-
M. Y. Ben-Gavriel: Palästina 1936 Elegie auf den Tod der Bäume Denkt ihr daran, wie wir die Steine hoben Und Löcher gruben in den harten Karst Des kahlen Berges?
-
Neue Funde in Palästina zusammenhängenden Handwerksweisen herbeiführen werden: bei den Synagogen stieß man auf einzelne erhaltene Baureste; in der Katakombe aber, unter der Erde, vor dem natürlichen Verfall geschützt und, wenn auch von Kreuzfahrern durchstöbert und teilweise ausgeplündert., so doch vor der Zerstörung in Kriegen bewahrt, sind geschlossene Baustücke erhalten, an denen nun die Studien der Forscher besser ansetzen können. … Mit Spannung darf man dem Fortgang der Ausgrabungen sowie den weiteren Veröffentlichungen über die Resultate entgegensehen, zu denen ihre wissenschaftliche Verarbeitung führen wird. Das archäologische Material über Palästina, das vor wenigen Jahrzehnten noch ungemein dürftig war, wird immer reichhaltiger Es wird das Bild von den kulturellen Leistungen der Juden des Altertums vervollständigen und ihr Eigenes deutlicher erscheinen lassen.
-
Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina ... In allen übrigen Lebensgebieten sind die Beziehungen der Araber untereinander sehr lose, nur nicht in diesem Punkte! … Gewiß ist keiner im eigentlichen Sinne schuldig, gewiß gebot ihnen ihre Auffassung vom Jüdisch-Nationalen so zu handeln, wie sie es taten, — aber sie mußten sehen, welche Hochspannung über dem mohammedanischen Palästina wegen der Klagemauer lagerte, wie genau die Araber jeden Zeitungsaufsatz, jede Demonstrationsrede verzeichneten, wie manche ihrer Zeitungen eine bedrohliche Sprache redeten, wie trotz feierlichen Protestes der Zionistischen Exekutive überall falsche Gerüchte in Umlauf gebracht wurden.
-
Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina Die englische Regierung und die Palästinaregierung mußten sich darauf beschränken, den Wortführern der arabischen Bevölkerung, die gegen die Balfourdeklaration sofort nach Kriegsende und bis heute heftig und anhaltend aufbegehrten, immer wieder in dieser oder jener Form darzulegen^ daß zwar die Balfourerklärung weiterhin die Grundlage für das Verhalten der Mandatarmacht darstelle, daß aber die politischen und religiösen Rechte der Araber dadurch in nichts eingeengt seien. … Die Regierung hatte mit ihrer Erklärung und deren Deutung nur den Rahmen für das Gemälde geliefert, dem jüdisch-zionistischen Palästina und seinen Organisationen lag es ob, Strich für Strich in mühseliger Kleinarbeit und in großen Zügen, je nach Erfordernis, das Bild fertigzustellen.
-
Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina sträflicher Versäumnis die letzten zehn Jahre hindurch keinerlei praktische Annäherungspolitik in Palästina getrieben. … Immerhin, die Selbstverwaltung war beträchtlich erweitert, die Mächte erkannten den Mandatsvertrag für Palästina und damit auch die Heimstätte an. Diese Errungenschaften waren gewiß für den Zionismus ein Anlaß zu herzlicher Freude.
-
Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina zwischen ihnen und den arabischen Fellachen auf. Gewiß wurden in dieser Kwuzah, bei jener Gdud hier und da arabische Freundschaften geschlossen. … Der Eingeborene wurde zum Nativ in der Mentalität derer, die doch aus ihrem Programm heraus in Palästina Natives werden sollten, er wurde zum Nativ in der abscheulichen, verächtlichen Bedeutung, die der Kolonialfreibeuter dem Worte gab, und aus einer — leider verständlichen — Blickbeschränktheit erwuchs das größte Übel, das alle Anstrengungen zunichte machen muß: der Chauvinismus, die Herrengeste einer Gruppe, von der sich nicht einmal die Arbeiterparteien immer freihalten konnten."
