Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 349)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7361-3483509- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kaznelson 211 zu leiten. Das ist eine sehr gefährliche Sache. Dass man sich das Recht genommen hat, zu behaupten, unsere Menschen, Menschen dieser Richtung, aus diesem Kreise, aus dieser Klasse, besässen keine Fähigkeit, das Werk zu leiten, ist ein gefährlicher Präzedenzfall im Zionismus. Es wird immer wieder die Stimmung geschaffen, als ob bei uns nichts taugt. Ich habe vor kurzem einen deutschen Zionisten getroffen, der mehrere Monate in New-York gewesen ist. Er hat die Arbeit des Joint näher kennen gelernt und ist mit diesen Kreisen in engeren Kontakt gekommen. Jetzt, sagt er, verstehe er, wie sehr wir uns gegen den Zionismus vergangen haben, wenn wir uns und der ganzen Welt eingeredet haben, dass wir nichts taugten. Jetzt, nach zwei Jahren, fordert doch die elementare Gerechtigkeit, dass Sie sich überlegen, ob der Preis, den Sie bezahlt haben, es wert war. Sie haben doch von einer Ware gesprochen und jetzt müssen Sie den Preis einschätzen. Sie haben sich sehr bitter geirrt. Sie wissen doch sehr wenig von dem, was sich in Erez Israel ereignet hat, da die zionistische Presse Sie nicht informiert. (Zwischenruf: Sehr richtig.) Und was hat man wegen der Geldeingänge gesprochen? Man hat gesagt: zu den alten Personen hat man kein Vertrauen, zu den neuen Personen haben wir Vertrauen. Die „Vergrößerung" der Eingänge des Keren Hajessod hat das Vertrauen gezeigt. Ueber die Verringerung der Schulden geht noch eine Diskussion zwischen der Exekutive und Kaplansky, ob die Verringerung der Schulden wirklich dem entspricht, was die Exekutive behauptet. Nun hat man weiter gesagt, dass die alte Exekutive allzu weitgehende Verpflichtungen übernommen hat. Sie habe leichtfertigerweise die Eingänge der künftigen Jahre verpfändet. Was hat nun die neue Exekutive getan? Arlosoroff hat schon bemerkt: sie hat nur eine neue Verpflichtung von Hunderttausenden von Pfund für die Regelung der Bankangelegenheiten übernommen. Sie hat dies ohne Beschlüsse des Kongresses und des Aktionskomitees getan. Und dies zur Zeit, da kein Geld für Kolonisation Konsolidierung und die wichtigsten produktiven Arbeiten vorhanden war. Die Legalität, von der man spricht, wenn die Verhandlungen mit der Regierung erwähnt werden, sie hat hier gefehlt. Jetzt kommt die Exekutive mit einem Programm der Konsolidierung für die nächsten zwei Jahre. Ich glaube nicht daran. Lesen Sie die Artikel von Szkolnik und Lefkovicz. Darin werden Sie finden, wie man mit Oekonomik und Buchhaltung Hunderte und Tausende von Pfunden verliert, Jahrzehnte von Menschenleben. Noch bevor man uns sagte, dass wir nichts taugen, dass wir keine Fachleute haben, hat man in der amerikanischen Organisation darüber gesprochen: was kann daraus werden, wenn die Landwirtschaft vom Ingenieur Kaplansky geleitet wird. Man hat das Wort Ingenieur betont. Nun haben wir. ein Regime von Fachleuten. Ruppin versteht nichts, Ettinger versteht nichts, Kaplansky versteht nichts. Ein Ingenieur isf schlecht, aber ein Lawyer und ein Buchhalter, diese sind unserer Koloni-