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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 92

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 2-3
Article
Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566
Date
1932-01-01
Page
Seite 92 (sequence 10)
Language
German
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Max Freudenthal. Zur Geschichte des Judenprivilegs Kaiser Maximilians II. Erlaubnis sich in Windsbach als Arzt niederzulassen51), und Nathan selbst erlangte 1542 die Verlängerung seiner Freiheit für Roth auf weitere zehn Jahre52). Diese Privilegien gewährten freilich keine Befreiung von Abgaben mehr, Nathan wurde sogar verpflichtet, solche für seinen Sohn mit zu übernehmen, falls dieser dazu nicht imstande sein würde, selbst dann, wenn Simon „sich diese Zeit auch aus Windspach nit enthalten könnt oder möcht"53). Simon wurde zudem ausdrücklich die Aufnahme fremder Juden in seinem Haus und jedes Geldgeschäft für sie und mit ihnen untersagt. Dafür erhielt sein Vater bei der Erneuerung seiner Freiheit für Roth die Erlaubnis, neben dem Geldgeschäft auch „redlich kaufhandel mit kaufen und zukaufen zue treiben; und ob sichs begebt, das gemelter Nathan jud kind ausgeben und verheyraten wurde, soll er macht haben derselben verheyraten kind eins und mer nit in sein behausung zunemen alles bis uff unser erben und nachkommen ungeverlichs widerrufen" w). Von diesem Rechte machte der Schwiegersohn Nathans, Jakob, nach dem um 1548 erfolgten Tode seines Schwiegervaters noch weiteren Gebrauch, indem er verlangte, überhaupt in dessen zehnjähriges Wohnrecht eintreten zu dürfen, was ihm denn auch unter der Bedingung zugestanden wurde, daß er das baufällige Haus Nathans wieder instand setze55). Nathan hatte also offenbar auch keine Reichtümer gesammelt Hingegen gelang es Jakob, durch seine Handels- und Geldgeschäfte zu Vermögen und großem Ansehen zu kommen; sie umfaßten einen so ausgedehnten Kreis von christlichen Familien — „viel gute und redliche Leut, edel und unedel mit stattlichem Vermögen darunter" —, daß gelegentlich einer Beschlagnahme seiner Geschäftsbücher die Behörde sich scheute, deren Namen anzuführen56). In ganz vertrauten Beziehungen stand er zu der Adelsfamilie von Schirnding, dem fränkischen Abzweig eines aus dem Vogtland stammenden Rittergeschlechts, von den Markgrafen vielfach als Amtmänner in Dienst gestellt57). Jakob besaß das Vertrauen des Christof Heinrich von Schirnding und seiner Gemahlin Elisabetha geb. von Herbeistadt in solchem Maße, daß er zum Mitvormund über deren Sohn Wolf E n - d r e s s e n von ihnen bestimmt wurde. Die Gattin des Christof Heinrich von Schirnding war eine Schwestertochter des bereits erwähnten Endreß aus dem Geschlecht von Hausen, er selbst dessen Nachfolger als Amtmann von Roth. Sie besaßen Güter zu Georgens- und Petersgmünd, die 51) Haenle a.a.O., Regesten Nr. 19. 52) Das. Nr. 13. Das fehlende Datum ergibt sich aus Regesten Nr. 30 das. Staatsarchiv Nürnberg a.a.O., Bd. VIII, Bl. 108. *«) Das. Bd. VIII, BL 303. 55) Haenle a.a.O., Regesten Nr. 30. s«) Das folgende nach Staatsarchiv Nürnberg, Landgericht ä. O. Roth, a. a. O. 57) Ueber das Geschlecht s. Biedermann, J. G., Geschlechtsregister der löbl. Ritterschaft im Voigtlande, Culmbach 1752, Tabula CCXXXVII ff. Die fränkische Linie fehlt jedoch. Ihr Eintrag in die Kgl. Bayer. Adelsmatrikel erfolgte auf Grund der nachgewiesenen Abstammung als Frank. Böhmisch uradliges Geschlecht und der nachgewiesenen früheren Reichsritterschaftlichkeit; s. Grützner, Maximilian, Bayer. Adels-Repetorium der letzten drei Jahrzehnte, Goerlitz 1880, S. 381, 444, 466 usw. 92

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