Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 350)
- Language
- German, English, Hebrew
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212 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte sation gewachsen. (Beifall links.) Es war noch ein Punkt im Programm: Frieden mit Amerika. Man sagte uns: Wir sind ja für eure Forderungen, aber Amerika behauptet, die Lage dort gestatte es nicht. Nun haben wir Frieden in Amerika bekommen! Zwei Monate nach der Wahl der Exekutive standen wir vor einem neuen Kampf, einer Spaltung in Amerika. Man behauptete, man brauche eine starke Exekutive. Wo war die starke Hand der Exekutive? Dort, wo man sie gebraucht hat? Wo man Ordnung in Amerika schaffen sollte? Hat man die starke Hand bei der A. P. C. gespürt, als sie Anleihen für die Errichtung von Orangerien hergab? Hat man gesorgt, dass in ihren Pardessim jüdische Arbeiter beschäftigt werden? (Beifall.) Wo haben wir die starke Hand gesehen, Bei dem Nationalfonds. Worin bestand sie? (Zwischenruf: In der Nichtzulassung von Bodenkauf.) Beeilen Sie sich nicht! Erstens: als in der schweren Zeit in Amerika die Zionisten ganz verzweifelt waren und den Mut haben sinken lassen, fanden sich doch gewisse Personen, die begonnen haben, wichtige und ernste Verhandlungen über eine Anleihe zu führen. Wir wären heute vielleicht ein Stück weiter, auch in einer anderen politischen Situation, wenn man diese Anleihe durchgesetzt hätte. (Zwischenruf: Richtig!) Die Exekutive hat nun lange Monate hindurch geschwiegen, die Verhandlungen zögernd geführt und die Sache verschleppt, bis wir sie verpasst haben. (Zwischenruf: Unrichtig!) Falls dies unrichtig ist, wäre ich froh, richtig informiert zu werden. „Kluge" Zionisten sind voller Skepsis, wir aber glauben an die Möglichkeit äusserer Kredite und wir glauben auch die Menschen dafür zu haben, allerdings nicht in der Exekutive; aber Jacobson, Ruppin hätten die Fähigkeit. Ich fürchte nur, meine Komplimente könnten ihnen bei der Wahl schaden. (Heiterkeit.) Ueberhaupt hatten wir bei unserer Arbeit in Erez Israel den Eindruck, dass das Werk nicht von einer Idee geführt wird, sondern immer wieder Reibungen unter den einzelnen Departements vorkommen. Es besteht eine Departementskonkurrenz. Wenn auch das nicht stimmt, so wäre ich froh, auch darüber aufgeklärt zu werden. Nun kommt noch eine Sache. Der Erwerb des Haifa Bay-Bodens. Dies ist vielleicht der wichtigste Erwerb des Keren Kajemeth. Aber glauben Sie nicht, dass dieser Kauf dem KKL. leicht angekommen ist. Es wurde ein ungeheurer Kampf dagegen geführt. Da hat aber die starke Hand der Exekutive nicht gesiegt, und der Keren Kajemeth ist als Sieger hervorgegangen. (Beifall.) In einem Punkt ist die Exekutive sozusagen als Siegerin hervorgegangen. Der Keren Kajemeth hat etwas Schreckliches getan. Er hat beschlossen, zwei kleine Bodenparzellen zu kaufen, Boden für Arbeiter in den Kolonien. Geld war vorhanden, die Arbeiter haben es besorgt. Und da ist die Exekutive mit ihrer starken Hand gekommen und hat ihr Veto eingelegt. Sie wissen, das Vetoeinlegen gegen den Keren Kajemeth ist keine Kleinigkeit. Jeder Zionist sollte wissen, dass alles Wichtige, was vom Keren Kajemeth geleistet wurde, gegen ein formelles oder indirektes Veto geschehen ist. Beim Kauf des Emek Jesreel hatte in den