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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 164

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Ein Geschlecht von Erziehern
Date
1936-01-01
Page
Seite 164 (sequence 24)
Language
German
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Max Freudenthal. Ein Geschlecht von Erziehern Auch die Geschwister des R. Meinster harten ihren Anteil an den pädagogischen Talenten und Neigungen der Joachim Salomonschen Familie, die entweder in ihnen selbst oder in ihren Abkömmlingen zutagetraten. Das schon erwähnte Beispiel der Schwester M a 1 k a, der Mutter von Josef Wolf in Dessau, bildet nicht das einzige Zeugnis hierfür. Ein Bruder von ihnen, namens Jakob, wirkte in der Heimat Sandersleben selbst als Lehrer. „Ein stiller Mensch", lungensüchtig und deshalb von den vermögenden Juden nicht gerne als Erzieher ins Haus genommen, führte er ein kümmerliches Dasein mit Frau und Kindern, war aber trotzdem gewissenhaft genug, sein Schutzgeld regelmäßig an die Behörde abzuführen, bis er auf deren Befürwortung hin davon befreit wurde. Er starb bereits im 58. Lebensjahre72). Ein jüngerer Bruder namens Moses, der sich mit Zunamen einfach L e v i nannte, war Lehrer in Stralsund, siedelte sich dann aber als Handelsmann in Bernburg an und begründete dort eine Familie, die den Namen Benlevy annahm73). Im Jahre 1799 ließ er in Leipzig bei Breitkopf und Härtel em Büchlein für den ersten Schulunterricht drucken, das er „gründliche Anweisung für die Jugend" nannte7*). Behilflich zur Herausgabe war ihm Salomon David Unger aus Coswig, der als erster Jude einige Jahre später, 1810, Bürgerrecht in Erfurt erhielt und dessen Söhne sich dann auf schulischen und wissenschaftlichen Gebieten rühmlichst auszeichneten75). Eine stattliche Reihe von Pränumeranten aus der Nähe und Ferne, bis nach Prag hinüber — darunter viele junge Leute, auch sein Neffe Jeremias, damals in Braunschweig — sicherten den Vertrieb. Das Büchlein, das eigentlich nur zum Unterricht für die eigenen Kinder des Verfassers bestimmt war, auf Wunsch vieler Freunde jedoch weiteren Kreisen zugänglich wurde, weist nur wenige Blätter auf, muß aber, so anspruchslos es ist, wohl einem damaligen Bedürfnis abgeholfen haben. Dies zeigt die Tatsache der wiederholten Auflage und geht auch aus der Approbation des Bernburger Landrabbiners Abraham Ekhanan aus Fürth hervor, der sein Bedauern darüber ausspricht, daß eine solche Schrift nicht schon früher erschienen sei, und als Fachmann auf dem Gebiet des Buchdrucks in sehr scharfen Worten den Nachdruck verbietet76). R. Meinster, C 15, No. 118 und 121,3.—Jacob, geb. 1751, leistet den Schutzeid 6.12.1776, heiratet Preischen geb. Moses, geb. 1743. Aus der Ehe stammen drei Kinder, geb. um 1778, 1779 und 1782, darunter ein Sohn Mein Jacob stirbt 7.2.1809. Die Witwe nimmt 1821 den Familiennamen Salomon an; sie starb 5.3.1825. 7S) Eine kurze Notiz über ihn bei Schmidt, Anhalt. Schriftstellerlexikon, S.211. Steinschneider, Hebr. Bibl. a. a. O., No. 1354 hat als Heimatort irrig Sondersleben statt Sandersleben. — Moses, geb. 16.11.1758, verheiratet mit Rebekka, geb. 10.5.1760 als Tochter von Callmann und Hanna Elb, gest. Februar 1811. Ein Sohn Calm Benlevy, geb. 22.6.1796. 74) Hebr. Titel: Jesod Chinnuch Nearim; die 3. Auflage o.J. nennt als Herausgeber ihn und Levi Matthieu aus Bernburg. — Von den vier hebr. Schrifttypen — Briet-, Ketibah-, Raschi- und Weiberdeutsch — bezeichnet er die erste als „allgemeine" mit dem merkwürdigen hebr. Wort KTiwaa. 75) Der Mathematiker Efraim Salomon, der kgl. Baukondukteur und Hofagent David, der Kunsrphilosoph Manasse Unger; s. Ausführliches über die beiden ersten bei Schmidt, a.a.O., S. 544ff., und A.D.B. 39, S. 282ff.; über den letzteren A. D. B. 39, S. 218. Der Vater stammte aus Preßburg und war in Coswig eingewandert; er unterrichtete seine Kinder selbst und hatte deshalb besonderes Interesse an der Herausgabe der kleinen Schrift von Moses. Seinen Sohn Efraim sandte er später zur weiteren Ausbildung nach Dessau und in die Freischule zu Berlin. 76) Elkana Fürth, eigentlich Elkana Ottensoos, wurde als Sohn des Hirsch Abraham ben Loeb Ottensoos am 18.12.1726 in Fürth geboren, wo er sich dann mit seinem Vater und seinem Bruder Jona mehrfach in den hebr. Druckereien als Herausgeber betätigte (s. Löwenstein, Z. Gesch. d. Juden in Fürth, 3. Teil, im Jahrb. d. Jüd.-Liter. Ges. X, u. Weinberg, Gesch. d. Juden in d. Oberpfalz III, S. 186). Er heiratete im Jahre 1744 Rösle, die am 25.7.1724 zu Fürth geborene 164

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