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1 II MITTEILUNGEN WMHUUBBBänJSsBt&tMBBBBMBSKUBBBXBKM 1929 11 DER LIGA FÜR DAS ARBEITENDE Juni %§ PALÄSTINA IN DEUTSCHLAND Die Liga für das arbeitende Palästina in Deutschland hat die Aufgabe, die sozialistisch gesinnten Juden mit dem Aufbauwerk der jüdischen Arber terschaft in Palästina zu verbinden. Die Förderung des Aufbaus der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina in sozialistischem Geiste durch die Liga kann nur dann wirklich fruchtbar werden, wenn die Verbindung zwischen den sozialistischen Juden in Deutschland und in Palästina sich gründet auf einer Kenntnis der Wirklichkeit und der Probleme des Lebens und der Arbeit in Palästina.
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Darum rufen wir alle, die sich mit diesem 2iel solidarisch wissen auf, die diesjährige Aktion des Palästina- Arbeiter-Fonds mit allen Kräften zu unterstützen. Der Palästina-Arbeiter-Fonds ist seit dem dritten Kongreß der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation (Histadruth Haowdim Haklalith) von dieser übernommen und somit gemeinschaftliches AVerk aller jüdischen organisierten Arbeiter in Palästina ohne Unterschied der Partei geworden. … Aber sein Ziel ist groß. Der Palästina-Arbeiter-Fonds (baut nicht von heute auf morgen, obwohl er viel tägliche Not zu lindern hat. Der Palästina-Arbeiter- Fonds baut für die Zukunft einer starken palästinensischen Arbeiterschaft.
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Sind aber sie die einzigen im Judentum, die das Arbeiterjwerk. in Palästina überrascht hat und zum Umlernen zwingen muß? Ware», nicht auch andere jenseits der zionistischen Welt auf ein anderes Bild der zionistischen Verwirklichung gefaßt, werden auch sie sich nicht veranlaßt fühlen, an der Hand des Arbeiterwerkes in Palästina ihre Stellung zum Zionismus und zu Palästina einer Revision zu unterziehen? … All diese Kräfte zu festigen und aneinanderzureihen, von jenseits des Ozeans und von diesseits, im Westen Europas und im Osten und aus ihnen einen sicheren Stützpunkt für das jüdische Arbeiterwerk in Palästistina zu schaffen, ist die Aufgabe des Kongresses und der von ihnf. zu schaffenden Weltliga für das arbeitende Palästina. Und noch etwas. Manche der zionistischen Freunde des arbeitenden! Palästina sehen sich in der Tat verpflichtet, den Rückzug mitzumachen, weil sie wirklich der Meinung sind, daß das Arbeiterwerk im Laräclr nicht geglückt ist.
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Die Verbindung führt dazu, daß das jüdische Kapital Mittel zum Aufbau von sozialistischen Genossenschaften in Palästina zur Verfügung stellt. Palästina als englisches Mandatsland mit jüdischer Einwanderung bewirkt, daß die englische Verwaltung gegenüber der arabischen Bevölkerung nicht ein rücksichtsloses Kolonialregime einführen kann, sondern sich immer wieder auch der Kritik des in Europa aufgewachsenen jüdischen Arbeiters gegenübersieht. … Nur wer den Aufbau jetzt nicht will, kann dagegen sein, daß die starke jüdische Eenaisasncebewegung des Zionismus, daß die sozialistisch entschiedene, kampfes- und opferbereite Arbeiterschaft sich nicht derjenigen Mächte bedient, ohne die ein jüdisches Palästina jetzt nicht sein kann: ohne die Zustimmung der nolitischen Macht, die die Herrschaft über Palästina hat und ohne Hilfe der wirtschaftlichen Macht, die einen nennenswerten Anteil der Mittel zum Aufbau beisteuert.
