre, dass es nicht leicht ist, eine Stellung zu bekommen. Es gibt zu viele Schüler, die denselben Beruf ergreifen wollen . . . Aber wir warten und hoffen und lassen den Mut nicht sinken." Hans J., dem wir nunmehr das Wort erteilen, ist ein ungewöhnlich ernster und püichtbewussier Mensch, Typ des „guten Kameraden", in jeder Hinsicht zum Einsatz und zur Einordnung bereit: „Vor einem Jahr etwa dachte ich, dass es Zeit sei, einen Beruf zu wählen. Ich habe mich für das Schneiderhandwerk entschieden. Es kommt dazu, dass meine Eltern einen kleinen Konfektionsbetrieb haben, und ich wünsche, diesen zu übernehmen. Es ist sehr schwer für mich, eine Stelle zu finden. Sollte ich keine Stelle bekommen, so werde ich versuchen, eine Auswandererschule zu besuchen/' Ein anderer, Manfred L., lehnt es nachdrücklich ab, Illusionist zu sein: „Ich habe Interesse für Tischlerei, weiss aber nicht, ob ich dafür geeignet bin. Bis jetzt habe ich mich noch nicht nach einer Lehrstelle umgesehen, weil unsere Familie wahrscheinlich auswandern will. Ich mache mir keine Illusionen, dass ich vielleicht denke, es wird schon nicht so schlimm sein. Aber trotzdem ist es doch ein viel schöneres Gefühl, wenn man weiss, dass man seinen Eltern nicht mehr so zur Last fällt und sich einen Teil seines Lebensunterhaltes selbst verdient. So s~he ich froh und zuversichtlich einer ungewissen Zukunft entgegen." Lassen wir noch zwei Jungen zu Worte kommen. Der altbekannte und stets irgendwie tragische Konflikt zwischen persönlicher Neigung und wirtschaftlicher Notwendigkeit — ein Konflikt, der auch einer „kollektiven" Zeit wie der unseren eigen kussion ergaben sicS wertvolle Änregungen^irut - die weitere Arbeit des Museums-Vereins.Ins-: besondere wurde eine Abrabanel-Ausstellung und die eventuelle Herausgabe kunstwissenschaftlicher Veröffentlichungen angeregt der Fortführung der Thora die gesetzliche Welt der Halacha, welche Leben und Denken der Juden geprägt habe. Das Judentum sehe sich selbst im Bild Abrahams auf der Wanderung, die dem göttlichen Ruf gehorcht. So sei von Anfang an über den Wandel hebräischer und israelitischer Ausformungen hinweg das Judentum Volk und Bekenntnis zugleich. ~Das „ascher bocharbonu mikolhoamim" — die völkische Auswahl — stehe im Licht des „nosan lonu es toroso" — der überweltlichen Lehre. Immer habe das Judentum gerim, Proselyten, in seinen Kreis aufgenommen. Christus und Mohammed bahnen nach einem Satz des Maimonides wie das Judentum selbst den Weg für den König Messias. Dieser Gedanke habe es dem Juden zu aller Zeit ermöglicht, sich zu erhalten und sich in die Umwelt einzugliedern. Ca. Jakob Horovitz: Vom Wesen der jüdischen Frömmigkeit, Der Frankfurter Rabbiner sprach im Rambam-Lehrhaus, Berlin, inbesondere über Maimonides Auffassung der Frömmigkeit. Das Wort des Propheten Habakuk: „Der Fromme lebt in seinem Glauben" ist auf niemanden so gut anwendbar wie auf Maimonides. Er kannte alle Quellen des jüdischen Lebens, die Heilige Schrift wie die mündliche Ueberlieferung, Halacha wTie Haggada. Achad Haam hat ihn als Logiker bezeichnet, doch reicht diese Kennzeichnung keineswegs aus: denn Maimonides war nicht nur Jveuplatoniker, sondern auch gläubiger und frommer Jude. Die Urgewalt der Mystik wirkt in ihm nach. Das, was die moderne Religionsphilosophie als „Faszinosum" und „Tremendum" bezeichnet, war