Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 448)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate dass sie überhaupt nicht fassbar sind. Doch wäre diese Schwierigkeit auf eine einfache Weise zu lösen gewesen, wenn man sich über ein Kolonisationsprogramm für eine Reihe von Jahren geeinigt hätte. Dieses Kolonisationsprogramm müsste bereits ernste finanzielle Verpflichtungen beinhalten. Es war möglich, ein solches Kolonisationsprogramm aufzustellen und sich darüber zu einigen, denn nach zehnjähriger Erfahrung wissen wir heute, welche Boden-Einheiten für die Siedlungr .x benötigt werden, wann die Rentabilität der Siedlungen erreicht werden kann, welche Art von landwirtschaftlicher Kolonisation in den einzelnen Zonen möglich und nutzbringend ist, und kennen ungefähr auch die Kosten. Es wäre also möglich gewesen, ein Kolonisationsprogramm aufzustellen und die andere Hälfte der Agency auf dieses Kolonisationsprogramm zu verpflichten. Dass dies nicht geschah, halte ich für eine Lücke in den Vorschlägen der Exekutive für die Zukunft. Wir haben während drei Kongressen wohl darüber debattiert, ob wir die Agency machen sollen, aber nie ernsthaft die Frage entschieden, wie sie zu machen ist. Auch ein anderes Aufbauproblem wäre im Zusammenhang mit der Agenc}' zu lösen gewesen. Seit zehn Jahren währt bei uns der Streit, ob wir bei unserer Kolonisation Dinge oder Bedingungen schaffen sollen. Bisher haben wir Dinge in Palästina geschaffen, indem wir Kolonien gründeten. Unter den gegebenen Verhältnissen war es auch nicht anders möglich. Wenn wir aber bedenken, dass eine Wirtschaft nach den Berechnungen der Exekutive 1200—1600 Pfund kostet, so müssen wir fragen, ob das ewig so fortgehen kann und ob wir in dieser Weise den landwirtschaftlichen Aufbau Palästinas zu Ende bringen können. Ich glaube, dass die Zeit gekommen ist, wo wir auch in der landwirtschaftlichen Kolonisation dazu übergehen können, Bedingungen zu schaffen. Heute, wo die Erlangung der Rentabilität in unseren Siedelungen eine Tatsache ist, können wir in verhältnismässig naher Zukunft den Moment voraussehen, wo die landwirtschaftliche Siedelungsarbeit durch ein Kreditinstitut besorgt werden kann. Dies wäre gerade in diesem Momente von der Exekutive zu unterstreichen gewesen. Dagegen kann ich mich nicht den Ausführungen des Vorredners anschliessen, dass diese Exekutive ihre Aufgabe in Palästina in der abgelaufenen Periode nicht erfüllt habe. Wir sind mit der Tätigkeit der Exekutive in den letzten zwei Jahren im allgemeinen zufrieden, vor allem deshalb, weil es die erste Exekutive war, welche eine geordnete und moderne Verwaltung in Palästina eingeführt hat, weil sie, ohne nach irgend einer Seite, nach rechts, links oder der Mitte zu schielen, immer das getan hat, was vom Standpunkte des Aufbaus nötig war, und weil sie dem politischen Einfluss von dieser oder jener Seite nicht nachgegeben hat. Wir sind auch deshalb mit dieser Exekutive zufrieden, weil sie das Konsolidierungsprogramm, das der letzte Kongress angenommen hat, entweder bereits ausgeführt oder wenigstens den Weg gezeigt hat, wie es