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„Der Weg des Geistes")» Auch hier wird also wie bei Buber die jüdische Galuth in den Erneuerungsprozeß mit einbezogen. Die Galuth wird die neue Gemeinschaft in Palästina bauen helfen und dadurch direkt — sowie indirekt — durch die kulturelle Rückstrahlung Palästinas in den Erneuerungsprozeß einbezogen* Palästina ist das zunächst zu schaffende Herz, die Diaspora schaltet sich bei diesem Schaffensprozeß wie von selbst in den zionistischen Blutkreislauf ein und wird durch das Herz mitgespeist. … „Nach dieser Meinung wird gerade die Wiedergeburt eines national-geformten Judentums in Palästina die endgültige Einordnung der Exiljuden in den nationalen Organismus der „Wirtsvölker" wesentlich erleichtern. „Eine Kluft wird sich zwischen Palästina und der Diaspora auftun."
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In dem folgenden Aufsatz „Alijah der Kinder" führt M. Schenhabi den Gedanken aus, Schulkinder nach Palästina zu bringen und dort zu erziehen. Er weist darauf hin, daß vor dem Krieg Palästina immer mehr ein Zentrum der Erziehung wurde, wohin jüdische Eltern aus der Golah ihre Kinder schickten. … Bei der großen Masse der in der Jugendbewegung vereinigten Jüngeien mit dem Willen zur Ohaluziuth sei die Ueberführung einer möglichst großen Anzahl von ihnen nach Palästina und deren Einordnung in das Erziehungswerk des Kibuz in Palästina eine eminent praktische und dringende Aufgabe der Bewegung in der Galuth, der sie von nun ab ihre Kräfte widmet.
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Dieser Augenblick zeichnet das gesamte Palastina aus. Dieser Lebenswille eucht seine Kunstform und diese 60.11 das wirkliche Theater .sein. Das hebräische Theater in Palästina soll profan sein. … Das Thema und Sujet soll nicht nur das naheliegende Erlebnis von Palästina sein, sondern auch das allgemeine Weltgeschehen, denn Palästina darf keine vereinzelte geschichtliche Episode bleiben, es will in der großen Front des menschlichen und sozialen Fortschrittes seinen wichtigen Platz finden.
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Palästina als eine Wirklichkeit mitbeeinflussend und mit bestimmend gewesen ist. Ganz klar, daß daher für unsere zionistische Entscheidung das Schicksal Palästinas vielleicht von größerer Bedeutung ist, also für diejenigen, die auch schon ohne dies reale Palästina Zionisten geworden sind. Gerade weil für unsere Zionistwerdung Palästina mitbestimmend gewesen ist, ist unser Zionismus untrennbar verknüpft mit dem Streben nach Erneuerung unserer Gesellschaftsform gemäß den Idealen des Sozialismus.
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Die Schwierigkeiten des Zusammenlebens von West- und Ostjuden sind häufig unverhältnismäßig übertrieben worden. Die Erfahrungen (Blau-Weiß in Palästina) sind darum nicht durchaus brauchbar, weil es ja schließlich auf einem andern Gebiet liegende Tatsachen waren, die das Einleben deutscher Chaluzim in Palästina zum Scheitern brachten. … Auch für die Eingliederung des deutschen Chaluz in Palästina wäre es verhängnisvoll, wenn er von der grundlos übertriebenen Schwierigkeit ausginge, mit Ostjuden zusammenzuleben.
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II Soeben erschienen: Die arbeitende Frau in Palästina Preis 6 Schilling von Ada Fischmann Das über 200 Seiten enthaltende Buch, dem eine Reihe von Bildern, Statistiken und Diagrammen beigegeben sind, gibt einen umfassenden überblick über die Entwicklung der jüdischen Arbeiterinnenbewegung in Palästina seit ihren ersten Anfängen und bildet damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des neuen jüdischen Gemeinwesens. … Rüssel Str., London WC/t und Moazath Hapoaloth, Tei-Aviv (Palästina) P. O. B. 303 DIE DEUTSCHE WOCHENAUSGABE DES „DAWAR" BESTEHT NUNMEHR SEIT ACHT MONATEN. Nicht für, vorübergehende Ziele und nicht für eine begrenzte Zeit wurde sie geschaffen.
