Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 1 (März 1929)
- Article
- Die Geschichte der deutschen Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 13 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Geschichte der deutschen Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre von Adolf Kober-Köln. Am 7. April 1892 faßte die Historische Kommission für die Geschichte der Juden in Deutschland den Beschluß: „Da die Arbeiten zur Ausführung des von der Kommission bei ihrer Begründung aufgestellten Programms ihrem Ende entgegengehen, die zur Verfügung der Kommission stehenden Geldmittel und Arbeitskräfte aber eine Erweiterung dieses Programms nicht gestatten, wird eine Fortführung der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" über den fünften Jahrgang hinaus zunächst nicht in Aussicht genommen. Damit hatte die einzige Zeitschrift, die die Geschichte der Juden in Deutschland systematisch pflegte, zu bestehen aufgehört. Sie war der Mittelpunkt für diese Studien von 1887 bis 1892 gewesen. Sie hat mit wissenschaftlichem Ernst die auf Veranlassung der Historischen Kommission erschienenen Publikationen vorbereitet und begleitet, ferner kritisch alles gewürdigt, was in diesen Jahren auf dem Gebiete der Geschichte der Juden in Deutschland erschienen war; nicht zuletzt waren bedeutsame Aufsätze auf diesem Gebiete in ihr veröffentlicht worden. Ueber 3i/2 Jahrzehnte sind seitdem ins Land gegangen. Von Neuem erscheint hiermit eine „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland", und gute Wünsche für einen glücklichen Fortgang begleiten sie. Da ist wohl die Frage berechtigt: in welcher Weise ist seit dem Aufhören der früheren Zeitschrift die Geschichte der Juden in Deutschland gepflegt worden, und welches sind die Ergebnisse der Forschung auf diesem Gebiete in den vorgegangenen 3i/2 Jahrzehnten. Der Vorsitzende der historischen Kommission, der Straßburger Universitätsprofessor Harry B r e s s 1 a u (1848—1926)1), von dem man noch Manches für unser Arbeitsgebiet erhofft hatte, da er durch seine' Tätigkeit in der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historie a in ständiger Berührung mit den Quellen der deutschen Geschichte stand, ist außer in der Vorbemerkung zu den „Regesten zur Geschichte x) s. den Nachruf von P. Kehr im Neuen Archiv d. Ges. f. ältere deutsche Geschichtskunde 47 (1928), S. 251—266. 13