Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 595 (sequence 733)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann 595 in der Lohnarbeit zum Wettbewerb fähig ist. Es muss angestrebt werden, um die bestehenden jüdischen Kolonien einen Ring von solchen jüdischen Arbeitersiedlungen zu schaffen. Wir kennen die Verhältnisse, haben auch die nötige Erfahrung, und unsere Arbeiter selbst haben für die Lösung dieses Problems bedeutsame Ansätze geschaffen; ich würde es als Glück und als eine der grössten Leistungen der Agency betrachten, wenn in dieser Beziehung eine grosszügige Aktion eingeleitet würde. (Lebhafter Beifall.) Ist also die erste Anregung, die ich hier gebe, die auf Schaffung einer Bodenreserve, Errichtung von Arbeitersiedlungen und möglichst grosse Konzentrierung von Juden, so betrifft die andere das Gebiet der städtischen Kolonisation, das heisst, die Anregung der Privatinitiative in Industrie und Handel. Diese Zweige werden, wie ich überzeugt bin, ohne in Optimismus zu verfallen, in den nächsten Jahren in Palästina einen grossen Aufschwung nehmen. Hier wende ich mich besonders an meine nichtzionistischen Freunde: Palästina ist klein, und auf das Land können nicht amerikanische oder kanadische Masstäbe angewendet werden. Das Land hat Berge und hat wenig Wasser. Wie ich bereits einmal sagte: es ist nicht unsere Schuld, dass durch Palästina nicht der Nil fliesst. Aber Palästina ist eine Brücke, es liegt zwischen drei Kontinenten und wird mit der Zeit der Knotenpunkt der grossen Verkehrswege der Welt werden, die von Afrika nach Asien und von Europa nach Indien führen. Wenn in Palästina grössere Sicherheit vorhanden ist, ich meine jene, die durch ein Element der Kultur und Entwicklung in das Land gebracht wird, so ist Palästina eine Brücke, auf welcher Handelsbeziehungen nach allen Seiten der Welt sich anbahnen werden. Es bedarf keiner grossen Einbildungskraft, sich vorzustellen, dass eine grosse, fundierte, sichere, selbstbewusste jüdische Gemeinschaft, die dort vorhanden ist, in diesem Verkehr eine grosse Rolle spielen wird. Sie ist sozusagen vom Schicksal ausgewählt, auf dieser Brücke den Verkehr zu vermitteln. So bedeutet auch der Hafenbau in Haifa, das neue Elektrizitätswerk, das zum Teil bereits fertig ist, die projektierte Oel-Linie und anderes die Eröffnung einer neuen Epoche für die Entwicklung des Landes, für die Entfaltung von Handel und Industrie. Nun werden manche fragen: wie kommt Weizmann dazu, über Handel und Industrie zu sprechen? Er ist doch kein Kaufmann oder Bankier. Aber „Zores" lehren alles. (Heiterkeit.) Diejenigen, die sich den Kopf zerbrechen mussten über die Möglichkeiten Palästinas, die aus Bergen und Sümpfen Kolonien gemacht haben, kamen auch in die Lage, diese Art von Möglichkeiten zu erkennen. Die Details und ihre Ausarbeitung überlasse ich den bedeutenden Financiers, die hier versammelt sind und es