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Hebraeische Bibliographie · 1863-03-01 · No. 32 März-April · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VI. 1863
Issue
No. 32 März-April
Date
1863-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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32 [Vf. ist als Erzähler ans dem jüdischen Leben nicht bloss weithin bekannt, sondern auch beliebt. In der Compert’schen Manier weiss er einem väterlichen Gebrauche der Juden, einem harmlosen Spruche, oder einem frommen Schritte Ideen und Farben zu Bildern von Personen, Familien und Gemeinden abzugewinnen, und sie dann in ihrem jeweiligen Verhältnisse zur politischen u. socialen Aussenwelt zu einem farbenreichen Sittengemälde der Zeit zu erheben. Wenn jüdische Leser hier Vieles, was ihnen aus ihren Jugendjahren vorschwebt, mit frommer Rückerinnerung in sin־ niger Deutung vergeistigt und geschmückt wiederfinden, so werden viele christliche Leser durch den ihnen hier geöffneten Einblick in die jüdische Häuslichkeit des vorigen Jahrhunderts zu andern IJrtheilen veranlasst werden. Aber auch viele jüdisehe Leser in Norddeutschland werden in den Erzählungen neue Sitten ihrer Glaubensgenossen erfahren, denn der Schauplatz der Erzählungen ist Süd- und West- Deutschland, dem z. B. die ״Wimpel“ eigenthümlich ist. Die Sammlung enthält 3 Erzählungen, welche die verschiedenen Phasen der jüd. Geschichte darstellen: I ״der Hofjude“ die Juden im Ghetto zu Frankf. a. M., II ״die Wimpel“ die französische Revolution an beiden Ufern des Rheins, — die Juden sind hüben und drüben ins bürgerliche und Staats-Leben eingetreten. III ״Jahrzeit und Pasuk“, der Jude mit allen während der Revolutionsjahre erworbenen Fähigkeiten für den Staatsdienst vom christl.-germanischen Staat zurückgestossen. Ueber einzelne kleine Verstösse gegen die Geschichte dürfen wir nicht mit dem Verf. rechten. Nur auf einen historischen Punkt möchte ich die Aufmerksamkeit von Fachförschern lenken: der ״Hofjnde Babbi Barmen“ soll identisch sein mit dem Rabbi Bärmann aus Halberstadt, welcher 1697 den Talmud in Frankf. a. 0. auf seine Kosten ediren liess; dies fromme Werk habe er aus Dankbarkeit gegen Gott unternommen, der ihn aus ähnlicher Gefahr gerettet, wie den treuen Knecht Fridolin in Schiller’s ״Gang nach dem Eisenhammer.“ Nach Angabe des Vf. soll Bärmann die Begebenheit in der Vorrede zur genannten Talmud-Ausgabe selbst erzählen. Allein jene Ausg. enthält keine Vorrede, wenigstens in dem von mir verglichenen Exemplare nicht. Indessen ist poetisehe Wahrheit genug in der Zusammenstellung, und dass liederliche Fürsten ihren jüdischen Finanzmeister wegen seiner Sparsamkeit bestraft, davon haben wir Beispiele genug. Ich erinnere mich auch, eine solche Geschichte aus dem Munde des sei. R. Moses Sofer gehört zu haben, der sie aber dem sparsamen Hofjuden eines verschwenderischen Kurfürsten von Sachsen zuschrieb. Es scheint wirklich eine historische Grundlage für diese Erzählung zu existiren.] (Lebrecht.) LANDSBERG, MOR. Nicht durch Macht und nicht durch Stärke. Predigt zur Einweihung d. neuen Synagoge zu Steinau a. 0. 17. Sept. 1862. 8. Steinau, Selbstverl. d. Vf. 1862. (20 S.) [139] L0EWENSTE1N, BERNH. Jüdische Klänge. Gedichte religiösen, didaktischen und lyrischen Inhaltes im jüdischen Geiste 8. Brünn, Winniker 1862. (145 S) [140] [Ein verunglücktes Product, nichts weniger als poetisch, auch Didaktisches finden wir nicht, der ״Besuch im Irrenhaus“ ist kein jüdisches Gedicht.] (Kobak.) MEYER, Sam. E., Geschichfe des Wohllhäligkeits-Vereins der Synagogen- Gemeinde Hannover. Zur lOOjähr. Jubelfeier des Vereins am 1. Januar 1862 zusammengestellt. 8. Hannover, Fridberg, 1862. (52 S., von S. 41. Anlage.) * L141] [Vgl. H. B. V, 779 •־ל wo statt Sam. C. Sam. E. zu lesen ist. — Der 2. Theil von S. 18 an enthält einige, die allgemeine jüd.‘Literaturgeschichte betr. Notizen, so namentlich S. 26 die Namen einiger bekannteren Persönlichkeiten, welche auf dem Hannoverschen Friedhofe beerdigt wurden.] (M. Kg.) NORDMANN, M. Sermon prononce ä!Inauguration du temple israelite ä Huningue, le 18. septembre 1862. 8. Bäle, impr. de Chr. Krüsi 1862. (13S.) (Kg.) [142]

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