Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 17)
- Language
- German
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Max Freudenthal- Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. oder war kaufen annemen noch ichts darauf leihen. Wann sich dann hernach über kurtz oder lang zutruege, das wir in unsern furstenthuraben landen und gebieten vor verscheynung der fünf jar nit mer juden haben leiden noch halten wollten, so soll uns (oder unsers abwesens unser Statthalter und Rethe) diese unser freyhait gegen Nathan Juden auch nit binden, und gebieten hierauf allen und jeden unsern und genannts unsers pflegsons Haubtieuten Ambtieuten Castnern Vögten Schultheissen Burgermaistern Rethen gemeinden und sonst allen der unsern wer die sein mit ernst und willen, das ir gedachten Nataa Juden und die seinen wie obgemelt an seinen oder iren hin und wider webern bey obgemelter unser und unsers pflegsons gnad und freyhait bleiben lassen, dagegen für euch selbs und kein anders thun noch furnemen noch jemand andern zethan oder furzenemen gestatten, sonder ime und die seinen bey angezaygter unser freyhait getreulich schützen schirmen und handthaben wollet. Daran thut ein jeder unser meynung und gevallen alles getreulich und ungeverlich. Zuurkund haben wir disen brief mit unserm und als vormunder gemeinen anhangenden secret besigelt und geben zu Onolzbach am Dinstag nach -Bainfacy, nach Christi unsers lieben herrn und seligmachers geburt fünfzehnhundert und in den funfunddreissigsten jarn. a. v. Wolffstein Freyherr. S. Heller. L. v. Bendorff. G. Berchtoldt. No. Ime ist auch ein taschenbrief gegeben worden. VI. Notariatsbeglaubigung des Originalprivilegs Kaiser Maximilians II. In Gottes namen amen. Khund und wissend sey jedermeniglichen durch diß offen instrument und transumpt, dass, nachdem man zält nach Christi unßers lieben Herrn und Seeligmachers geburt 1566 jähre, in der ailften Römer zinßzahl, zu latein indictie genannt, bey regierung deß allerdurchleuchtigsten großmechtigsten unüberwindlichsten fürsten und herrn, herrn Maximiliani deß andern, erwölten Römischen kayßer, zu allen Zeiten mehrer deß reichs, in Germanien zu Hungarn und Behaim könig, ertzherzog zu Osterreich, hertzog zu Burgundt Steyer Kaerndten Crain und Wirttenberg, grave zu Habßperg Flandern und Tyroll etc., unßers allergnedigsten herrn, seiner kay. may. reich deß Römischen im dritten und der andern aller in sechtzehenden jähren, den andern tag Apprilis zwischen acht und neun uhren in der statt Augspurg und meiner gewöhnlichen bestandthausung vor mittag und mir unten bemelten notarien und den zweyen insonderheit hierzu erforderten gezeugen erschienen seind die beschaidenen Abraham Jüdt zu Furt und Jacob Jüdt von Rodt und hetten ein libell oder duplicat gemeiner jüdenschaft freyheiten conformationes mit höchstgedachter kay. may. großen anhangenden insigell in henden und requirirten mich notarien ihnen davon transumpt und vidimus zu machen und mitzuteilen, welche kayßerliche neue conformation von Worten zu wort volgenden inhaltes ist: Wir Maximilian der ander, von Gottes gnaden erwölter Römischer kayßer, zu allen zeyten mehrer deß reichs in Germanien etc. cum toto titulo bekennen öffentlich mit dießem brief und thun khund allermeniglich, daß uns gemeine jüdischeyt im Römischen reich durch ihr gesandten in glaubwürdigen schein untertheniglich haben fürbringen lassen ein Privilegium oder freyheyt brive, so ihnen, gemeiner jüdischeyt, von weyland unseren lieben herrn vettern und schwehern kayßer Carlen dem fünften hochlöblicher gedechtnuß miltiglich mitgeteilt und geben worden und von wort zu worten hernach geschrieben stehet und lautet also (es folgt das Privileg Karls V., dat. Speyer, 3. April 1544). Und uns darauf demuetiglich angerufen und gebeten, daß wir ihnen obgeschriebene Privilegien und freyheit als Römischer khayser zu erneuern zu confirmiren und zu bestetten gnediglich geruheten, deß haben wir angesehen sollich ihr demuetig zimblich bitt und darumb mit wohlbedachten muth gutem rath und rechter wissen gemelter gemeiner jüdischeit im heyligen reich obinserirte kheyser Carls Privilegien und freyheit in allen ihren worten puncten und articuln alß Römischer khayser gnediglich erneuert confirmirt und bestett u.s.w. Mit urkhund diß briefs besiegelt mit unserm kheyserlichen anhangenden insiegel. Geben in unser und deß reichs stadt Augspurgk den achten tag deß 3* 99