Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 16)
- Language
- German
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Max Freudenthal. Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. also zu recht erkant und gesprochen wurdt, dabey soll es entlich on waigerung pleiben gehalten und volzogen werden. Ine soll und mag auch nymandt uberzeugen dann nur zweien Christen und zwaien unverleumbten juden, die sein feind nit seind. IV. Aus dem Privileg für Seligmann Oeringer zur Niederlassung in Neustadt an der Aisch 1535, 8. Juni. Doch das er sein weib kinder und ungeverlich haußgesind allen unsern gemainen burgern und bauern nichts über fünf gülden auf wucher leyhen noch dergleichen contrect mit inen machen sollen on unser oder unserer ambtleut zur Neuenstatt, auch burgermaister und raths daselbst gut wissen und willen weder haimblich noch öffentlich gar in kein weiß. Wann er aber also unsern underthonen zu irer mercklichen notturft mit wissen alls obsteet leyhet (welchs anlehen jedesmals über fünf gülden nit sein soll), so mag er von einem jeden gülden die wochen einen pfening und mer nit zu gesuch nemen, alles bey verlust haubtguts und zins, auch unser ernstlichen straf leibs und guts. Für ains. Zum andern mag er und die seinen frembder herrschaft leuten und underthonen uf redliche zubringende pfand (jedoch gestolne oder andere unerbare zubrengende pfand oder hab in allweg außgenommen), wie die seien und sich bedethail derhalb miteinander vergleichen mögen, leyhen. Es soll auch kein anderer jud, wes Stands oder wesens der nach judischer Ordnung were oder sein möcht, über Seligman Oeringer juden sein weib kind und gebröte ehehalten nichts zugebieten haben, sonder ob jemand wer der oder die, sie weren Christen oder juden, in der zeyt sein anwesens zur Neuenstatt zu ime zusprechen gewönnen, so soll er vor nyemand anderm dann vor uns und unsern gerichten oder den jhenen, so wir an unser statt darzu geben oder schicken, rechts pflegen. Item er mag auch allerlay redlicher erbarer kaufmannschaft mit gewand gewurtz und andern treiben, doch das er zur Neuenstatt in der statt keins wegs gebrauch oder furneme bey verliesung des haubtguts und anderer unserer ungnad und straf. Wir lassen ime auch hiemit zu, das er allerlay artzney seinem verstand und vermögen nach treyben mag, doch das er darinnen getreuen vleis furwende. V. Nathan Juden Freyhait. Von gottes gnaden wir Georg Marggraf zu Brandenburg als für uns selbst und als vormunder etc. bekennen und thun kundt öffentlich mit disem brief gein allermeniglich, das wir Nathan Juden dise nachvolgende besondere gnad und freyhait zugesagt und gegeben haben, zusagen und geben ime auch dieselben hiemit also, das er sich mit seinem weib kinden und gebröten aigen ehalten wesentlich in unser statt gein Rott thun, daselbst fünf jarleng die nechsten nach dato dies briefs volgend heußlich wonen und sizen, auch sich seiner artzney gebrauchen und unsern underthonen zu mercklicher irer notturft, doch jedeßmals mit wissen willen und begünstigung unsers Ambtmanns oder Castners Richters Burgermaisters und Raths daselbst leyhen und von einem jeden gülden wochenlich zu wuecher oder gesuch nit uwer dann ainen Pfennig nemen soll und mag und wucher nit auf wucher schlagen, dagegen er uns jerlich und jedes jars, besonder die obgemelten jar aus, uff unsern casten zu Roth zehen gülden reinisch in guter grober muntz antworten und mit bezalung des ersten zinß anfahen uff sant Michels tag nechstkunftig. Er soll auch der ende zu Rott, da er wonen wurdt, mit baden und fleisch kaufen nach judischer gewonheit und sonst mit Steuer raysen wachen und aller anderer bürgerlichen auflag und beschwerung gleich andern unsern underthanen gehalten werden, auch in seinem hin und wider raisen in unsern furstenthumben landen und gebieten von seinem leyb haben und guetern zoll maut und andern aufsatzungen wie die unsern als Christen zegeben schuldig sein und höher nit geschätzt noch getrungen werden. In sonderhait aber soll er sich die obbestimbte zeyt, so lang er zu Rott wonen wurdet, denselben ire pfand zuverkaufen und onzuwerden, auch sich selbst kein gestolne noch geraubte guter 98