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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 154

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Ein Geschlecht von Erziehern
Date
1936-01-01
Page
Seite 154 (sequence 14)
Language
German
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Max Freudenthal. Ein Geschlecht von Erziehern die seines Vaters jedoch wörtlich abgedruckt. R. Meinster bezeichnet das Büchlein als ein Zeugnis für das talmudische Wissen seines Sohnes, das in die Tiefe gehe, aber auch für dessen religiöse Gesinnung und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß sein eigenes Trachten und Streben, seine Kinder zu wahrhafter Gottesfurcht zu erziehen, in Erfüllung gegangen sei. Jeremias wiederum hatte sich, wie er selber ausführt, nicht die Mühe verdrießen lassen, die Urkunden und Quellen der jüdischen Lehre gründlich zu durchforschen und sich mit seinen Freunden und Kollegen darüber zu beraten. Als Gewährsmänner für die richtige und wahrhaftige Benutzung der Religionsvorschriften führt er die genannten Gelehrten an. Nach den Grundsätzen seines Lehrbuches habe er stets unterrichtet und erteile er auch jetzt Unterricht am Weyischen Seminar in Übereinstimmung mit den gleichen Anschauungen dieses Gelehrten. Seitdem Religionsunterricht in deutscher Sprache erteilt werde, seien Lehrbücher erschienen, die zahlreiche absichtliche oder irrtümliche Mißdeutungen der jüdischen Lehrsätze enthielten; andere seien in künstliche oder nachgeahmte Formen gebracht, die dem Wesen des Judentums nicht entsprächen. Eine Ausnahme bilde das auf Veranlassung des Würzburger Rabbiners Abraham Bing von dessen Schüler Dr. Alexander Behr herausgegebene Religionsbuch, das weniger auf Form, desto mehr auf positive Religion Anspruch mache40). In sehr scharfen Worten zeichnet er dann „das Bild eines Zeitalters des Indifferentismus in seiner ganzen Jammergestalt", wie es tatsächlich jene Zeitepoche der jüdischen Geschichte vielfach aufweist und ganz besonders, wie erwähnt, in Berlin zu den häßlichsten Erscheinungen geführt hatte. Es ist ein Verdienst von Männern wie Jeremias Heinemann, die nicht bloß Neuerer, sondern Erneuerer des Judentums auf historischer Grundlage sein wollten, durch ihre pädagogischen Bestrebungen in Theorie und Praxis wesentlich zur Überwindung jener für das Judentum und seine Erhaltung so bedrohlichen Erscheinungen beigetragen zu haben. Übersicht der Lehrer-Stämme _Joachim b. Salomon b. Jakob Halevi-Sandersleben_ j Malka-Dessau Moses- Jakob- R. Meinster-Sandersleben Lipmann-Sandersleben Fr. Jos. Feibusch Bernburg Sandersleben _ _ Wolf- Moses- OO Bella Jeremias- Moses- Wolf- Carl- Gotthold- Louis Emil- Dessau Hildesheim _Berlin Berlin London Göteborg Hamburg Landsberg a. W. I III Josef- ——— OO -Rebekka Marcus- Nathan- Adolf- Josef- Breslau | Berlin London Berlin Hamburg William- Berlin 40) Lehrbuch der mosaischen Religion, bearbeitet von Dr. Alexander Behr unter Aufsicht und Leitung des Oberrabbiners Abraham Bing zu Würzburg, geprüft und anerkannt vom Rabbinate zu Fürth und mehreren angesehenen Rabbinern. Mit Sr. Königlichen Majestät allergnädigstem Privilegium. München 1826. Das von Ludwig I. gewährte Privileg vom 25. 10. 1826 ist ein Nachdruckverbot auf sechs Jahre. Abraham Bing hatte von der Regierung des Untermainkreises den Auftrag erhalten, ein Lehrbuch der mosaischen Religion ihr zur Prüfung und Einführung vorzulegen. Da die vorhandenen Lehrbücher ihm nicht entsprachen, erteilte er seinem Schüler Behr den Auftrag, unter seiner Aufsicht und Leitung ein solches zu verfassen, das die Religionspflichten nach den talmudischen Quellen enthalten und alles „Fremdartige, aus Philosophemen und anderen Religionen in die unserige hineingetragene" entfernt halten sollte. Das Buch ist in katechetischer Form gehalten; die Religionsgesetze sind in solche, die Glaubenslehren und Handlungen vorschreiben, eingeteilt und werden im hebräischen Wortlaut der Quellen — Bibel, Talmud und besonders Mischneh Thorah des Maimonides — angeführt und nebenstehend übersetzt. Im Anhang sind sogar die Pfüchten in der Ehe, sowie die für die Kohanim beigefügt. Für den Elementarunterricht wurde zugleich ein Auszug unter dem Titel „Hauptlehren der mosaischen Religion" hergestellt, der, nach erfolgter Prüfung und Genehmigung durch die rabbinischen wie staatlichen bayerischen Autoritäten, auf Staatskosten herausgegeben 154

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