Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 445)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schocken, Goldmann 307 bildeten Parteiengruppierung, als sie der Keren Kajemeth im Direktorium hatte. Und wir hatten in den letzten Jahren eine Situation, wo im Keren Kajemeth eine Koalition bestand, in der Exekutive aber nicht. Ich finde keinen Unterschied in den Beziehungen zwischen der Exekutive und dem Keren Kajemeth in diesen beiden Perioden. Und wenn hier von Veto gesprochen worden ist, so möchte ich sagen: es handelt sich um eine prinzipielle Angelegenheit, die zu Ende geführt werden kann, wenn von beiden Seiten gleich guter Wille zur Verhandlung besteht. (Remez: Haben wir ein Recht, zu wissen, worin die Verhandlungen bestehen?) Ich habe leider keine Zeit, aber ich bin bereit, in Ihrem Kreise darüber zu sprechen. (Remez. Die Exekutive soll das aufklären!) Arlosoroff hat den Vorwurf gemacht, dass wir mit zweierlei Mass messen. Mit zweierlei Mass misst jeder Mensch. Das ist menschlich. Wir sehen uns und das Nächste um uns mit andern Augen, als das, was von aussen an uns herankommt. Wir sehen das, was uns Freude macht, mit andern Augen, als das, was uns nur in Gestalt der Sorge und der Last vor Augen tritt. Dieses doppelte Mass sehe ich auf allen Seiten in unserer Organisation im Gebrauch, und ich wünschte, dass wir unsere Masse öfters nebeneinander hielten und korrigierten, dann würden wir, glaube ich, auch mit den Problemen dieses Kongresses besser zu Rande kommen. (Beifall.) Dr. Nahum Goldmann (A.C., Radikal — spr. deutsch): Als auf dem vorigen Kongress die jetzige Palästina-Exekutive gewählt wurde, über deren Bericht und Tätigkeit die Debatte geführt wird, geschah es zum erstenmal in der Geschichte der zionistischen Bewegung, dass eine Exekutive gewählt wurde nicht gegen die oder jene Partei, sondern gegen das geschlossene Votum des gesamten Jischuw in Palästina. Das ist ein Fall, der nur zu erklären ist aus der Panikstimmung jenes vorigen Basler Kongresses, einer Panik, die angefacht zu haben bestimmte Gruppen im Zionismus das Verdienst oder die Schuld haben und aus der man überhaupt erst dazu kommen konnte, eine Rettungsexekutive zu wählen, die den Zusammenbruch des Jischuw verhindern sollte. Die zwei Jahre sind vergangen, und der Jischuw ist nicht zusammengebrochen. Aber wenn er diese Krise überstanden hat, so glaube ich, dass es eine Pflicht der Gerechtigkeit ist, zu erklären, dass er sie zu 80 oder 90 Prozent aus eigenen Kräften überwunden hat und nicht durch die Kraft dieser Exekutive. (Lebhafter Beifall.) Das ist der Beweis für die Hysterie jener Panikstimmung, in die man uns vor dem Basler Kongress und nachher hineingetrieben hat und aus der heraus die Wahl dieser Exekutive allein psychologisch möglich war. Ich bin kein Fachmann für kolonisatorische Dinge und bin überhaupt kein sehr grosser Anhänger der Fachleute. Aber wenn einer noch ein