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Gemeinsam mit der Anstrengung des jüdischen Arbeiters, in neue Arbeitszweige einzudringen und neue Arbeitsquellen zu ersehließen, neue Arbeifcsberufe in der Industrie zu erlernen, den Regierangsmarkt und den arabischen Arbeitsmarkt zu erobern, haben sie dazu geführt, daß wir gegenwärtig auf der Schwelle der absoluten Sanierung der Arbeitslage und vor einer neuen Einwanderung stehen. H. Frumkin. FÜR DAS ARBEITENDE PALÄSTINA GRÜNDUNGSKONFERENZ DER LIGA FÜR DAS ARBEITENDE PALÄSTINA IN DEUTSCHLAND BERLIN 1929 Soeben erscheint der Bericht über die Gründungskonferenz der Liga für das arbeitende Palästina in Deutschland. … Georsr Lubinski, Berlin, für die Mitteilungen der Liga für das arbeitende Palästina: Dr. Georg Landauer, Berlin. Alle Aufsätze, soweit sie namentlich gezeichnet sind, sind Ausdruck der Meinungen ihrer Veifasser.
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Aber auch die Linie des klassischen Poale-Zionismus, der das arbeitende Palästina als das einzige Zentrum der jüdischen Bewegung aufstellt, können wir nicht mitmachen. (Der Poale-Zionismus in Theorie und Praxis hat nie diesen Standpunkt „nur Palästina" vertreten. … Landwirtschaftliche Kolonisierung auf sozialistischer Basis muß nicht nur für Palästina allein gelten, sondern diese Idee muß hineingeschleudert werden in die jüdischen Massen aller anderen Länder. Es muß auch eine Hachscharah geschaffen werden, für die Arbeit in der Galuth.
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Unterdrückter Jude — sein. Von mir weiß ich sicher: mich könnte Palästina nicht fesseln. Ich liebe die Stadt, die Quelle der Kultur, ich liebe Berlin, London, Wien, die Großstadt, die Weltstadt. … Oder man muß in Palästina metaphysisch werden, um dort überhaupt leben zu können. Das Leben ist schwer in Palästina und der Mensch wird von der Natur noch mehr beherrscht als der Mensch die Außenwelt, die Natur beherrscht.
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Geht man diesen Fragen tiefer nach, so kommt man zur Aufzeigung von zwei Spannungsverhältnissen: Der Kückgang der Zahl der Chaluzim heruht zweifellos auf der Verschlechterung der Verhältnisse in Palästina. Je mehr einer an bürgerlicher Sicherung aufzugeben hat, desto schwerer entschließt er sich in Zeiten schwierigerer Lebensbedingungen in Palästina» einen körperlichen Beruf zu ergreifen. … Auf der anderen Seite erhielt der Euf nach politischer Betätigung der Aelteren, und zwar aller Aelteren, einen Ausdruck und eine Erfüllung in dem Beschluß des Bundes, sich an den Arbeiten für die Schaffung einer Liga für das arbeitende Palästina aktiv zu beteiligen. AUFRUF Föß DEN PALÄSTINA-ARB ESTER-FONDS Der Palästina-Arbeiter-Fonds ruft alle seine Freunde und Verbündete zu neuer Aktion.
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Gerhard Holdheim: Palästina Idee — Probleme — Tatsachen Broschiert M. 3,50, gebunden 4,80 C. A. Schwetschke. Holdheims Buch ist in doppelter Beziehung wichtig für uns: Es ist einmal als Informationsquelle über Palästina, das andere Mal als fetzte Formulierung von Anschauungen einer bestimmten Gruppe im Zionismus zu werten. … Im ganzen wird der zionistische Gegner aus dem Buche erkennen, daß das Palästinawerk auch in seiner heutigen Gestalt, so wie es ist, weder für den nichtzionistischen Reisenden noch für die „Weif' einer besonderen Aufmachung bedarf. PALÄSTINA-JUGENDFAHRT 1929. Wir machen unsere Leser und Freunde darauf aufmerksam, daß genau wie im Vorjahre, auch in diesem Jahre im Herbst eine Palästina-Jugendfahrt durchgeführt wird.
