Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 19-20 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 310 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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des vor ihm liegenden Gebetbuches. Dann gesäuerter örot wird alle sieben Tage gefolgt der zweit« Decher und das Mahl geffen. Der Tag nach dem Fest ist einem selbst. Nach dem Essen wird der dritte lustigen Abschied der ernsten Feiertage ge- Decher gereicht-. Er ist der beste und am widmet. Da zieht jung und alt schon früh Meisten gesegnete, vor und nach ihm singen aus an die Ufer des Sees. Mit Mundoorsie das große Halle! aus den Psalmen räten wohl versorgt, lagert die bunte Menge von 113 bis 130. Zum Schluß nach vier längs des Ufers, andere fahren auf den bis sechs Stunden spendet der Vater den See. Ueberall klingt Lachen, Singen zwischen vierten und letzten Lecher. Dem Abend, den summenden eintönigen Ulängen einer an welchem das passahmahl genossen wird, Art Mandoline aus ihren Reihen hervor, folgt der erste, größte Festtag der Gstern, Dis spät am Abend dauert die Fröhlichkeit, der 14. Nissan, welcher nach morgenländischem So liebens die Juden nicht allein, nein, vrauch alter und neuer Zeit mit Sonnenjeder Morgenländer ohne Unterschied der Untergang der vorhergehenden Nacht be- Religion bei seinen Festen. Genau nach ginnt. An ihm und dem letzten der sieben der Vorschrift ernst und andächtig hält er Feiertage darf niemand em Werk tun. An die religiösen Uebungen aufrecht. Aber hat den dazwischen liegenden Tagen dürfen nur er Gott gegeben, was Gottes ist, so erholt Handwerker nicht arbeiten. Raufläden sind er sich von dieser Anstrengung um so lebnur halb geöffnet. Der Sabbath-Deckel Hafter und sucht dem Leben die lichte Seite wird auch an diesen Tagen getragen. Unabzugewinnen. Jedem das Seine! Brief ‘ M a r N u b i n st e i n, B q j o t) r e n (Memelgebiet) schildert uns, wie er Purim verlebt hat. Lr schreibt. Purim habe ich sehr schon verlebt: Ms ich in die Stube trat, scholl es mir entgegen: ^Aum vlinjan gehen, Megillah hören." Sogleich machte ich mich auf den weg. Nachdem ich ungefähr zwei Minuten gegangen war. kam ich an ein Haus, in das ich eintrat. Zuerst muh man durch einen Korridor und dann kommt man in die eigentliche vetstube. Die meisten waren schon da. hier traf ich auch meine beiden Freunde. Wir begrüßten uns und berieten, wie wir bei dem Worte «haman" Skandal machen könnten. Wir kamen auf einen guten (bedanken, nämlich eine Vonbonbüchse zu holen und auf dieser herumzutrommeln. Jetzt aber kommt das schwerste.? wie sollen wir diese Büchse hereintragen, ohne daß man uns bemerkt? Doch es gelingt, wir stellen^diese vüchse in einen Winkel und Machen, als ob nichts geschehen wäre. Jetzt wird das ilbcndgebet verrichtet Nachdem das Kadisch gesagt ist, schreitet man zur Vorlesung der Megillah. Jeder van uns stellt sich an seinen Platz. Einer steht , an der vonbonbüchse uüd Harrt auf ein Zeichen, das von meinem Freunde gegeben wird. Endlich kommt der erste .haman". Sogleich setzt ein lebhastes Trampeln und Schlagen auf die r asten vonbonbüchse ein. Das stört ben Vorleser, und einer will uns das Instrument wegreißen. Doch wir lassen uns das Recht nicht nehmen und rufen ihm zu: „Purim ist ja nur einmal im Jahr!'< Daraufhin können wir es behalten und verursachen bei jedem Worte >,haman" ein Geräusch. Bald durch schrille Töne, indem wir Nußschalen zwischen zwei Finger klemmen und in diese hineinpusten, bald durch trillern. Nach Vorlesung der Megillah war die vonbonbüchse krumm und schief geschlagen. Dann begaben wir uns nach Hause, hier warten die hamantaschen schon auf uns/ die wir bald verzehren. Ick habe zu erwähnen vergessen, baß bei uns Sitte ist, beim Worte haman Geräusch zu verursachen. vajohren ist ein Dorf, in dem ungefähr 100 —150 Personen wohnen und auch einige jüdische Familien sind. Gs Kar wolpert, Kaunas, Ukmergesplentas 41, Litauen, möchte mit Var Kochba-Lesern Briefmarken tauschen. E vochner, Leipzig, verlinerstr. 64, möchte mit Var Kochba-Leser, der etwas hebräisch kann, in Verbindung treten — Dos Geld schicke bitte auf eine Zählkarte, die Dü Don Deinem Vater bekommen kannst und schreibe drauf Konto Klötzel, Nr. 82065. Berlin NW 7. 310