Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 444)
- Language
- German, English, Hebrew
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306 11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate Hinter uns liegt ein langer Weg von Karlsbad über Wien und Basel hierher. Wir haben in diesen Etappen für das gearbeitet, was wir als die fundamentale Sicherung der Wirtschaft und des Aufbaues verstehen. Wir haben seit Jahren neben dem grossen politischen Aktionskomitee ein kleines Wirtschafts-Aktionskomitee gefordert, aber diese Institution ist nicht geschaffen worden. Wir haben in Basel nach unserem Urteil einen grossen Schritt vorwärts gemacht. Wir glauben, dass die Tragfähigkeit unserer Wirtschaft jetzt gesichert ist. Hier wäre der Ort, von der Statik und von der Dynamik unserer Wirtschaft zu sprechen. In der Dynamik der Wirtschaft wirken die Kräfte gegeneinander und erzeugen nach dem Gesetz vom Parallelogramm der Kräfte die jeweilige Diagonale. Die Statik muss von vornherein Rechtwinkligkeit und Tragfähigkeit des Gebäudes erreichen und sichern. Wir empfinden, dass seit Basel die ruhige rechtwinklige Statik im Aufbau wirkt. Ich will ein Beispiel geben. Im Redaktions-Ausschuss der landwirtschaftlichen Siedlungskommission sprach man heute über eine Resolution, die die Exekutive vorgelegt hat; die Exekutive erklärt darin, dass eine Siedlung nur dann angefangen werden kann, wenn der Boden amelioriert und vorbereitet und die Beschaffung der Mittel gesichert ist. In der Erörterung mit den Arbeitervertretern konnte darauf hingewiesen werden, dass erst die Einhaltung dieser Vorbedingungen der Exekutive die Möglichkeit gibt, die von den Siedlern geforderte Sicherung der pünktlichen Auszahlung der Siedlungskredite vertraglich festzusetzen. Die von der Exekutive bisher vorgelegten Vertragsentwürfe enthalten diese zeitliche Sicherung nicht und konnten sie auch nicht enthalten. In der neuen Ordnung wird die regelmässige Zahlung an den Siedler den gleichen Grad von Verpflichtung für die Exekutive haben, wie die übrigen Posten des Budgets. Unsere zweite Aufgabe sehen wir in der Mitarbeit am Aufbau der erweiterten Jewish Agency. Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, von der Jewish Agency zu sprechen. Ich will nur darauf hinweisen, welche gewaltigen Ausblicke sie bietet. Wir deutschen Zionisten haben im Aufbau der Agency eine besondere Rolle gespielt dadurch, dass wir vom ersten Tage an ebenso wie beim Keren Hajessod unsere Aufgabe geradlinig gesehen und verfolgt haben. Wenn uns deshalb hier von der Tribüne ein Spottwort zugeworfen worden ist, das ich bis dahin in der jüdischen Sprache nicht gekannt habe, dann bedaure ich, dass dieses Wort gefallen ist. Was den Keren Kajemeth betrifft, so kenne ich seine Wirtschaft in den verschiedenen Kongressperioden als Direktor. Wir hatten eine Periode, in der die Exekutive eine Koalitionsexekutive war mit einer stärker ausge-