Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 7 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Joseph verlangte noch weitere Erklärungen, jedoch Eva schnitt ihm das Wort ab, indem sie ihn anffordcrte, den Vater sofort zn benachrichten. Ich unterlasse es, die Freude des Wiedersehens zu schildern. —- -i- -i- * Wiederum waren zwei Jahre dahingeflossen. Wenn wir, vom Bahnhose in E. kommend, die erste Straße durchschreiten, fällt unser Blick ans eine in großen Buchstaben ausgeführte Firmeninschrift: „Maschinenfabrik von Rehfeld und Rosen". Und wenn wir einen der Bewohner E-'s über die Fabrik und deren Besitzer befragen, so wird man uns von dem seltenen Glücke erzählen, das zwei tüchtige, strebsame, ehemalige Handwerker gemacht. Und in der That war es so. Joseph Rehfeld und David Rosen waren die Eigentümer der Fabrik. Eva Rehfeld und David Rosen hatten sich lieb gewonnen und nach Jahresfrist war ans ihnen ein Paar geworden. Herr Z., der bald darauf das Zeitliche segnete, hatte Eva als Universalerbin eingesetzt, so daß das junge Paar über bedeutende Mittel verfügte. Rosen hatte die Maschinenfabrik von Herrn F. käuflich erworben, nachdem er die weniger gewinnbringende Seidenfabrik vorteilhaft veräußert hatte. Aber auch Herr F. war bald gestorben und er hatte Joseph Rehfeld reichlich in seinem Testament bedacht. Beide führten die Fabrik in bedeutend vergrößertem Maßstabe weiter. Salomon Rchfeld aber weilte wieder hochbeglückt im Kreise der lieben Seinen. Nur ein Kummer erfüllte sein Herz, wenn er seines mißratenen und verschollenen Sohnes gedachte. Er gestand dann sein Unrecht ein, er bekannte, daß er nicht ganz ohne Schuld war, daß er durch seine Nachsicht und durch eine falsche Erziehung das Unglück herbeigeführt. Und nun mußte er selber die Wahrheit des Wortes anerkennen, das er einstens für bedeutungslos gehalten und das da lautet: „Handwerk hat einen goldenen Boden". „Ma nischtaneh“. In freier Übersetzung von Carl Muszkat. Gescheiden frag ich, wohlbedacht, Wie Papa darüber dächte: Warum ist anders diese Nacht Als die vielen andern Nächte? Wir dürfen LN a z z o s oder B r o t Jede andre Nacht genießen, Warum sind heut' wir nach Gebot Nur auf LN azzo augewicsen?