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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 594

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 594 (sequence 732)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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594 2. COUNCIL-SITZUNG: Referate über die Aufgaben der Agency dass, wenn ein Jude 200 bis 300 Dunam Orangenboden kauft und Pflanzungen anlegt, in den meisten Fällen, allerdings nicht immer, jüdischen Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, Arbeit zu finden, und dadurch ein ökonomischer Aufstieg erfolgt. Aber das ist schliesslich und endlich nicht der Hauptzweck der Besiedlung. Wenn man bedenkt, dass man heute auf 15 bis 20 Dunam Orangenboden eine Familie ansiedeln kann, so ergibt sich, dass man, wo sonst ein einzelner eine Orangen-Plantage von, sagen wir, 200 Dunam hat, 10 Familien ansiedeln könnte. Die kapitalistische Ausbeutung der Küste steht so zum Teile im Gegensatz zu der Notwendigkeit einer dichten Besiedlung der Küste mit jüdischen Bauern. Zwischen diesen beiden Dingen müsste nun vermittelt werden. Es ist erwünscht, dass jüdisches Kapital nach Palästina kommt, es ist aber auch erwünscht, dass an der Küste eine Siedlung jüdischer Bauern, jüdischer Arbeiter entstehen soll. Wir haben es erlebt, dass zahlreiche jüdische Siedlungen an der Küste sehr prosperieren. Ich gönne ihnen diese Prosperität, ich wünsche sie und wünsche ihre weitere Entwicklung. Aber zu unserem Leidwesen beschäftigen diese Kolonien, die mit jüdischer Initiative aufgebaut wurden, nicht jüdische Arbeiter. Es ist die Neigung nach weitgehendster Exploitation, die dazu führt, dass heute auf diesen blühenden Gebieten nichtjüdische Arbeitskräfte verwendet werden. Uns liegt aber daran, möglichst viele Juden ins Land zu bringen. Dazu kommt noch etwas anderes: wenn die Juden nichtjüdische Arbeiter verwenden, was sollen die anderen tun? Es wird natürlich viel schwerer gemacht, von der Regierung zu verlangen, dass sie bei ihren Arbeiten, beim Hafenbau und anderen Aktionen möglichst viele jüdische Arbeiter verwende, wenn sie darauf hinweisen kann, dass in den mit jüdischem Gelde und jüdischer Initiative aufgebauten Dörfern nichtjüdische Arbeiter benutzt werden. Der Weg, der zur Lösung dieses Problems führt, ist, dass in allen jüdischen Kolonien jüdische Arbeiter angesiedelt werden müssten. Der arabische Arbeiter ist, wie man weiss, von Natur aus imstande, mit dem jüdischen zu konkurrieren, denn sein Standard of life ist niedrig; überdies hat der Araber ein Dorf, wo er ein Stückchen Land und Garten und alles, was sonst notwendig ist, sein Eigen nennt. Was er in der jüdischen Kolonie verdient, ist für ihn Reingewinn, und er kann daher den Lohn drücken soviel er will. Sein Leben ist ja durch sein Dorf gesichert. Der einzige Ausweg aus dieser Situation ist: Der jüdische Arbeiter muss in die Lage versetzt werden, wenigstens im Minimum seiner Lohnforderung mit dem Araber zu konkurrieren. Es müssen in den Kolonien jüdische Arbeitersiedlungen geschaffen werden, sodass der jüdische Arbeiter aus dem Ertrage von 5 bis 10 Dunam das Lebensminimum hat und daher

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