ihm wohlbekannt: „Geheimnis", „Andeutung" sind Worte, die sich bei keinem Nichtkabbalisten so oft finden wie bei Maimonides. Seine Frömmigkeit bewog ihn, die 613 Gebote und Verbote des Judentums in 13 Glaubensartikel zusammenzufassen. Stets versuchte er, zum Urgrund vorzustossen. So schuf er wohl stolze philosophische Gebäude; aber das Gegengewicht gegen den griechischen Geist bildete die echt jüdische Frömmigkeit und die Demut die noch über der Frömmigkeit steht. Mehr noch als durch seine Lehre hat Maimonides durch sein Leben ein Beispiel jüdischer Frömmigkeit gegeben. Gü. Lo. Hugo Hahn: Jehuda Halevi. Der Vortrag fand im Rahmen des Zyklus: „Sinngebung des Judentums, dargestellt an charakteristischen Gestalten unserer Geschichte" statt. Sein Bemühen ging weniger darauf aus, den Dichter Jehuda Halevi, als vielmehr den Denker und jüdischen Religionsphilosophen den Hörern nahe zu bringen. Bei aller Verflochtenheit mit der Anschauungsweise seiner Zeit darf Jehuda Halevi wegen seiner umfassenden Betrachtungsweise des Judentums als Prototyp des jüdischen Denkers angesprochen werden. In klarer Auseinandersetzimg mit den Geistesmächten, die der Religion ihren Platz und Rang im Leben des Menschen streitig machen wollen, weist er in grundlegenden Thesen nach, dass weder die Naturwissenschaft noch der ethische Rationalismus in der Lage ist — wird bei Werner C. sichtbar, einem wohlerzogenen Jungen, gutbürgerlicher Herkunft, der irgendwie einen asthenischkünstlerhaften Zug verrät. „Mein sehnlichster Wunsch*', gesteht er, „ist, Musik zu studieren; doch meine Eltern sind nicht imstande, dieses durchzuführen. Ich werde aber nie diesen Wunsch aufgeben. Ich hatte schon zwei Jahre Klavierunterricht gehabt, doch auch diesen musste ich aufgeben. Wenn sich bis zum Schulabgang die wirtschaftliche Lage meiner Eltern nicht geändert haben sollte, so dass mein Herzenswunsch nicht erfüllt wrerden kann, möchte ich Kaufmann werden. Das Wort Beruf wird oftmals falsch aufgefasst, denn unter Beruf muss man nicht eine gewöhnliche Stelle verstehen, sondern das Wort Beruf muss man sich so erklären: 3uir das kann man Beruf nennen, wenn eine innere Stimme einen zu etwas beruft, wenn eine innere Stimme sagt: ,Ich will das werden!' Mein späteres Leben male ich mir folgendermassen aus: Ich will in keiner Lage, sei sie auch noch so aussichtslos, den Mut verlieren, ich will stets strebsam sein, um in meinem Beruf als ganzer Kerl meine Pflicht zu erfüllen." Das gleiche Bekenntnis zu einem tapferen Lebensmut vernehmen wir schliesslich in der Aufzeichnung Naftali H.s, eines in Palästina geborenen Jungen ostjüdischer Abstammung, der jüdischpolitisch sehr stark interessiert ist und im übrigen eine vielversprechende Neigung und Begabung für das graphische Gewerbe besitzt: „Jeder reckt seine Arme, als wollte er sagen: ,In mir schlummert eine ungeheure Kraft, ich muss sie nur ausnützen können.' Das fühlen alle Jungen in der Klasse. Auch ich fühle diese unbändige Kraft in mir, die nicht ruhen will. Man will was schaffen, und wir werden es schaffen." Welche Schlussfolgerungen lassen sich nun aus den mitgeteilten jugendpsycho- •«fn8, Her- BioTlecta EeEre von Gott gerecht zu .werden. Zu Gott kann man nur kommen durch Gott Darum steht im Mittelpunkt seiner Judentumsbetrachtung die Lehre von der sinaitischen