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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 133

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 133 (sequence 271)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Grünbaum 133 Händen den Willen der zionistischen Mehrheit nicht brechen. Ihr werdet das Eurige nur kraft des Zionismus durchführen. So haben wir doch in unserer Politik im Galuth ein Grundgesetz aufgestellt: Das jüdische Leben mit fremder Kraft nicht zu ändern. Und deshalb müssen die Beschlüsse des Kongresses bindend für die zionistische Hälfte der Agency sein. Brodetsky sprach über die Aufgaben, die jetzt vor der Zionistischen Organisation stehen. Ich will auf die Einzelheiten nicht eingehen. Eines muss ich aber Herrn Bodetsky sagen: Seit 30 Jahren habe ich organisiert und ich weiss: Der einfache Jude muss wissen, wozu er in der Organisation sein soll, was man eigentlich von ihm will. Doch nicht um nur Mitgliedsbeitrag zu zahlen, einen Schekel zu kaufen, um an den Wahlen sich zu beteiligen, geht man in eine Organisation. Unsere Organisation wird eine blosse Wahlkurie. Aber damit wird sich die Organisation kaum halten können. In Polen gehen schon jetzt manche Zionisten herum und sagen sich: „Wie dumm waren wir, wir könnten doch als NicHtzionisten so leicht in die Agency kommen.4* Auf diesem Wege werden wir keine Organisation schaffen. Ich möchte noch ein Wort an Präsident Weizmann richten. Leider ist er abwesend. Es war zur Zeit, als er noch ein armer Privatdozent war und ich Student. Wir haben zusammen in der demokratischen Fraktion gearbeitet. Weizmann kam einmal nach Warschau und hielt eine zionistische Rede in einer Studentenversammlung. Ich habe eines aus seiner Rede nicht vergessen können. Weizmann sagte: „Ich fühle mich als Mensch unter Menschen nur drei Tage im Jahre/4 In jedem Jahre kam damals der Kongress zusammen und dauerte drei Tage. In diesen drei Tagen, so sagte Weizmann, fühlte er sich als freier Mensch, als Mensch, der weiss, was seine Stimme bedeutet, und der seinen Willen durchsetzen k*nn. Es sind nun Jahre verstrichen, ich bin zum Deputierten im polnischen Sejm geworden. Ich habe formelle Möglichkeiten, meine Stimme in bezug auf die Lage eines grossen Staates geltend zu machen. Es gibt aber nur einen Platz in der Welt, wie der Rabbi im Dybuk sagte, und es gibt nur einige Tage im Jahre, da ich mich als freier Mensch fühle. Ich weiss, dass ich nur dann im Einklang mit meinen Interessen und Bestrebungen beschliesse und mich nicht danach richten muss, was der mich umgebenden Mehrheit passt. Das ist der heiligste Tag und der heiligste Ort im jüdischen Volksleben. Jabotinsky hat über den Schekel gesprochen. Ich kann alles unterschreiben, was er darüber gesagt hat, und ich bin sicher, dass er alles unterschreiben wird, was ich jetzt sage. Wir alle, die die Schule in Osteuropa mit allen Umwälzungen und Kämpfen durchgemacht haben, voll grosser Hoffnungen waren und auch stärkere Enttäuschungen erlebt haben, wir wissen, dass es einen Tag gibt, der das Allerheiligste für uns ist, und dass es einen Ort gibt, der das Allerheiligste für uns ist, das

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