-
Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina I>er primitive Nationalismus. Und wird überhaupt die nationale Auffassung der jüdischen Einwanderer umzuformen sein? … Todestage", Berlin s. a. (1929) S. 25.— Ernste Beachtung verdienen die Bekenntoisse Moses Calvarys über das Verhältnis des Westjuden, insbesondere des deutschen Juden zum jüdischen Nationalismus, zum Volkstum, zu Palästina. (Jüdische Rundschau, Nr. 83, 22. Oktober 1929, S- 556.) Calvary schreibt unter dem Titel „D eutsche Juden in Palästina": „...
-
-
M. Y. Ben-Gavriel: Engländer und Juden in Palästina Wiederholt wurde die Behauptung aufgestellt, eine Reihe von hohen englischen Beamten in Palästina seien antisemitisch eingestellt, dem jüdischen Element und seinen Forderungen durchaus abgeneigt und mit ihren Sympathien ungeteilt auf arabischer Seite.
-
Aus dieser Grundstimmung ergibt sich eine von vornherein ablehnende Haltung gegen jedes Element, das nicht in das jahrhundertealte, von Beamtengeneration auf Beamtengeneration überlieferte Schema hineinpaßt. Palästina nun stellt eine in aller Kolonialgeschichte und Kolonialpraxis neuartige Konzeption eines Mandatsgebiets dar, also auch eine geschichtlich neuartige Aufgabe. … Der Beamte, der aus irgendeiner englischen Kolonie nach Palästina versetzt wird, ist gewohnt, mit Farbigen zu tun zu haben, die zu verstehen er sich nur soweit bemüht — wie jeder weiße Mann, der nicht gerade Forscher oder Detektiv ist —, als er es notwendig hat, um seinen Amtsbereich in Ordnung zu halten.
-
So muß der englische Beamte also zu dem Schluß kommen, daß nur die Anwesenheit des jüdischen Elements im Land und die unglückselige Balfour-Deklaration das Regieren erschwere. Gäbe es nur Araber in Palästina, dann wäre der Dienst nicht anders als in irgendeiner Kolonie des Empire, es wäre eine reine unkomplizierte Frage der Macht und der Erhaltung der Macht. … Der Engländer in Palästina darf nicht über Juden und Arabern und auch nicht zwischen ihnen, sondern muß mit ihnen stehen. Das ist die einzige Möglichkeit für das Land und für das Empire. 420
-
Emst Simon: Die Bibel im neuen Palästina i. In der jüdischen Renaissancebewegung haben im wesentlichen drei Männer zur Bibel Stellung genommen: Achad Haam, Berdiczewsky und Josef Chaim Brenner.
-
IL Prüft man die tatsächliche Einstellung des jüdischen Jischuw in Palästina zur biblischen Überlieferung im Lichte der drei hier kurz vorgetragenen Auffassungen, so ergibt sich folgendes: die radikalste der Thesen, die Brenners, ist im Leben der Schule und Jugend kaum zur Geltung gekommen.
-
Es entstanden Kräfte, die auf die Ordnung der Dinge in Palästina, wenn auch indirekt, Einfluß nahmen, mit denen aber der Zionismus kaum mehr als durch gelegentliche Höfüchkeitstelegramme in Kontakt kam. … Die englische Regierung aber hat immer ein feines Ohr für die außenpolitischen Wünsche der indischen Moslemin gehabt und kommt solchen Wünschen sogar zuvor, wie die niemals dementierte Meldung zeigen kann, daß die indische Regierung auf den Plan einer Gesetzgebenden Versammlung in Palästina von bedeutendem Einfluß gewesen sei. Dazu kommt die Eigenart der englischen Regierungsmethoden in Palästina, die in dem doppelten Gesicht des Mandats begründet ist.
-
Anzeigen Alfred Wiener: Kritische Reise durch Palästina. (Jüdische Siedlung und Wirtschaft I) Berlin 1927, Philo- Verlag. Mit i3 Karten und Zeichnungen. i56 Seiten. Gegenüber gewaltsamer Aufblähung einer Sache und Verdeckung ihrer Mängel durch künstliche Rauchentwicklung ist es befreiend und eine Wohltat, wenn beregte Sache einmal in ihrer wahren Gestalt gezeigt wird. … Wiener, Syndikus des Zentral Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, hat Palästina bereits fünfmal besucht und zuletzt (Frühjahr 1926) 35 Tage kreuz und quer durchreist. Das vorliegende Buch ist ein Bericht über $einc.