Offenbarung. Jehuda Halevi löst sich bewusst von den Ketten des rein logischen Gottesbeweises, um für den Gott der Geschichte im Aufbau des jüdischen Lebens Raum zu schaffen. , Auf diese Weise gelingt es ihm auch, den Begriff der „Auserwählung Israels" in seiner Gottbezogenheit für die Aufgabe Israels in der Welt herauszuarbeiten. Die jüdische Religion erschöpft sich ihm nicht nur in den ethischen Forderungen des Monotheismus, sondern sie umschliesst gleichzeitig das geoffenbarte Zeremonialgesetz, dessen Befolgung die Physis des Juden zum immerwährenden Empfang der Offenbarungslehre bereit halten soll. Israel ist der Prophet, der innerhalb der gottsuchenden Menschheit in der Galut die Lehre vom Sinai leben soll, ohne dabei vergessen zu dürfen, dass er im Heiligen Land seiner Väter religiös wurzelt und nur in der Rückkehr dorthin seiner Bestimmung entgegenreifen kann. Jehuda Halevi ist der jüdische Religionsphilosoph, der der Vielgestaltigkeit des jüdischen Lebens am ehesten gerecht wurde und in der Praxis seines Lebens die Theorie seines Judentumsbegriffes wahr gemacht hat. P. L. Siegbert Neufeld: Geschichte der jüdischen Gemeinde Elbing. Zum Abschluss seines Geschichtszyklus las Rabbiner Dr. S. Neufeld, Elbing, den Mitgliedern der Gemeinde Elbing sein druckreifes Werk: „Geschichte der jüdischen Gemeinde Elbing" vor. Der erste, der über die Preussen an der Ostsee berichtet und sie bereits als „Brus" Bezeichnet, ist der jüdische Reisende Ibrahim ibn Jakub (9. Jahrhundert). Nur sehr dürftige Mitteilungen berichten über Judenniederlassungen in Elbing im Mittelalter. Die neue Gemeinde ist erst 1783 gegründet worden, aber damit nach Königsberg die älteste in Ostpreussen, und ihre 1824 erbaute Synagoge ist die älteste nächst Königsberg. Die noch heute in Elbing vertretene Familie Riess, die zu den Gründern der Gemeinde gehört, gehört auch zu den Gründern der neuen Berliner Gemeinde 1672. Lehrhaus Köln Rabbiner Dr. Schönberger aus Aachen referierte über „Die jüdische Literatur der letzten drei Jahre". Es wurde gezeigt, dass alle echte Literatur ihre Grenze vom Erlebnis des Einzelschicksals und des Gesamtschicksals empfängt. Der Referent beantwortet die Frage nach dem, was als Wert oder Unwert vom jüdischen Blickfeld her im Umkreis des literarischen Schaffens der Juden in Deutschland nunmehr angesehen werden kann. Unter Anführung treffsicherer Beispiele wird Schauspiel und Roman, Lernliteratur und Bibelübersetzung, Jugendbuch und Lyrik, Verlag und Publikum dem Gesichtskreis des Hörers nahegebracht. Eine sehr angeregte Arbeitsgemeinschaft hielt an zwei Abenden Rabbiner Dr. Vogelstein (Koblenz) über das Thema: ,-Die frühe Richterzeit" (Ehud-Debora) ab. Er verstand es, zwischen Lehrer und Hörern den Kontakt einer echten Arbeitsgemeinschaft herzustellen. Die immittelbare Anschauung (Karten des heiligen Landes und Skizzen an der Wandtafel) wurden zur Darstellung der Handlung in methodisch geschickter Weise verwandt. Plastisch erstanden die Geschichtsbilder dieser ersten Einwanderung nach Palästina, wobei die Erfassung des Worttextes eingehend zur Vermittlung der Erkenntnisse versucht wurde. Die schwierige Sprache des Deboraliedes wurde lebhaft zum Bewusstsein gebracht. Das Kölner Lehrhaus ist beiden Rednern zu besonderem Danke verpflichtet. G. logischen Dokumenten ziehen? In welcher