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Hebraeische Bibliographie · 1863-03-01 · No. 32 März-April · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VI. 1863
Issue
No. 32 März-April
Date
1863-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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31 138] JOEL, M. Verhältniss Albert des Grossen zu Moses Maimonides. Ein Beitrag zur Geschichte der mittelalterlichen Philosophie. 4. Breslau, Schietter 1863. (XXVII S.) [137] [Jüdische Wissenschaft und Literatur kann nur in ihrem Wechselverhältniss zur ausseijüdischen gehörig verstanden und gewürdigt werden, und da der Einzelne nur kleinere Kreise der gesammten Wissenschaften und ihrer Literatur bewältigen kann, so müssen Monographien einen soliden Grund legen. Aus dieser, nicht genug zu beherzigenden Ueberzeugung halte ich die vorliegende Arbeit für eine sehr verdienstliehe. So weit ich, ohne eigenes Studium der Schriften des Albert, -urtheilen kann, hat der Yf. die Abhängigkeit dieses berühmten Scholastikers von Maim. in vielen Stücken nachgewiesen. Der Verf. schliesst mit einer allgemeinen Anwendung auf die mittelalterlichen Philosophen oder gar überhaupt Gelehrten, welche in ihrer Tendenz nicht unberechtigt ist. Die Schwierigkeit bei einigen mittelalterlichen Philosophen das Eigene und Aufgenommene zu scheiden, —־ wie sie z. B. Munk bei Averroes hervorgehoben — wird in der That durch ein Verfahren wie das Albert’s, in ein schlagendes Licht gesetzt. Aber Albert repräsentirt nicht den Mittelschlag. Den Mangel an ,jhistor. Sinn“ ersetzten auch mitunter andere Motive, das literarische Mein und Dein zu unterscheiden; abgesehen von den Klagen der Dichter über Plagiate (Orient XII, 374), von der Eitelkeit und Eifersucht der Einzelnen auf ihr wirkliches oder vermeintliches Verdienst, von harten Rügen gegen Diejenigen, welche mit dem fremden Kalbe pflügen — wie Roger Baco’s gegen Michael Scotus, der sich die Arbeiten des Juden Andreas zugeeignet haben soll {Jourdain-Stalir S. 144, vgl. Renan, Averro'es p. 165 ed. I, Jew. Lit. p. 84)י). So sondert Maim. selbst mit Nachdruck, was dem Aristoteles oder Galen unterschoben ist, und seinen Commentatoren ist es wegen der Originalität der jüd. Philosophie nicht gleiehgiltig, ob er bei Abfassung des Moreh schon die Schriften des Averroes gekannt habe (Catal. p. 2546); so rügt es Albalag (החלוץ iv, 86) gegen Gazzali u. Maimonides, dass sie dem Aristoteles die ihm fremden Theorien des Farabi und Avicenna beilegen (vgl. den zweifelhaften Ausdruck in Kusari IV § 25 S. 361 ed. Cassel) — beinahe 600 Jahre vor Munk (Melanges, p. 361). Hingegen ist der Begriff dessen, was literarische Ehrlichkeit erfordere,, stets in subjectiver Weise nach einem und dem anderen Extrem hin ׳aufgefasst worden, und müssen nur Individuen, nicht Zeiten und Klassen dafür einstehen. — Im Einzelnen bemerke ich noch, dass die lat. Uebersetzung des Moreh (S. II) schon von dem Commentator Mose b. Salomo aus Salerno, wahrscheinlich um 1240, benutzt worden 2). Ueber Isak Israeli {Catal. p. 1113-24) sollte Hr. Joel sich aus den zugänglichen Schriften ein selbstständiges Urtheil bilden. Für die Identität des Joh. Avendeatb mitlbnDaud (schon Jüd. Lit. S. 349) habe ich einen neuen Beleg in der Widmung des Plato aus Tivoli gefunden {Les ouvrages du prince Boncompagni, Rom 1859 p. 8). Was hier (S. III) aus Maschallah’s ״de sphera motau berichtet wird, ist gerade entgegengesetzt dem, was er in dem Werke de scientia motüs orbis (vgl. Cat. p.1679) von der Unveränderlichkeit desHimmels lehrt; so dass man improbat für probat lesen möchte. Ich habe leider Averroes’ de subst. orbis nicht zur Hand und meine HS. der hebr. Uebers. ist sehr unvollständig. S. XXV das Bild von der Wärme und dem Schatten u. s. w. hat auch Menachem (bei Pinsker II, 49) dem Maimonides (II, 20) entnommen, wie ich Aehnliches schon HB. IV, 46 A. 3 bemerkt.] KRAEMER, SIMON, israelitische Erzählungen 8. Fürth, Gusdorfer. 1862 (210 S.j [138] *) Ehrlicher war freilich der Vf. des מלמד (s. Vorr.) gegen Michael selbst. *) Jew. Lit* * p. 297 n. 14 a. Wahrscheinlich kannte er sie nur durch Nicolo di Giovenazzo, welchen er bei seiner Arbeit zu Rathe zog, wie er anderseits mit verschiedenen christl. Gelehrten umging u. disputirte. Ich komme auf diesen interessanten ersten Commentator des Moreh . (in Italien) u. Polemiker anderswo zurück. Hier möchte ich nur die Frage aufwerfen, ob nicht die lat. Uebers. des *Moreh durch FriedrichH. veranlasst worden?

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