Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Die Verfassungsurkunde einer reichsritterlichen Judenschaft
Date
1929-03-01
Page
Seite 61 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2259275-2259276-2259278-2259695--2376-2259805
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Max Freudenthal. Die Verfassungsurkunde einer reichsritterlichen Judenschaft. rufen unter der Judenschafft herum und wird allemahl 1. Levi und 1. Isroel zusammen genommen, und an diesen Tagen wird die sonstige Ordnung des Aufrufens unterbrochen. 9. Das Aufrufen der Wann ein fremder Jud in Jeschoffel (den Fremden betreffent. Ort) ziehet, rufet man ihn als den jüngsten erst nach allen Balbatim (Hausherren) zuletzt auf. Und daferne einer dem andern im Aufruffen oder des Aufruffens halben einen Biasch (Beschämung) anthut, muß Er ein Viertel Pfund Wachs in Hectisch Knas (Strafe) geben, wann aber sogar Schändungen vorfallen, werden selbige bestraffet, wie im 7. punct vorgeschrieben ist. 10. Wann ein Orach oder Gast in der Schul ist und wird aus Höflichkeit aufgerufen, dass dahero ein Balbajas zurückbleiben müsste, ist selbiger hernach Chiaf (berechtigt) in folgender Wochen oder Schabbas. 11. Das Aufrufen wegen Wird einer Permizfa63), oder ein Bräutigam Hochzeit, Minien, x. oder ein Spinnholz64), oder hat eine Gevatterschafft, oder Brismühla (Beschneidung), oder das Weib gehet aus dem Kindbett, ist Er selbigen Schabbas oder Feyertag auch Chiaf (berechtigt). Damit aber keiner diese Ehre umsonst habe, muß Er 12. Mischa Borach (einen Segensspruch65), machen lassen und menater seyn (geloben) eine Gabe, die Schul in baulichen Wesen zu erhalten, worfür Er aber nur ein Viertel Pfund Wachs, sogleich nach Schabbas bezahlen solle. 6>) Barmizwah (Sohn der Pflicht) d. i. das feierliche Aufrufen eines Knaben, der 13 Jahre alt geworden ist und nunmehr als vollberechtigtes Glied der Gemeinschaft gilt. 6*) lieber Spinnholz, s. oben S. 49. <*) Ueber die Sitte des Mischeberach, s. E1 b o g e n a. a. O., S. 201—2O4. Das Aufrufen der Gäste betr. und Was davor in Hectisch zu zahlen. 61

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.