Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 7 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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99 kam über sie." Die Aegyter hatten die Israeliten geplagt, und schwere Plagen kamen über sie; sie hatten ihnen das Leben arg verbittert, nun gerieten sie selbst in bittere Not; Pharao hatte den Ewigen verspottet, nun mußte er dessen Macht fühlen und anerkennen; sie hatten die Anäblein ertränkt, nun ertranken sie selber. So zeigte sich hier nicht nur die Allmacht Gottes, sondern mehr noch seine Gerechtigkeit. Denselben Gedanken findet ihr in dem letzten Liede des Seder-Abends, dem alten Lhadgadjo: Der Stärkere stürzt sich auf den Schwächeren, wird dann von einem noch Stärkeren gestraft, bis endlich auch dieser durch den allmächtigen Gott, „den heiligen, gelobt sei er", vernichtet wird. So mahnt uns das Peßachfest an die Gerechtigkeit Gottes, der jedein nach seinem Thun vergilt. Aurz und darum leicht zu merken sagen unsere weisen: „Mit demselben Maße, mit welchem der Mensch mißt, wird ihm wieder gemessen". (Sanhedr. 100a.) wollet das nie in eurem Leben vergessen! „Handwerk stak einen goldenen Roden." Eine Erzählung für die Jugend non I. Herzbcrg-Bromberg. (Nachdruck verbale»!) (Schluß.) Wohl hatte Z. schon nlanche Haushälterin, die mit Fleiß und Geschick die wirtschaftlichen Pflichten erfüllte und vermöge ihrer musikalischen und sonstigen Bildung wohl geeignet wäre, dem Greise die Annehmlichkeiten einer geordneten Häuslichkeit im vollen Umfange zu bieten. Allein von einer jüdischen Haushälterin verlangte Z. die Kenntnis und Bethätignng aller religiösen Vorschriften für den jüdischen Haushalt. Es ist eine betrübende Erscheinung, daß unsere Mädchen wohl ans allen Gebieten des Wissens und der Kunst sich die erforderlichen, ja häufig noch mehr Kenntnisse aneignen, aber für den künftigen Beruf einer jüdischen Hausfrau sich nur wenig oder gar nicht vorbereiten. In Eva waren alle Eigenschaften vereinigt, die Herr Z. von'der Verwalterin seines Hausstandes wünschte. Die strengreligiöse Erziehung und die wirtschaftliche Ausbildung, die sie unter den Angen der leider vorzeitig verstorbenen Mutter erfahren hatte, sollten den Grundstein zu ihrem dereinstigen Lebcnsglücke legen. Was die Mutter sie gelehrt, vermochte sie mit Geschick zu bethätigen, als ihr die Leitung des väterlichen Hausstandes übertragen worden war. Und auch in K. im Hause der Verwandten, hatte sie noch so mancherlei Erfahrungen gesammelt, und als diese Verwandte gestorben war, fühlte sie sich vollends befähigt, die Leitung selbst des größten Haushaltes in die Hand zu nehmen. 7* '