Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 5 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Aufschrift, die der Alaun geschrieben, Ist er allzeit getreu geblieben. (£r gab und wirkte ohne Aasten, Und immer voller ward der Aasten. Da sprach er einst: „All diesen Segen Giebt Gott mir nur der Annen wegen; Und Hab' das Gut ich, zu verwalten, Darf ich neun Zehntel mir behalten?" „Alir steigt es schamrot in die Wangen, Wenn Anne Brot von mir verlangen. Ich geb's — sie rühmen mein Erbarmen, - Und doch bin ich der Gast der Armen." Dr. 5. Aristeller (Tirke Aboth.'V, 13.) Israels Ocknchyeist.O Von Albert Katz. I. In Susan, der Residenz- und Hauptstadt des Königs Ahasoerns, herrschte ein reges Leben und Treiben. Die Granden der Krone, Persiens und Mediens Fürsten und die Obersten des Heeres, die Satrapen und Landpfleger des mächtigen Reiches, schmucke Mädchen und Jünglinge, wie auch eine unzählige Menge ans allen Schichten der Residenzbevölkernng, zogen, begleiret von Sängern, Harfenunb Flötenspielern, durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt zur königlichen Bnrg hinauf, wo aus Befehl des Königs Ahasoerns ein siebentägiges Volksfest veranstaltet ward. Und unter dieser bunten Menge, unter diesem ansgelassenen, übermütig fröhlich aufjanchzenden Volke, befanden sich auch 18 500 jüdische Exulanten, die kaum von dem 'Druck der Sklavenfesseln befreit, die Thränen an Babels Strömen und den MW m mit gebrochenem^Herzen geleisteten Schwur: „Vergäße ich dein, Jerusalem, versage mir meine Rechte", dennoch vergessen oder mit Gewalt ans ihrem Gedächtnis verdrängt hatten. Die Mahnung des Mardochai: „Haltet euch fern von dem Feste, *) Frei nach dem Midrasch.