Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 447)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Schmorak 309 heute im Schulwerk vorgeht, weiter fortgesetzt wird, dann schaffen wir in Palästina zwei bis drei jüdische Völker und zwei bis drei jüdische Kulturen, die nichts mehr als die formale Gemeinsamkeit der hebräischen Sprache haben. Wir sind geeint im Namen des nationalen Gedankens und durch nichts anderes. (Zwischenrufe des Misrachi.) Ein letztes Wort über die Fonds. Wir sind alle froh, dass es zu einer Einigung zwischen dem Keren Kajemeth und der Exekutive gekommen ist. Viel, mehr Sorgen aber macht mir der Keren Hajessod. Es besteht die Gefahr, dass die Propaganda des Keren Hajessod in der kommenden Aera der erweiterten Jewish Agency in nationaler und zionistischer Hinsicht verwässert werden kann. Man wird im Namen neuer Baalebatim sprechen und im Namen einer neuen Körperschaft und wird nicht mehr so zionistisch auftreten wie bisher. Und es besteht eine noch viel grössere Gefahr, dass auf Grund der jetzt bestehenden Friedensstimmung im Judentum, die wir proklamiert haben, der Keren Hajessod mit anderen Sammlungen zu einer einheitlichen Sammelaktion zusammengeworfen wird, aus der dann erst eine Quote für Palästina bestimmt wird. Ich glaube, das wäre das Ende des Keren Hajessod, der nicht nur ein finanzielles Instrument war, sondern auch ein grossartiges Mittel der Erziehung, mit dem wir nicht nur Geld, sondern auch Menschen bekommen haben. Werfen Sie diesen Keren Hajessod nicht in den grossen Topf der jüdischen Philanthropie. Machen Sie aus diesem Steuerfond?, aus diesem Staatsbürgerfonds des jüdischen Volkes keinen Zedokohfonds. Ich glaube, es ist meine Pflicht, in dem Moment, da zum letzten Male auf einem zionistischen Kongress als dem alleinigen Herrn dieses Fonds von ihm gesprochen wird, zu warnen. Es muss alles getan werden, um wenigstens in der Leitung dieses Fonds und in seinen Propagandisten die Ideologie des reinen zionistischen Geistes weiter zu erhalten. Dies ist eine Schicksalsfrage des Keren Hajessod. Verlieren wir ihn, dann verlieren wir das wirksamste Mittel, den reinen Zionismus der grossen jüdischen Oeffentlichkeit nahezubringen. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Schmorak (Ostgalizien — spricht deutsch): Ich vermisse in den Referaten der Exekutive eine nähere Ausführung der Aufgaben der Palästina-Exekutive mit Rücksicht auf die Erweiterung der Jewish Agency. Aus dem Referate von Herrn Sacher habe ich nicht entnommen, wie sich die Palästina-Exekutive die Kolonisationsarbeit im Hinblick auf die bevorstehende Verwirklichung der erweiterten Jewish Agency vorstellt. Man sprach hier davon, dass es für die Jewish Agency geschriebene und ungeschriebene Bedingungen gibt, wobei unter den ungeschriebenen Bedingungen die finanziellen Verpflichtungen des andern Partners verstanden wurden. Diese aber sind so vage gehalten,