Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Briefe von Mannheimer Juden aus den Jahren 1695 bis 1697
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 9)
- Language
- German
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Berthold Rosenthal. Briefe von Mannheimer Juden aus den Jahren 1695 bis 1607 geforderteß Schutzgelt von der hochlöbl. Hoffcammer ferner etwaß solte geruheth werthen, kan d. H. Unß berichten. Damit Gott im Schutz befohlen. Eberbach, den 9. Novembris 1695. Im Namen Davit Levy V: Low Hayum dieseß geschrieben. Low Hayum last d. H. seine liebste wie Ich desgleichen fleißigen Grus vormelten. Mein ubel schreiben nicht vor Uhnguth auffzunehmen. Ich bin jezo nicht wohl zu paß. (Ohne Siegel) Brief IV. Davidt Levi an N. Kistenmacher, Stadtschreiber in Neu-Mannheim. Mosbach, den 26. Juni 1697. Deßen schreyben vom 2. dises mir wohl überreicht worden und dient zur antwort: waß der Pflichtleistung der 8 Ney-Mher Juden betrefft, so wirdt derr mehre Teyl jetzig Zeyt leyder arm, daß selbige schwerlich biß zurr Fforter Meß werde geschehen könen. Jedoch die 5 Rthlr. werdte ein Jeder gleichfalß derbey entrichten. Aber nach Unsern Behalt und der alten wißenschaft were es nicht so viel alß die angesetzten 5 Rthlr. Waß das Herauffkommen betrifft, so ist diese Zeyt die Gelegenheit ohnmöglich, weil die Leyte mehrenteyl nichten, wie hievor gemelt, derheim anzutreffen. Meins Dochterman opperte Bitt [an] Euer Hochedelvest, selbiges biß zur jetzige körnende Fforter Meß und unßere alda Zusamenkunft anstehen laßen, wo wir die Richtigkeit schon geschehen soll. Zu gehorsampster antwort verbleibe Euer Hochedelvest ergebenster Diener. (Das Siegel wurde beim Oetinen des Briefes zerschnitten. Die hebräische Schrift ist unleserlich. In der oberen Hälfte steht ein Krug, das Sinnbild der Leviten.) Brief V. Lemle Moyses und Davidt Levi an Stadtschreiber Kistenmacher. Mosbach, den 8. Sept. 1697. Euweres an unß ergongneß von 10. Aug. bneben dero Copia von dero hochlöbl. regirung mit beheritem respeg ersehen. Wan nun siet dero Heydelberger zursterung keiner nicht zu dem andern kommen und sinthero allerhant gelter unß ist auffgewachsen sowoll wegen daß begrebneß als anders merr, wie auch mihr erst kortz 30 gulten an unseren consesion haben zahlen mußen und dennach ferner, welches dero ganßen gemeinen Judtschafft zu nützen kombt, noch hurtig zu zahlen sent. Wan nun Mihr zu offter Mahlen dieses denen Manheimer remitirt und vormeint, ein jedero nach aller Bilichkeit daßjenige, waß ihm zukombt, guttwielig zu erlegen, aber bißhero von keinem nigs bekomen kenen, als haben Mihr zuvor schon mit dem hochedel H. borgimeinter Fugsen in Frforth schon wegen dißes underret und Er vorsprechen, daß Er alle die Freyschein woll anhero schicken beneben ein Degret, daß man keinem soll außvogen laßen, biß erst ein Jedirr entricht, soviell ihm mit Gott und rechten zukomt. Als haben Mihr solches dem hochgeertsten Herren stattschreiber dißes unßerro Meinung nicht vorhalten kenen mit Vorlangung, daß derselbe nach laut dero beyligten Spizanigation alle Freyschein soll anhero schicken. Von deno 10 aber solle der hochgeert Herr von einem Jeden 2 fl. in Entfang nemen. Den rest soll nach iberschigung dero Freyschein nach vorlangen überschigt werten. Und dan vor daß hochgeerthsten herrn Seiner vielseitigen miewaltung ganz dangbarlich er... leren. Inzwischen vorbleiben Mihr in gettlicher Enfelung und deß hochgeertsten Herrn auff jeder Zeit underdanigst zu dinen, gehorsamster... (Ohne Siegel) 106