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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 96

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 2-3
Article
Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566
Date
1932-01-01
Page
Seite 96 (sequence 14)
Language
German
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Max Freudenthal. Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. ein eigenes Privileg zum Aufenthalt in Roth erhalten hatte69), muß sein Schwiegervater um diese Zeit verstorben sein. Sein Grabstein auf dem von ihm erworbenen heiligen Boden ist nicht mehr zu entziffern. Zuletzt vergißt aber die Geschichte keinen, der dauernd Gutes geschaffen, und erhält sein Gedächtnis zum Segen auch in späteren Geschlechtern. An der Judenpolitik der Markgrafen änderte das kaiserliche Privileg wenig: Ausweisungsbefehle und Neuaufnahmen gingen nach wie vor Hand in Hand. Kaiser Maximilian II. selbst aber erwies sich auch weiterhin den Juden als wohlgesinnt und milderte vor allem die harten Ausweisungsbefehle aus Schlesien und Böhmen, nahm sie sogar für Böhmen im Jahre darauf 1567 zurück70). Urkunden I. Wie mein gnedige Herrn Mosse juden drey jar lang hieher gein Onoitzbach zuziehen begonet haben. Wir Casimir und Georg bekennen und thun kunth offenlich mit diesem brief gen allermeniglich, das wir Mosse Juden Staffelstainer genannt nachvolgender gestalt zu einem arzt gen Onolzbach zu ziehen drey jarlang die negsten aufgenommen und bestellt haben und nemblich also, Das er jetzo anfangs hieher gen Onolzbach frey einziegen und also unsern halben frey innwonen soll und mag (außerhalb der bürgerlichen gebrauch, damit soll er gehalten werden wie ein ander crist und mitburger zu Onolzbach ongeverlich), Und wann dann über und nach verscheinung der dreyer jar obgemelt wir genannten juden lenger nit behalten oder das er für sich selbst lenger zu Onolzbach nit bleyben wollt, so soll solchs zu unser jedertayls guten willen steen ime von uns Urlaub zu geben und seinenhalb zu nemen, also das er nach außgang der dreyer jar widerumb frey und unbeschwerdt von uns ziehen mag, Und darauf hat uns genannter Mosse jud zugesagt und versprochen, ist auch unser ernstlich mainung, in zeyt solichs seins dinsts kain wucherlichen handel zu treiben, weder er noch sein haußgesind, sonder sich allein mit der ertzney und ainem kaufhandel mit tuen, leywatt und dergleichen, wie ein Christ (ein solichen handel ungeverlich treybt) zu nern, auch uns unser herrschaft getreu und gewertig zu sein, unsern schaden zuwarnen und frumen zufurdern, Das er auch die drey jarlang, die er also hie zu Onolzbach ist, alls unser hofgesind nach seiner besten verstentnus und vermögen in iren krankhayten, (so die an ime gelangen und er derhalben ersucht wurdt) mit vleis getreulich ertzneyen und von solichs seins ertzneyens wegen kain belonung noch anders fordern nemen oder im zu gut nemen lassen noch in einigen weg begern soll, alle geverd und arglist darin genzlich außgeschloßen. Was aber die ertzney an ir selbst nach rechtenr tax gesteet, das soll ain jglicher (dem er also mit der ertzney dient) bezalen, und ob er yemandt ainich ertzney selbst und nit aus der apotecken gebe und sich der oder dieselben patienten beclagten, das er ine die ertzney zu theuer rechnet, soll er deßmals unser hofrethe messigung und entschaids (nach gemeinem tax zu machen) leyden und annemen on alles geverd. Und von solichs seins dinsts wegen sollen und wollen wir ime jerlich unser zwey hofkleyt, nemblich rock und kappen, wie wir die jedesmals in e9) Haenle a. a. O., Regesten Nr. 46. ™) Brann, Gesch. d. Juden in Schlesien a. a. O., SS. 185, 187; Bondy- Dworsky a.a.O., Nr. 698. 96

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