Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 269)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grünbaum 131 Ruppin hat seine Gedanken ausgesprochen als Wissenschaftler, mit der Aufrichtigkeit eines Wissenschaftlers. Aber von anderen werden sie auch gesagt aus einer Anpassungspolitik an die Nichtzionisten heraus. Das ist auch ein Opfer, das man auf dem Altar der Agency bringt. Wie macht man Kompromisse? Sie (wendet sich zu Misrachi) werden das am besten sagen können. (Zwischenruf Färb stein: Sie müssen ein frommer, ehrlicher Jude werden.) Sehen Sie, das ist es eben. Was fordert man von uns, wenn wir mit Nichtzionisten ein Kompromiss schliessen? Man fordert, dass wir den Zionismus verstecken, nicht vom jüdischen Staate, nicht vom jüdischen Volke reden. Kein anderes Kompromiss wird die Nichtzionisten befriedigen. Wir sollen auf die Souveränität des Volkes verzichten und uns nicht der Fiktion entgegenstellen, dass jene die „von Gott gesalbten" Führer des jüdischen Volkes sind. Es ist kein Wunder, dass unter solchen Umständen bei der Bildung der nichtzionistischen Hälfte der Agency mit allen möglichen Mitteln die kühnsten Fiktionen geschaffen werden, um z. B. in Polen ein paar Rabbiner und ein paar Vertreter des Kapitals zu bekommen. (Zwischenruf: Wir haben es so gemacht wie Sie im Nationalrat.) Das stimmt nicht ganz, aber ich bitte Sie, wenn Sie meine Wege gehen wollen, wählen Sie die guten und nicht die schlechten. Meinen Sie, dass eine solche Fiktion Bedeutung und Wert hat, können solche Fiktionen Dauer haben? Hier geht die Frage nicht um Demokratie, sondern um Zweckmässigkeit. Das ist eine Stümperarbeit, die nicht halten wird. Das Fifty-Fifty-System, das Prinzip der Partnerschaft in solcher Angelegenheit, ist — ich sage nicht — eine Idiotie. Das wichtigste aber ist immer der „Tag nach dem Siege'*. Was wird am Tag nach Abschluss der Agency sein? Wir hofften euch klarzumachen, was am Tage nach der Agency sein wird, und dann wäre die Agency nicht zustande gekommen. Wir haben kein Gehör gefunden. Und die Verantwortung trägt ihr Gesinnungsgenossen von links, wenigstens in grossem Masse. Ich wundere mich nicht über die Freunde von der Mitte und die andern, auch nicht über Weizmann und Sokolow, denn sie stehen unter ständigem Druck, die Gelder für den Aufbau zu finden. Doch über Sie, Ben Gurion und Ihre Genossen, wundere ich mich. Ihr konntet doch sagen, als gewisse Punkte eures kolonisatorischen und sozialen Programms bedroht wurden :Wir sind bereit, Hunger und Not zu ertragen und zu warten. (Delegierter R e m e z: Erez Israel wartet nicht auf Ihre Geduld und Ihre Reden.) Diese Antwort haben Sie, Herr Remez, gegeben und nicht Ben Gurion. Und das ist charakteristisch und genügt mir. Warum sagen Sie nicht dasselbe, wenn es um die Souveränität des zionistischen Volkes geht, um die Befreiungstendenzen des Zionismus? Was wird nun in Palästina? Man hat das jüdische Volk dadurch gewonnen, dass man sagte. Die Agency wird die fehlenden Mittel hergeben. Jetzt aber sagt man: Seid vorsichtig, es wird nicht so viel Geld