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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Die Geschichte der deutschen Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre
Date
1929-03-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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Adolf Kober. Die Geschichte der Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre. der Juden im fränkischen und deutschen Reiche bis zum Jahre 1273", deren Schlußheft im Januar 1902 der Oeffentlichkeit übergeben wurde, auf dem Gebiete der Geschichte der Juden in Deutschland nicht mehr hervorgetreten. Aber andere blieben ihr treu, so der Leiter der Zeitschrift, Ludwig Geiger2), der seine Arbeiten über die Kulturgeschichte der deutschen Juden, besonders über ihre Beziehungen zur deutschen Literatur fortsetzte, ferner J. Kracauer. Forscher, die schon vorher sich mit der Geschichte der Juden in Deutschland eifrig befaßt hatten, führten ihre Studien fort; neue traten hinzu. Besonders sind Marcus Brann3), Max Freudenthal, Leopold Löwenstein, Moritz Stern zu nennen, vor allen David Kaufmann*), der „ein Kärrner und ein Baumeister** seine vielseitige Begabung, die Lückenlosigkeit seiner Forschung, die Formenschönheit seiner Darstellung auch in den Dienst der Kulturgeschichte der Juden in Deutschland gestellt hat und in dessen Werken wohl die reifsten Früchte auf diesem Gebiete für das 17. und 18. Jahrhundert vorliegen. Ein Glück war es, daß Brann im Verein mit Kaufmann die von Graetz 1887 eingestellte „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" im Jahre 1893 wieder ins Leben rief, um der jüdischen Wissenschaft wenigstens eine Zeitschrift in deutscher Sprache zu erhalten. Die Monatsschrift hat denn auch bis heute in jedem Bande wertvolle Beiträge zur äußeren und inneren Geschichte der Juden in allen Teilen Deutschlands gebracht. Selbstverständlich fiel für unser Gebiet manches aus anderen Zeitschriften, wissenschaftlichen und populären, und sonstigen Publikationen ab, so aus der „Zeitschrift für hebräische Bibliographie" (seit 1896), aus den „Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde" (seit 1898), aus der „Revue des Etudes Juives", den „Mekize Nirdamim", aus der Zeitschrift des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens „Im deutschen Reich" (seit 1895), aus dem „Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur" (seit 1898), aus „Ost und West" (seit 1901), der „Menorah" (Wien und Frankfurt 1903). Viel Wertvolles für unser Gebiet boten die seit 1900 erscheinenden „Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler", die Aufsätze nebst Abbildungen über Synagogen, Kultgeräte, hebräische Schrift und jüdischen Buchschmuck auch in Deutschland enthalten, ferner seit 1903 das „Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft" mit zahlreichen Beiträgen zur Geschichte der Juden in Deutschland und neuerdings die „Soncino" Blätter. Aber erst mit der Gründung des „Gesamtarchiv der deutschen Juden" durch Gemeindebund und Großloge i. J. 1905, dessen Materialien mit dem ausgehenden 30 jährigen Krieg einsetzen, ist 2) s. Mitt. d. Gesamtarchivs 6. Jahrg. (1926), S. 104—106. *) s. Monatsschrift 64 (1920), S. 241 ff. *) s. Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann. 1900. 14

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