-
Jetzt lockt ein Preisausschreiben die in Palästina noch spärlicher als anderswo bezahlten Poeten. Hundert Pfund sind zu verdienen. Das heilige Land hat schon mancherlei Wunder erlebt, beglaubigte und unbeglaubigte, aber ob sich Dichtungen aus seinem Boden stampfen lassen? … Was man erlebt, läßt sich im Augenblick des Erlebens nur erzählen. Was heute in Palästina geschieht, ist zu gewaltig, als daß es heute auch schon Dichtung sein könnte. Es ist Stoff zur Reportage, nicht mehr.
-
IM KULTU Julius Bab: Kulturarbeit der deutschen Juden / Josef Kastein: Geheimnisvolle Welt / Unveröffentlichtes von Johann Jacoby, Gabriel Riesser, Franz Kafka / Ernst Simon: Von Palästina nach Deutschland / Erich Rott: Vom Kurfürstendamm nach En Charod / Friedrich Brodnitz: Schmelztiegel Palästina / Aufsätze über Jüdischen Journalismus / Disraeli-Lasalle / Figuren zwischen den Zeiten / Heinz Cohn: Neuordnung im jüdischen Schulwesen / Schulaufsätze: „Mein Berufswunsch und die Wirklichkeit" / Erziehungsfürsorge / Die Kleinstadtgemeinde. … / Erneuerung der Bibelwissenschaft / Max Wiener: Religion und Volkssitte / Max Grünewald: Autorität ESSAYS UNI Margarete Susman: Stifters Abdias / Michael Graupe: Stefan George / Berta Badt-Strauss: Solomon Schechter / Ludwig Feuchtwanger: Die Gestalt des „Verworfenen Juden" / Das gute jüdische Herz / Der Davidsschild / Das möblierte Zimmer. SONDE Jüdische Jugend / Deutschland und Palästina / Diaspora / Religiöse Fragen.
-
Ignaz May bäum: Die geschichtliche Aufgabe des deutschen Judentums Martin Buber als Dank für Herrlingen Die entscheidende Kraft in der Palästina Wanderung des modernen Judentums rührt daher, daß hier ein geschichtliches Ziel der jüdischen Aktivität voranleuchtet Daß der Aufbau Palästinas für so viele ein beglückender Inhalt ist, läßt sich aus der wirtschaftlichen Bedeutung, wie groß diese auch sein mag, nicht erklären. … Anstatt dieser geschichtlichen Aufgabe pionierhaft entgegen zu gehen, ist es heute gang und gäbe, uns eine Gegenwart hinzustellen, die uns nicht gehört. Das deutsche Judentum ist mit Palästina verbunden. Aber deshalb darf das deutsche Judentum nicht seiner Gegenwart beraubt werden. Gegenwart hat nur der, der aus seiner eigenen Situation Zukunft erringen kann.
-
Diese negative Funktion äußert sich am sichtbarsten dadurch, daß es die Eroberung des Arbeitsmarktes durch die jüdische Arbeiterschaft ebenso stört, wie es sein Gegenspieler, die bolschewistische Propagandazelle in Palästina, zu tun versucht. Damit ist aber das Problem der Strukturänderung in der Gesellschaft Palästinas natürlich keineswegs erschöpfend dargestellt. … Der Vorgang, den Europa seit fünfzig oder siebzig Jahren genau kennt, wiederholt sich in Palästina, wobei aber die Gefahr, anders als in Europa, über Nacht zu einer elementaren, die Gesamtwirtschaft in Frage stellenden werden kann.
-
Anzeigen New York wohnen allein mehr als zehnmal soviel Juden denn in ganz Palästina, trotz unermüdlicher Agitation. Von den 887 000 Einwohnern der amtlichen Schätzung vom 1. September 1926 sind i58 000 Juden i7,8°/o, Christen 78000 8,8%, Mohammedaner 64i 000 72,270/0. Von Palästina als einem {'üdischen Lande kann also noch lange keine lede sein. Was im großen Publikum gleichfalls fast ganz unbekannt ist, das ist der Umstand, daß es in Palästina eine andere jüdische Kolonisation gibt, die vom Zionismus nichts wissen; will und nicht nur älter, sondern auch viel bedeutender als die zionistische ist.