Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 4
- Article
- Deutsche Literatur in hebräischer Übersetzung
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 6)
- Language
- German
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- Bernhard Wachstein 1× ep/1014797
- Berthold Auerbach 1× ep/1025877
- David Kaufmann 1× ep/1000043
- Franz Werfel 1× ep/1000003
- Gerhart Hauptmann 1× ep/1025102
- Guido Kisch 1× ep/1026184
- Hermann Hesse 1× ep/1025125
- Jakob Wassermann 1× ep/1005248
- Karl Emil Franzos 1× ep/1026099
- Leopold Kompert 1× ep/1026150
- Lion Feuchtwanger 1× ep/1005753
- Ludwig Börne 1× ep/1005809
- Marcus Lehmann 1× ep/1002597
- Max Brod 1× ep/1024844
- Meshulam Zalman ben Solomon Cohn 1× ep/1012487
- Thomas Mann 1× ep/1025357
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Guido Kisch. Deutsche Literatur in hebräischer Obersetzung Es ist leicht zu verstehen, daß aus der schönen Literatur vor allem Dichter und Schriftsteller übersetzt wurden und werden, deren Werke sich mit jüdischen Stoffen beschäftigen, so Ludwig Börne und Ludwig August Frankl, Berthold Auerbach und Salomon Kohn, der Verfasser des „Gabriel", Leopold Kompert und Marcus Lehmann, von Neueren besonders Karl Emil Franzos und Jakob Wassermann, Max Brod, Lion Feuchtwanger und Franz WerfeL Heinrich Heine ist erst in den achtziger Jahren in Aufnahme gekommen, die ältere Haskala fand wenig Gefallen an seinen Werken. Sie hatte sich die Aufgabe gesetzt, in ihrer Literatur das Schöne mit dem Moralischen zu verbinden und bevorzugte die didaktische Poesie oder solches Schrifttum, das aus der Stellung und Gemütsverfassung der Juden heraus eine besonders intensive Aufnahme finden konnte. Sogar Heines Gedicht „Prinzessin Sabbath", in welchem der Dichter mit genialer Intuition die biotische Bedeutung des Sabbaths für die Erhaltung des Volkes in den schwersten Zeiten erkannte und in seiner Art zur Darstellung brachte, hat in der älteren Zeit keinen Übersetzer gefunden. Die ernsten Männer, die noch im alten Ghetto wurzelten, goutierten eben Heines Art nicht. Eine rege Übersetzungstätigkeit begann für die Heineschen Werke erst in den 80er Jahren21). Vielleicht lag der Grund für ihre frühere Vernachlässigung zum Teil auch in der Schwierigkeit, Heines Dichtungen in ein hebräisches Gewand zu kleiden. Von nichtjüdischen Dichtern wurde aus den angegebenen Gründen vor allem L es sing bevorzugt, dann Schiller und Goethe. Lessings Stücke „Die Juden" und „Nathan der Weise" sind mehrfach ins Hebräische übertragen worden, von Schiller die meisten Dramen, Goethes Faust und Iphigenie, Torquato Tasso, die Leiden des jungen Werther und Hermann und Dorothea. Wie stark Schillers und Goethes Gedichte Aufnahme gefunden haben, ist vielleicht am besten daraus zu erkennen, daß sich ihrer sogar die jüdische parodistische Literatur bemächtigt hat22). Aber nicht allein die Werke der genannten Klassiker, sondern die wichtigsten Schöpfungen fast aller großer deutscher Dichter sind heute auch in hebräischer Sprache zu lesen. Die Namen Kleist, Chamisso und Hauff, Geßner und Ebers, Unland und Stifter, Gottfried Keller und Peter Rosegger, Thomas Mann, Hermann Hesse und Gerhart Hauptmann bilden nur eine Auswahl. Daß Grimms Kinder- und Hausmärchen in hebräischer Sprache ihren Zauber auf das kindliche Gemüt nicht weniger ausüben, kann nicht wundernehmen. Selbstverständlich erscheint es, daß die Schriften der großen zionistischen Vorkämpfer und Führer Pinsker, Herzl und Nordau schon bald nach ihrem Erscheinen in die hebräische Literatur eingegangen sind. Dasselbe gilt von den monumentalen Werken der modernen Wissenschaft des Judentums, deren Wiege in Deutschland stand. Die wichtigsten seien hervorgehoben: Graetz' Geschichte der Juden, Samson Raphael Hirschs Briefe über das Judentum, Zunz' Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, Güdemanns Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der abendländischen Juden während des Mittelalters, Gustav Karpeles7 Geschichte der jüdischen Literatur, Georg Caros Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und in der Neuzeit, Elbogens Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung. Außer diesen sind noch viele andere jüdisch-wissenschaftliche Werke in hebräischer Sprache erschienen. Verhältnismäßig wenig ist von Steinschneider, Steinthal und David Kaufmann übertragen worden. Von übersetzten Büchern jüdischer Verfasser, doch ohne jüdischen Inhalt, seien erwähnt: Lassar-Cohns Die Chemie im täglichen Leben, Theodor Gomperz Griechische Denker, Wilhelm Jerusalems Einleitung in die Philosophie und Lehrbuch der Psychologie. Damit ist der Blick auf die philosophische Literatur gelenkt. Auch die meisten Werke der großen deutschen Philosophen sind ins Hebräische übertragen: Leibniz, Herder, Kant (Kritik der reinen Vernunft, Grundlegung zur Metaphysik 21) Über die hebräischen Heine-Übersetzungen ausführlich Bernhard Wachstein, Bibliographisches zu Heinrich Heines 75. Todestag (oben Anm. 17), bei Schapiro nicht angeführt; vgL neuerdings S. Meiseis, Heine im Hebräischen (in: Jüdische Rundschau XLI, 1936, Nr. 13, p. 6). 22) Vgl. Israel Davidson, Parody in Jewish Literature, Columbia University Oriental Studies II, New York 1907, Index II unter „Schiller" und „Goethe", auch unter „Heine". 243