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Noch immer steht die jüdische Welt unter dem Eindruck der Ereignisse in Palästina, auch in Palästina herrscht längst noch nicht die Ruhe einer innerlich zum Ausgleich gekommenen Gesellschaft, die Gerichte sind am Werke, um nach dem Unglück „Aufräumungs* arbeiten" zu leisten, die Schuldigen ihrer Bestrafung zuzuführen, das große Unrecht, das geschehen ist an denen zu sühnen, die es verursacht haben. … Das wichtigste, was der Zionismus in seiner politischen Arbeit geleistet hat, die Urbarmachung des entferntesten Stückes Landes in Palästina, die erfolgreichste Aktion des Sammlers, alles das ist nur Ausdruck der moralischen Qualität der Bewegung. 97
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Und da ist die Sache doch so. Du glaubst nicht, daß Palästina die Lösung der Judenfrage weder wirtschaftlich noch kulturell bringen wird. Machst Du, wenn Du Dich jetzt zur KP. wendest, nicht den Fehler, daß Du vergleichst zwischen einer Wirklichkeit wie Palästina und einer Bewegung, als die sich der Kommunismus darstellt? Wir vergleichen viel zu selten Rußland mit Palästina, wir vergleichen immer zwischen dem Kommunismus und Palästina. Wir prüfen die Zustände innerhalb der kommunistischen Bewegung selten auf ihre Uebereinstimmung mit einem kommunistischen Ideal hin, sondern verlangen eine solche Uebereinstimmung von Palästina.
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Die Histadruth wendet sich deshalb an die Freunde des arbeitenden Palästina mit dem Ruf, diese Arbeiten durch eine sofortige verstärkte P.A. F.-Arbeit zu unterstützen. Dem Ruf der Histadruth folgend, sind die Vertreter der Poale Zion, Hapoel Hazair, Hechaluz, JJWB und Liga für .das arbeitende Palästina dahin übereingekommen, die Aktion für den P. … Dezember bis 31. Januar durchzuführen. An alle Freunde des arbeitenden Palästina ergeht der dringende Ruf, sich in den Dienst dieser Aktion zu stellen und zu ihrem Erfolge beizutragen. Das Komitee für den Palästina-Arbeiter-Fonds Deutschlands. 145
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Stärkung des Jüdischen wollen und gegen die Beteiligung am Palästinawerk sein kann, dass die Möglichkeit, eine Neubelebung des Jüdischen zu versuchen, erst dadurch gegeben worden ist, daß Palästina gebaut wird, daß dadurch Geistiges neu entsteht, daß das Hebräische, daß die Bibel, auch die von Buber-Rosenzweig, erst dadurch auch der nichtzionischen Jugend geschenkt worden sind, daß es den Zionismus gibt. … Dabei darf keineswegs verschwiegen werden, daß die positive Stellung zum Palästina-Aufbau innerhalb der nichtzionistischen Jugend lokale Grenzen hat: Es gibt Teile Deutschlands, in denen auch die Jugend dem Palästina-Aufbau genau so verständnislos gegenübersteht wie die ältere Generation dort.
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Nur wer jüdisch sicher geworden ist. vermag all den Anfechtungen zu widerstehen, die heute den jungen Chaluz von allen Seiten her bedrängen. Unsere Chawerim in Palästina müssen das, trotz der Not des Augenblicks, verstehen. Wir brauchen auch heute noch in Palästina Chaluzim, d. h. Pioniere, die dem breiten Heereszuge des jüdischen Volkes vorangehen können. Wir denken dabei nicht daran, daß nach Palästina nur völlig erzogene Menschen gehen dürfen. Wir wissen heute, in welch starkem Maße Erez Israel erzieht. Es dürfen aber nur Bereite nach Erez Israel gehen.