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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 328

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 328 (sequence 466)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7478-3483626
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328 12. KONGRESS-SITZUNG: Referate über hebr. Kulturarbeit in der Diaspora Die hebräische Kulturarbeit im Galuth hängt von der Entwicklung der Kulturarbeit in Erez Israel ab. Wenn vor dem Kriege verschiedene Nichtzionisten an die Entwicklung der hebräischen Sprache und der hebräischen Kultur im Galuth ohne jeden Zusammenhang mit Erez Israel glaubten, so gibt es heute keinen Menschen, der an die Entwicklung der hebräischen Sprache, an ihre Renaissance und an die Renaissance der hebräischen Kultur ohne den Kontakt mit Erez Israel glaubt. (Beifall.) Jede grosse Bewegung in der Geschichte besitzt ein kulturelles und erzieherisches Ideal. Als die Religion im jüdischen Leben herrschte, war das Ideal der Erziehung, Thoragelehrte heranzubilden. Dieser Typus besass die Fähigkeit, die grössten Opfer für das ihm Heilige zu bringen. Er besass im höchsten Grade Geduld und Ausdauer. Er war bereit, für Kiddusch Haschern sein Leben zu geben. Dieser Jude war aber nicht fähig, zu kämpfen, zu erobern, zu schaffen. In der Generation der Haskalah trat ein neues Ideal zutage. Die Parole war: ein Mensch draussen zu sein und ein Jude im Hause. Diese Zweiseitigkeit kam auch bei der Erziehung zum Ausdruck. Die jüdische Seite wurde eingeschränkt und schliesslich in einen Winkel gedrängt. Eines hatte der Jude in dieser Generation mit dem Juden der früheren Generation gemeinsam: auch er besass keine Fähigkeit, zu kämpfen, zu erobern und zu schaffen; aber er war nicht mehr fähig, Opfer zu bringen, für Kiddusch Haschern zu sterben. Die Epoche der Renaissance hat ans ein neues Ideal gegeben, das Ideal eines Juden, der gleichzeitig Mensch ist. Der Zionismus hat sich zum Ziel gesetzt, einen Juden zu schaffen, der geistig ganz ist. Und noch eines hat sich der Zionismus bei der Erziehung des Juden zum Ziele gesetzt: Der Jude sollte ein Kämpfer werden, kein Dulder. Er sollte nicht nur fähig sein, Opfer zu bringen, für Kiddusch Haschern sein Leben einzusetzen, sondern er sollte imstande sein, seine Welt zu erobern, sein Volk, seine Heimat und seine Renaissance zu schaffen. (Beifall.) Aus all den Bestrebungen hat sich eine hebräische Kulturarbeit entwickelt. Es sind viele hebräische Schulen entstanden, die vorwärts schreiten, sich verwurzeln und unter schweren Verhältnissen sich bemühea, den neuen Typus des Menschen, der der Renaissance gewachsen ist, zu schaffen. Vor dem Kriege hatten wir nur die Verbreitung der hebräischen Sprache und Kultur angestrebt. Jetzt gehen unsere Ziele weiter. Wir wollen die Erziehung der jungen Generation voll beherrschen. Wir haben daher die Frage der kulturellen Arbeit in eine wichtige politische Frage verwandelt, die im Zentrum unseres politischen Kampfes steht. Wir wollen uns nicht mit den Möglichkeiten begnügen, die uns gegeben sind, und uns den Verhältnissen anpassen, die in den verschiedenen Staaten herrschen. Wir wollen günstige Bedingungen schaffen. Wir kommen zu den Regierungen und fordern unsere vollen Rechte, die jedes Volk für die Erziehung seiner jungen Generation besitzt. Und dieser Kampf ist schwer,

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