Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 12 (9.1937)
- Date
- 1937-09-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 12 September 1937 BETTEN-BING Matratzen Bettstellen Deckbetten und Kissen Steppu. Daunen- Decken, Koltern, Federn u. Daunen Inlet, Stahlrohrcouch REINECKSTR. 15 Abteilung für Auswanderer Tel. 24965 Neben Porzellan-Decher teils Standmenoroth. Neben wagrechtliegenden Lampenstegen, manche mit rechteckigen Pfannen, finden sich senkrecht verschranbte, aufrecht stehende kleine Oelbecher, die auch als Kerzentülle verwendet werden können. Das Ornament ist meist gegossen oder aus beträchtlich starken Messingplatten ausgestanzt. Neben Pflanzen und Tierornamentik kommt architektonisches Ornament vor. Mehrere Beispiele der kleinen Lampen mit dreieckiger Rückwand und gotisierenden, Maasswerk-ähnlichen Ornamenten finden sich auch in anderen Sammlungen. Nach einem Exemplar im Clnny-Museum (ehemals Sammlung Strauss) — an dem die Tradition haftet, es sei in Lyon ausgegraben worden, ohne dass dabei über die Fundumstände etwas Näheres bekannt ist ■— werden sie gelegentlich noch immer, wenn auch fraglich, als mittelalterlich, gotisch oder gar romanisch bezeichnet. Das sind sie nicht. Es handelt sich aber vermutlich auch nicht um Fälschungen, auch nicht um Stücke des 19. Jahrhunderts, sonst wären die Ornamente „richtiger" gotisch. Sie zeigen ein interessantes Nachleben gotischer Formen mit entscheidenden Abwandlungen, wie es um 1700 häufig auch auf anderen Gebieten zu finden ist. Dafür spricht vor allem die grosse, reich ausgestattete Menorah der Sammlung Nauheim (ehemals Kirschstein), bei der als Hauptmotiv der Rückwand eine Synagogenfront aufgebaut ist. Hier finden sich die gotisierenden Maasswerkelemente, dazu aber auch (bei der oben abschliessenden Kartusche und als Seitenwangen) die charakteristisch steif stilisierten, ausgeschnittenen Löwen, die eine Anzahl anderer Lampen der Gruppe zeigen. Somit kann die Lampe das Leitstück für die ganze Gruppe bilden. Sie ist sicher östlicher, vorwiegend polnischer Provenienz aus dem Ende des 17. und dem 18. Jahrhundert. Die Werkstätten sind noch nicht genauer festgestellt. An figürlichen Elementen finden sich neben den Löwen häufiger der Doppeladler, der, wenn ihm heraldische Bedeutung zukommt, auf Böhmen oder Polen gegen Ende des 18. Jh. weist. Bei einem Stück dieser Gruppe (Mittelvitrine oben) sind in ausgeschnittenem flachem Relief die Figuren von Moses und Ahron als Seitenwangen und gleichzeitig als Träger der Lampe angeordnet. Liturgisch interessant ist das häufigere Vorkommen von zwei Schameshaltern für Kerzen, die nicht nur zum Anzünden dienten, sondern auch eine allgemeine Benutzung durch lange Zeit fortgesetzten Werkstattradition tragen, wobei der Chanukahlichter verboten ist. 4. D i e Lampen aus deutschem Gebiet (Mittelvitrine oben) Während die drei genannten Gruppen, die südliche, westliche und östliche, den Charakter einer einheitlich geschlossenen und durch lange Zeit fortgesetzten Werkstattradition tragen, wobei mindestens für das südliche und östliche Gebiet auch an jüdische Werkstatten gedacht werden muss, verhält es sich anders mit den Lampen, die nachweislich auf deutschem Gebiet und, wie gleich hinzugefügt werden kann, durchweg in christlichen Werkstätten für jüdische Besteller gearbeitet sind. Es sind meistens ausgesprochene Standmenoroth. Im Material findet sich eine große Mannigfaltigkeit, Lampen aus Ton, aus Zinn, aus Eisenblech, aus Silber kommen vor. Ebenso ist die Verschiedenheit in der Gosamtform gross. Anstelle eines einheitlichen, für das ganze deutsche Gebiet geltenden Typs, kann man vielmehr eine Anzahl von lokalen Typen feststellen, die, in charakteristischer Weise ausgestattet, einer bestimmten Landschaft oder einer bestimmten Stadt zugehören, und die dort dann mit Vorliebe gekauft und deshalb hergestellt wurden. So gehören die meisten der glasierten Tonlampen, aus Hafnerwerkstätten stammend, nach Hessen in die Marburger Gegend. Die Lampen aus Zinn sind vorzugsweise in mittelrheinischem Gebiet und in Süddeutschland angefertigt worden. Die schöne Zinnmenorah aus Horb (18. Jahrh. repräsentiert in charakteristischer Weise den lokalen Typus einer Stadt. Ihre Rückwand ist mit getriebenen Engelsfiguren und graviertem Blumenwerk reicher gestaltet, als sonst bei Zinnlampen üblich. Dem Schameshalter auf der rechten Seite entspricht auf der linken ein symbolisch zu deutender Oelkrug. Ausser der grossen unteren Abtropfschale ist unter dem gegossenen. Lampensteg noch eine flache Mulde angeordnet, aus der zwei Ablaufröhrchen das überfliessende Oel in kleine angehängte Tropfeimer leiten. Die Lampe der Sammlung Nauheim ist von dem Giesser J. S. gearbeitet; der Typus ist aber auch in anderen Horber Werkstätten hergestellt worden, wie Beispiele in der Sammlung Feuchtwanger, ehemals München, oder im Strassburger Museum beweisen. Die silberne Frankfurter Lampe in Trusen- Für den Herbst '52£' DAHIN-MODEN Kostüme (difa-moden) Röcke Stiftstrasse 29-33 Corsetthaus JD **T^ HH GAZELLE Schöne, billige Rausch - Haschonoh - Geschenke Juwelen M UEVUAslil Goethestr. 4, 1. 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