Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 270)
- Language
- German, English, Hebrew
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132 4. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte da sein. Und wenn Sie von links der Budgetkommission Ihre Forderungen stellen werden, wird man Ihnen doch sagen. „Glauben Sie denn wirklich, dass 750 000 Pfund da sein werden?" Und wenn man über Keren Hajessod sprechen wird, werden Hantke und Jaffe doch sagen: „Wir müssen weiter die Last tragen.'* Warum muss ich dann über den Keren Hajessod im Namen von Weizmann und Marshall sprechen? Einmal hat Weizmann mit bitterer Ironie geantwortet: Wenn er einen Scheck auf den Tisch legte, so würde ich anders reden. Ich habe damals erwidert und wiederhole es. Das wäre vielleicht ein schlechtes Geschäft gewesen, aber ein Geschäft wäre es gewesen. Jetzt ist es nicht einmal ein Geschäft, bloss schlecht. (Beifall.) Im Zusammenhang damit steht die Frage der Auflösung. Wenn ich einen bösen Verdacht aussprechen wollte, so würde ich sagen, man habe uns mit Komödie gespielt. Man hat uns ein dreijähriges Provisorium zugeschworen. Wir von der Opposition waren es, welche behaupteten, dass unsere Partner auf diese Probe-Ehe nicht eingehen würden. Kein Mensch, der Achtung vor sich selbst hat, tut es. Aber unsere amerikanischen Gesinnungsgenossen haben sich dafür eingesetzt. Jetzt sagt man uns, dass eine Probe-Ehe nicht möglich sei, doch eine Scheidung sei möglich. Soweit gut. Aber diese Scheidung ist nur möglich mit qualifizierter Mehrheit. So ist die Probe-Ehe geradezu in eine katholische Ehe verwandelt worden. Wir müssen — und das werden wir vorschlagen — durchsetzen, dass jeder Partner das Recht hat, die Partnerschaft aufzulösen. Das ist für uns die einzige Möglichkeit, die Lage noch zu retten. Tun wir das nicht, dann sind wir ewige Knechte der Nichtzionisten. Es herrscht bekanntlich ein Gesetz, dass die schlechte Münze die gute vertreibt. Nicht anders wird es bei dem Zusammentreffen des Nichtzionismus mit dem Zionismus sein. Es entsteht noch die Frage, was mit dem zionistischen Kongress sein wird. Er hat ein Budgetrecht. Seine Budgetkommission wird auch ein Budget beschliessen und dem Kongresse zur Annahme vorschlagen. Aber das Budget kommt vor den Rat der Agency. Was für eine Bedeutung hat dann unser Beschluss? Sechsmal habe ich in der Budgetkommission gearbeitet. Aber jetzt, da es eine Farce wird... Der zionistische Kongress wird zu einer Vorkonferenz degradiert; nicht einmal zu einer solchen, da diese beschüesst und ihre Mitglieder in der Gesamtkörperschaft die Beschlüsse ausführen. Bei uns ist es noch gar nicht sicher, ob das so kommen wird. Wir sinken herab zu einer Konferenz, die nur schwatzt. Jeder wird auf der Sitzung des Rates nach seinem Gutdünken handeln. Freunde von links, Freunde von rechts und von der Mitte, wenn Sie im Kongresse etwas nicht erreicht haben werden, werden Sie doch ohne Zögern zu der Hilfe der Nichtzionisten greifen. Ihr dürft mit fremden