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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 165

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Ein Geschlecht von Erziehern
Date
1936-01-01
Page
Seite 165 (sequence 25)
Language
German
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Max Freudenthal. Ein Geschlecht von Erziehern dessen Schreiben an den Bruder gleichfalls dem Büchlein vorangeht, hält hei der Einfachheit des Gegenstands eine Approbation für überflüssig und mag überhaupt grundsätzlich keine Approbationen ausstellen, in diesem Falle gewiß nicht, da es sich um einen ihm so nahestehenden Anverwandten handelt. Die deutsche und hebräische Abteilung der kleinen Schrift bietet denselben Text beidemal in den Lettern des hebräischen sog. „Weiberdeutsch". Der Inhalt umfaßt in acht Kapiteln mit 60 Nummern einige Anfangsgründe der Grammatik, eine Erklärung der Monate und Festtage mit ihren Gebräuchen sowie den Gebetritus und schließt mit einer Mahnung an den Schüler zum Fleiß und nicht etwa zum ständigen Verlaß auf die Fürsorge vonseiten der Eltern, vielmehr zur selbständigen Arbeit. Moses Levi starb im Februar 1811. Endlich entstammte aus dem Hause eines weiteren jüngeren Bruders von R. Meinster, namens Elieser, genannt Lipmann, wiederum ein Geschlecht von Erziehern. Lipmann selbst, 1753 geboren, ist Handelsmann, jedoch talmudisch gebildet und auch in profanen Dingen nicht unbewandert. Er bekleidet in der Heimat das Amt des Armenvorstehers. Als seine Gattin führte er 1779 Jittle, die Tochter des Bernburger Landrabbiners Raphael Rothschild, heim, die Tochter des Vorgängers des oben erwähnten Abraham Elchanan77). Lipmann nahm als Familiennamen den seines Großvaters Salomon an. Sein ältester Sohn Salomon Salman, der ohnedies diesen Namen trug und sich später Gotthold Salomon nannte, war der bekannte Hamburger Prediger, der zuerst an der Dessauer Freischule, dann aber auch während seiner Hamburger Zeit eifrig als Lehrer, mehrere Jahre hindurch sogar als Mitdirektor einer Privatschule tätig war, auch unentgeltlich Unterricht an der Blindenanstalt erteilte. Tochter des Benjamin Neumark-Fränkel, Benjamin Berlin genannt. Dieser, ein Bruder des Dessauer und Berliner Rabbiners David Fränkel, war 1718 nach Fürth übergesiedelt und vermählte sich mit Gittel, der Tochter des Vorstehers Meir Eger daselbst. Rösle, ihre Tochter, starb zu Fürth am 12.10.1771. Im Jahre 1782 verließ Elkana, schon ein Sechziger, Fürth, um das Landesrabbinat in Bernburg zu übernehmen. In demselben Jahr ging sein ältester Sohn, Meyer Elkan Fürth, geb. 28. 10. 1746 (nicht 1752, wie Schmidt a.a.O. angegeben hat), nach Dessau. Als Gotthold Salomon die Ausgabe des Propheten Haggai 1805 dem letzteren widmete, war R. Elkana in Bernburg noch am Leben. — Der bekannte Gelehrte David Ottensosser in Fürth ist kein Bruder des Elkana, wie Löwenstein a.a.O., 2. Teil (Jahrb. d. Jüd.-Liter. Ges. VIII), annimmt. Hirsch, der Vater des Elkana, starb am 5.7.1770. David ist am 17.11.1782 geboren. ") Herxheimer betrachtet sich als den ersten eigentlichen Bernburger Landrabbiner (Abr. Geigers Wissensch. Ztschr. I, 463). Das Landrabbinat bestand jedoch schon vor der damaligen gesetzlichen Reglung. — Rafael Boas Rothschild ist nicht der Sohn des Verfassers des Werkes Aniah beleb jam, Fürth 1766, wie Kayserling a. a. O. I, 143 glaubt, sondern identisch mit diesem. Ein Verlobungsattest 1774 (Archiv der Stadt Leipzig LJ 7) unterzeichnet er ausdrücklich als Rafael Salomon Rothschild. Der Stammbaum der Familie, der bis zum Ahnherrn der Frankfurter Rothschilds reicht, ist im genannten Werke angegeben; s. Wiener, Bibl. Friedl., No. 821. Danach sind Loewenstein a.a.O., S. 98 No. 185, u. Eckstein, Gesch. d. Juden im ehem. Fürstbistum Bamberg, S. 167 ff., zu ergänzen. — Lipmann Salomon kam um Heiratserlaubnis mit der 1758 geborenen Tochter des Rafael und der Frommet Rothschild, namens Jittle, am 11.12.1778 ein (Dessauer Gemeindeakten D No. 1) und konnte den Judenschutzeid am 24.2.1779 leisten (C 15, No. 118). 1798 wurde ihm mit Rücksicht auf seine siebenköpfige Kinderschar das Schutzgeld erlassen. Die Kinder stammen sämtlich aus der Ehe mit Jittle Rothschild. Die Angabe in der Hamburger Sterbeurkunde Gotthold Salomons, dessen Mutter sei Chaja Hess gewesen, ist irrig, widerspricht den Angaben von Salomon selber und beruht wohl darauf, daß Lipmann, der 1809 bereits Witwer war, jedenfalls nochmals geheiratet hat und dies der Name seiner zweiten Frau war. 165

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