Hinsicht bieten sie die Unterlagen für eine Bestandsaufnahme -des Geistes und der Seele unserer Jugendlichen? Zunächst dürfen wir feststellen, dass trotz des bündischen Klimas und der „jugendbewegten" Phraseologie die Sehnsucht nach einem bürgerlichen Lebenszuschnitt, nach der Geordnetheit der älteren Generation, in manchem Jungen noch keineswegs abgestorben ist. Aber sie wissen nur zu gut, dass jene Sehnsucht nur in sehr seltenen Fällen erfüllt werden wird. Das aber ist das vorherrschende Gefühl: die Sorge um die Existenz, das bittere Bewusstsein des durch die Lebensraumnot geschaffenen Ernstes der Lage. An dieser harten Tatsächlichkeit lässt sich nicht deuteln! Deshalb unterscheidet sich diese Jugend auch in mancher Hinsicht von der vorangegangenen Generation. Infolge des Zwanges der Verhältnisse ist sie nicht nur r ealis tisch er geartet, sondern sie überwindet auch müheloser jene Wirklichkeitsfremdheit, jene Unkenntnis der Erfordernisse des praktischen Lebens, die ein notwendiges Kennzeichen jugendlichen Weltverhaltens ist. Die Härte der Zeit hat es ausserdem verschuldet, dass das für den Jugendlichen so bezeichnende Gefühl der Freiheit („die Welt steht offen") einem Gefühl der Abhängigkeit von unbekannten Mächten des Geschicks, einer anonymen Unruhe, Platz gemacht hat: diese Jugend pocht nicht auf die Erfüllung privater Sonderwünsche, sie ist aus kollektivem Erleben heraus zum Kompromiss und zur Einordnung' bereit; die Pose des umstürzlerischen Neu-Beginns, sonst gleichfalls typisch jugendlich, wird von ihr, die in der harten Schule desillusionierenden Lebensernstes auf~Tuchs, zumeist verschmäht. Ist diese Jugend „ungeistiger" als die vorige? Es wird ja allenthalben über Rückgang oder gar Verfrll der Bildung geklagt* Lernfagung des Rheinisch-Westfälischen Rabbinerverbande« Am 1. März veranstaltete der Rheinisch'« Westfälische Rabbinerverband in Köln eine ganztägige Lerntagung. Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal (Köln) zeigte an Hand des Hamatmid den sich an T'nach anlehnenden S.til Bialiks, welcher in allen seinen Dichtungen, wörtlich und andeutungsweise, immer wiederkehrt. Als Ergänzung hierzu wurde das Referat von Rabbiner Dr. Neumark (Duisburg) über Bialiks religiöse Stellung aufgenommen. Rabbiner Dr. E s c h e 1 - b a c h e r (Düsseldorf) behandelte in Form eines Schiurs die Gemoro Aboda Sara 36b/37a, die ein Problem der Apologetik bildet. Neben der Diskussion über den Text entspann sich eine Diskussion über den gegenwärtigen Sinn einer jüdischen Apologetik, die in der notwendigen Wirkung nach innen erkannt wurde. Rabbiner Dr. Schönberger (Aachen), der Vorsitzende des Verbandes, und Rabbiner Dr. Philipp (Elberfeld) besprachen Neuerscheinungen, die ein rabbinisches und theologisches Interesse beanspruchen. Dr. Kober (Köln) sprach über Gegenwartsaufgaben des Rabbiners. Bezirksrabbiner Dr. Auerbach (Recklinghausen) ergänzte ihn im Hinblick auf die rabbinische und seelsorgerische Betreuung der nach Uebersee Ausgewanderten. C. W. Vorbereitungskurse des Hebräischen Sprachvereins Breslau Seit Ostern 1935 bestehen in Breslau in loser Verbindung mit dem Jüdisch-Theologischen Seminar Ausbildungskurse des Hebräischen Sprachvereins, deren Hauptaufgabe es ist, junge Menschen zum Eintritt in ein palästinensisches Lehrerseminar vorzubereiten. Diese Kurse