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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 242

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 4
Article
Deutsche Literatur in hebräischer Übersetzung
Date
1936-01-01
Page
Seite 242 (sequence 5)
Language
German
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Guido Kisch. Deutsche Literatur in hebräischer Obersetzung lieh verstorbene verdienstvolle jüdische Historiker und Bibliograph, eine Bibliographie der hebräischen Heineübersetzungen17). Um so dankenswerter ist es, daß jetzt der Leiter der Abteilung für semitische Literatur an der Library of Congress in Washington, Israel Schapiro, eine „Bibliography of Hebrew Translations of German Works" vorlegt18), der 1929 eine ähnliche Zusammenstellung der hebräischen Übersetzungen englischer Werke vorangegangen ist19). Der Verfasser hat sich mit der bloßen Aufzählung der Titel begnügt, ohne eine Auswertung des von ihm gesammelten wissenschaftlichen Materials — etwa in Gestalt einer ausführlichen Einleitung — zu versuchen20). Und doch gewähren die ohne jedes Begleitwort alphabetisch aneinander gereihten Titel der übersetzten Werke außerordentlich aufschlußreiche Einblicke in Geschichte und Wesen der hebräischen Übersetzungsliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts, die ihre Stoffe dem deutschen Schrifttum entlehnt hat. Die Beziehungen der neuen hebräischen schönen und wissenschaftlichen Literatur zur deutschen erfahren von hier aus eine interessante Beleuchtung. Die Bibliographie verzeichnet im ganzen 234 deutsche Verfasser, von denen zwischen 1807 und 1934 Werke ins Hebräische übersetzt worden sind. Es handelt sich um 133 jüdische und 101 nichtjüdische Autoren. Von den übersetzten Werken gehören viele der schönen Literatur an, zum großen Teil aber sind es wissenschaftliche Bücher. Der Bibliograph hat jedoch nur die in Buchform erschienenen Werke, aus Zeitschriften und Sammelwerken bloß umfassendere Arbeiten aufgenommen. Übersetzungen von Schriften unbekannter Verfasser und von kleineren Aufsätzen, namentlich einzelner Gedichte, sind von der Aufzählung ausgeschlossen worden. Die früheste unter den verzeichneten Übersetzungen ist Moses Mendelssohns Phaedon, dessen deutscher Erstausgabe aus dem Jahre 1767 im Jahre 1787 in Berlin eine hebräische Übersetzung folgte. 1789 erschien eine weitere in Brünn, 1860 eine in Johannesburg, 1882 eine solche in Warschau. Zu den frühesten hebräischen Übersetzungen, die das 19. Jahrhundert hervorgebracht hat, gehört Friedrich Gottlieb Klopstocks Tod Adams, 1817 hebräisch in Prag erschienen, und Joachim Heinrich Campes Robinsonbuch, von dem 1824 eine hebräische Ausgabe in Breslau veranstaltet wurde. 17) Bernhard Wachstein, Bibliographisches zu Heinrich Heines 75. Todestag (16. Februar 1931), Wien 1931 (Sonderdruck aus „Menorah" IX, Wien 1931); dazu Ergänzungen bei Jizchok Rivkind, Heine be-Ivrit (in: Hadoar XII, New York 1932, Nr. 22, p. 356). ") New York 1934. 19) Israel Schapiro, Bibliography of Hebrew Translations of English Works (in: Studies in Jewish Bibliography and Related Subjects in Memory of Abraham Solomon Freidus, New York 1929, pp. 182—218). 20) Diese bildet nicht die einzige kritische Feststellung, die zu Schapiros Bibliography anzumerken ist. — Zunächst sei darauf hingewiesen, daß es meine Zeit leider nicht gestattet, zu überprüfen, ob die Zahl der dort aufgenommenen Übersetzungstitel vollständig ist. Denn anders als bei Schapiros Bibliographie der Übersetzungen englischer Werke (p. 183) fehlt bei der der deutschen Bücher die Angabe, daß das zusammengestellte bibliographische Material allein die Bestände der Library of Congress in Washington umfaßt. — Die bibliographischen Angaben sind nicht gleichmäßig. Von vielen Verfassern sind Geburts- und Todesjahr mitgeteilt, bei vielen Namen fehlen aber diese zweckmäßigen Daten. Bei allen übersetzten Werken hätten Ort und Jahr der ersten Ausgabe vermerkt werden müssen. Nicht allein diese Angaben fehlen durchweg, sondern bisweilen wird sogar der deutsche Titel des übersetzten Buches ohne ersichtlichen Grund weggelassen. Im Hinblick auf die Register wäre es zweckmäßig gewesen, die Verfassernamen, wie üblich, durchzuzählen, ebenso die Titel der übersetzten Werke und der verschiedenen Übersetzungen etwa mit großen und kleinen Buchstaben zu bezeichnen. Im Registerteil vermißt man einen Index der Übersetzernamen, während sich das Verzeichnis der Verfassernamen wegen der alphabetischen Anordnung des Werkes als überflüssig erweist. 242

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