Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 15)
- Language
- German
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Max Freudinthal. Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. summer und winter cleyden, geben*) und ime also wie obgemelt in zeyt der dreyer jar aller zins Steuer und dergleichen auflag halben frey einziehen sizen und widerumb abziehen lassen, außerhalb der bürgerlichen gebrauch, damit soll es gehalten werden wie obgemelt alles getreulich und ongeverlich, und des zu urkunth ist dieser brief mit unserm anhangenden insigel besigelt und geben zu Onolzbach am Samstag nach Simonis und Jude apostolorum nach Cristy unsers Heben herrn geburt funfzehenhundert und in vierundzweinzigsten jaren. II. Revers Mosse juden, die er über obgemelte bestallung hat gegeben. Ich Mosse jud Staffelstain genannt, nachdem mich die durchleuchtigen hochgebornen fursten und herrn, herr Casimir und herr Georg als die ehesten regirenden gebrudern marggraven zu Brandenburg etc. mein gnedig herrn, drey jarlang die nechsten nacheinander volgendt zu einem artzt gen Onolzbach bestellt und aufgenommen haben laut irer fürstlichen gnaden bestell briefs von Worten zu Worten lautendt wie hernach volgt: Wir Casimir und Georg etc. bekennen und thun kunth offenlich mit diesem brief, das ich demnach iren fürstlichen gnaden für mich mein erben und die meinen bey meinem jüdischen ayd (den ich alßbald leyplich geschworen) versprochen und zugesagt hab denselben iren fürstlichen gnaden getreu und gewer zu sein irer gnaden schaden warnen fromen furdern und alles anders thon und lassen soll und will, das mir in laut obgenannter meiner gnedigen herrn bestelbriefs zuthon und zulassen gepurt, alles getreulich on all arglist und gentzlich ongeverd. Zu urkundt hab ich mit vleis erpeten den edeln und vesten Cristof von Hausen zu Bergen meinen gunstigen lieben junckhern, das er sein insigel für mich mein erben und andere die meinen wissenlich an diesen brief gehangen hat. Welicher siglung ich itztgenannter Cristof von Hausen also von bethe wegen gescheen bekenn, doch mir und meinen erben on schaden. Der geben ist zu Onolzbach am Sambstag nach Simonis und Jude apostolorum nach Cristy unsers lieben herrn geburt funfzehenhundert und in den vierundzweinzigsten jaren. III. Aus dem Privileg für Seligmann Oeringer zur Niederlassung in Crailsheim, 1524, 19. August. Doch das er von nyemandt kainen wucher neme noch durch jemandt andern von seinen wegen nemen lasse gar und gentzlich in kain weyß noch wege, sonder sich allain seiner kunst des artzeneyens und erber zimblich kaufhandlung neren. Das er sich auch gegen allen unsern unterthonen und verwonten um seiner kunst des artzeneyens umb ir zimblich gepurlich belonung gutwilliglich halten und erzaigen, und dagegen soll er uns die gemelten fünf jarlang kainen zins zegeben schuldig sein, auch von unsern underthonen zu Craylßhaim zimblich leydenlicher weyß gehalten und außerhalb gemainer bürgerlicher beschwerd zu ainig weitre dinstbarkeit nit gemussigt werden. Und ob er von uns oder unsern amptleuten zu einprengung seiner schulden hilf notturftig und darumb ansuchen wurde, soll ime durch dieselben unser amptleut von unsern wegen zum furderlichsten geburlich hilf gescheen. Und wir sollen und wollen auch gemelten Seligman Oringer jud das bestimpt jarlang mit kainer auflag weder mit leyhen noch geben wider seinen willen beschweren, und so er nach dem angezaigten jar wider von uns ziehen werde, wollen uns der nachsteuer halber gnediglich gegen im halten. Wir haben ihm auch die sonder gnad gethon, ob jemands der unsern oder sonst jemands anders, der oder die cristen weren, ichtz zu ime zusprechen gewonnen, das er vor nyemandt anderm dann vor uns oder wen wir an unser stat dartzu geben oder schicken und vor zwaien fromen Christen oder vor zwaien unverleumbten juden zu recht steen, und ob die vier nit ainig wurden, so soll unser gewalt, den wir darzu geben oder schicken, ein gemainer sein. Was auch durch dieselben *) Lang a.a.O., 1. Bd., S. 189: Der Kavalier bis zum untersten Stallknecht trug noch dieselbe Hofkleidung oder Livree, grau mit gelbem Unterfutter, nur daß der Kavalier sich durch eine Kappe unterschied. 8 n