sind seitens der beiden Lehrerseminare in Jerusalem nicht nur als Ausbildungsstätte, sondern auch als Vorprüfungsämter anerkannt. Solche Jugendliche, die nicht die Möglichkeit oder Eignung haben, nach Jerusalem zu gehen, können nach Beendigung dieser Kurse nach zusätzlichem Unterricht eine Prüfung als Sprachlehrer ablegen, welche sie zur Anstellung an einer hebräischen Sprachschule befähigt. Anfragen mit Nachweis der allgemeinen und judaistischen Vorbildung beantwortet gern die Leitung der Kurse. Anschrift: Dozent Dr. L e w k o w i t z, Breslau, Wallstrasse 14. (Semesterbeginn 15. April.) Lehrhaus Berlin Donnerstag-Reihe: ,.A u t o r i t ä t", Schlussvortrag 11. März, 20 Uhr 30 Min., Logenhaus, Kleiststrasse 10, Max Grünewald (Mannheim): „Autorität und Gemeinschaft". Donnerstag, 18. März, 20 Uhr 30 Min., Fasanenstrasse 80 (Vortragssaal), findet eine Offene Arbeitsgemeinschaft über die Vorr tragsreihe „Autorität" statt. Montag-Reihe: „Gestaltender Bibel". Der für den 15. März angekündigte Vortrag von Leo Baeck über „Jeremias" muss ausfallen. Arbeitskreis für synagogale Musik. Dienstag, 16. März, 20 Uhr, Marburger Strasse 5/III: Antonie Lilienfeld-Lewenz: „Verzierungspraxis im religiösen Gesang." Semester-Schlussfeier: Dienstag, 23. März, 20 Uhr 30 Min., Aula, Joachimsthaler Strasse 13. Es wirken mit: der Lehrhaus-Instrumentalkreis (Leitung: Hermann Schildberger), Oberkantor Hanns John Jacobsohn, Fritz Eisenberg. Rambam-Lelirhaus. Die Arbeitsgemeinschaft von Rabbiner Dr. Alt mann ist vom 10. März auf Mittwoch, 17. März, 20 Uhr 30 Min., verlegt. Trotzdem möchten wir jene Frage nicht unbedingt bejahen. Man darf den traurigen Umstand, dass viele Zugänge zur r, Bildung verstopft snd, — die rein materielle Möglichkeit, Bildung zu erwerben — nicht mit einer allgemeinen Senkung des intellektuellen Niveaus gleichsetzen. In den Besten unserer Jugend ist nach wie vor eine echte und keimkräftige Beziehung zum Geiste vorhanden:, unserer Zukunft Unterpfand. Jugend bedeutet immei irden dw ie Verneinung des Wi 1lens zum Tod. Jeder Schönfärberei abhold, haben wir die Dokumente übei die seelische Beschaffenheit unserei Jugendlichen auszuwerten gesucht. Abel noch ist ein Charakterzug" im Seelenbild und Lebensgefühl dieser Jugend ununerwähnt geblieben: das ist die K r a f 1 d e s U e b e r wind e n s. Unsere Jugend verzehrt sich nicht in unfruchtbarem1 Ressentiment, sie ist weit davon entfernt, auf dem Trümmerfeld det bürgerlichen Saturiertheit wehleidig zu klagen, sondern von einem starker: Drang nach Produktivität erfüllt, geht sie tapfer daran, sieh im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten zu bewähren. Diese Jugend ist ein hoffnungsvolles Geschlecht. Der Geschichtsforscher und Verfasser der voi einem Jahrzehnt erschienenen „Roma Israelitica", Professor Dr. Ermano Loevinson ir Rom, der. auch den Lesern der C.-V.-Zeitung als Mitarbeiter von früher her bekannt ist, wurde in Anerkennung . seiner Verdienste um die Staatsarchivverwaltung auf Vorschlag des Regierungschefs vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien zum Grossoffizier des. italienischen Kronenordens ernannt. Im Alter von 60 Jahren ist der Professor dei Botanik an der Universität P a d u a, Dr. Achille Forti, ein bekannter Forscher auf dem Gebiet der Meerespüarizen, gestorben. — jüdischer Geist