Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 4 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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55 und besonders betont, daß ihre Arbeiten bezüglich ihrer Gediegenheit und Vollkommenheit über die Arbeiten sämtlicher anderen Prüflinge weit hervorragten. Er erkenne, so sprach er, dies um so freudiger an, als beide Angehörige der jüdischen Glaub^ntzgenoffenschaft seien; dies sei der erste Fall, daß aus deren Mitte solch tüchtige KrafteHcrvorgegangen seien. Er ließ sie ziehen, indem er ihnen die besten Wünsche für De Zukunft mit auf den Weg gab. — Gern hätten die beiden Meister ihre jungen Gesellen in Arbeit behalten, jedoch sehnten diese sich nach weiterer Vervollkommnung, sie wollten größere Werki stätten anfsuchen, um ihren Gesichtskreis zu erweitern, ihre Kenntnisse zu berichern. Sie wollten in die weite Welt hinaus, die ih«ittE nun offen stand. Bevor aber Joseph und David ans H. schieden, schCkHen sie cm^reundschaftsbündnis mit einander; sie gelobten sich, treu zueinander zu stehen alle Zeit und sich gegenseitig zu helfen und zu raten. So traten sie denn gemeinsam in die Welt hinaus, die junge Brust geschwellt von den schönsten und kühnsten Hoffnungen für die Zukunft. — - (Fortsetzung folgt.) Me lraiserlichrn Prinzen. Ihr habt gewiß schon ost das Verlangen gehabt, etwas von der Lebensweise der kaiserlichen Prinzen zu hören. Für dieses Mal will ich euch nur von dem Aufenthalt derselben in der Sommerfrische ans Schloß Wilhelmshöhe erzählen. In einer späteren Nummer wird der „Jugendfreund" euch einiges darüber mitteilen, wie die Kinder unseres Kaisers im Palais in Potsdam oder in Berlin leben. Ihr-denkt gewiß, die Prinzen können den ganzen Tag thun, was sic wollen; da seid ihr aber im Irrtum. Sie müssen ebenso gut lernen wie andere Kinder und denen gehorchen, die sie beaufsichtigen Um 7 llhr stehen die Prinzen auf. -Nehmt euch ein Beispiel dran, ihr kleinen Langschläfer, die ihr gern lange im Bette liegt, wenn ihr nicht frühzeitig zur Schule gehen müßt. Wenn die Prinzen aufgestanden und angezogeu worden sind, daun frühstücken v* «■ sic um ein halb acht Uhr, und dann geht cs hinaus in den Park, wo ft^hack^ Herzenslust spielen und reiten; .jeder Prinz hat ein hübsches Reitpferd und^WAMi schon sehr gut reiten; nur die jüngsten Prinzen sind noch zu klein dazu; dve 'KroEM Prinz aber ist schon ein geschickter Reiter, der über Gräben und niedrige ütädTjft? setzen kann. Der Aufenthalt in Wilhelmshöhe ist die Ferienzeit der jungen Prinzen: die älteren müssen aber jeden Vormittag einige Stunden lernen, besonders das schon Gelernte bei ihrem Lehrer wiederholen. Um 10 Uhr essen sie zweites Frühstück, dann arbeiten sie, spielen wieder, oder sie setzen sich zusammen in eine zu diesem Zwecke besonders eingerichtete Laube, wo sie sich gegenseitig aus hübschen Geschichtenbüchern vorlesen! Der Kronprinz ist dabei sehr nett gegen die kleinen'