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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 82

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Die jüdischen Gemeinden in Elsaß-Lothringen 1871 - 1918
Date
1937-01-01
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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Max Dienemann. Die jüdischen Gemeinden in Elsaß-Lothringen 1S71—1918 Lothringen erhielten Regierungsstipendien bis zu 1000 Mark jährlich für den Einzelnen. Die Seminarien unterstanden den Konsistorien. Nach ihrer Auflösung verblieb als ihr Überrest das Recht der Konsistorien zur Erteilung des Rabbinerdiploms. Zu Synagogenbauten am Ort des Rabbinersitzes leistete der Staat einen Zuschuß. Auch die bürgerlichen Gemeinden leisteten Zuschüsse. So gab z. B. zu der in den 90er Jahren erbauten Synagoge in Straßburg (1898 eingeweiht) die Stadt den Bauplatz und einen Zuschuß von 200000 Mark, der Staat 60000 Mark. Auch zu Umbauten und Reparaturen wurden Zuschüsse bewilligt, Metz erhielt 1000 Mark zur Herstellung der Orgel. Die Gemeinden Hochfelden und Oberehnheim erhielten Zuschüsse für die Erstellung des Ritualbades. Für die Synagogen in Colmar wurde der Zuschuß verweigert, weil in ihr nur französisch gepredigt wurde. Eine ganze Anzahl von Neubauten von Synagogen (41) und Betsälen (2) erstanden in der Berichtszeit. Die jüdische Bevölkerung Elsaß-Lothringens erfuhr in den 47 Jahren der Zugehörigkeit zum Deutschen Reich mannigfache Verschiebungen. Die Volkszählungen ergaben: 1871 ....... 40938 Juden unter insgesamt 1517 494 Einwohnern, 1905 ....... 31708 Juden unter insgesamt 1814564 Einwohnern, 1910 ....... 30 483 Juden unter insgesamt 1874014 Einwohnern. Einem ständigen Wachstum der allgemeinen Bevölkerung stand also ein ständiges Absinken der jüdischen Bevölkerung gegenüber,ein Vorgang, der für das ganze Reich Geltung hatte. Auf die einzelnen Bezirke verteilte sich die jüdische Bevölkerung folgendermaßen: Unterelsaß 1871 ....... 20189 (unter 588 947), 1905 ....... 16 182 (unter 686 695), 1910 ....... 15 799 (unter 700 938). Oberelsaß 1871 ....... 12 103 (unter 454 231), 1905 ....... 8 361 (unter 512 079), 1910...... . 7 689 (unter 517 865). Lothringen 1871 ....... 8 646 (unter 474 316), 1905 ....... 7 165 (unter 615 790), 1910.......7015 (unter 655 211). Vergleicht man die Zahlen der Juden in einzelnen Ortschaften, so ergibt sich ein Anwachsen in gewissen Städten, dem ein starkes Abgleiten in anderen Städten wiederum gegenübersteht. Gestiegen waren in Unterelsaß Straßburg von 3088 (1871) auf 5780 (1910), Erstein von 67 auf 139, Pfaffenhofen von 81 auf 148, Ingweiler von 267 auf 310. Man kann nicht sagen, daß hier der Zug vom Land in die Stadt vorherrschte; denn, abgesehen von Straßburg, sind es ausgesprochene Kleinstädte, die Zuwachs an jüdischen Einwohnern hatten. Ziemlich konstant blieben Benfeld 256—200, Düppigheim 123—104, Bischweiier 267—237, Hagenau 630— 611, Schlettstadt 244—248, Ringendorf 53—55. Stark abglitten — es seien, um die Aufzählung nicht über Gebühr auszudehnen, nur einzelne Städte als Stichproben genannt — z. B. Brumath 478—306, Mommenheim 261—160, Hochfelden 215—161, Schaffhausen 115—58, Bischheim 493—294, Quatzenheim 323— 132, Fegersheim 418—186, Niederehnheim 101—25, Zeilweiter 143—23, Schirrhofen 407—85, Niederbronn 243—134, Reichshofen 243—131, Ballbronn 195—35, Odratzheim 177—57, Romansweiler 191—84, Westhofen 212—135, Dambach 300—69, Epfig 141—39, Dittersweiler 180—63, Müttersholz 270—104, Lauterburg 225—63, Weißenburg 267—173. In fast allen Orten war die Zahl der Juden gesunken, dabei spielt nicht nur die Binnenwanderung und die Auswanderung nach Frankreich und ins Reich eine Rolle, sondern auch 82

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