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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 4 (1895) · p. Seite 51

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
4 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 51 (sequence 21)
Language
German
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51 eure Pflicht ist, so wird euch die Arbeit auch in Zukunft Freude machen, so daß ihr dereinst euer Brot (d. h.: alles, was ihr zum Leben gebrauchet), werdet erwerben können, und nicht etwa mit Seufzen und Stöhnen, sondern mit Lust und Liebe; und dann wird auch das andere biblische Wort in Erfüllung gehen, daß Gott euch in allem Merke eurer Hände segnet. „Handwerk Ijnf einen goldenen Eine Erzählung für die Jugend non I. Hcrzberg-Bromberg. II. (Nachdruck verboten!) Drei Jahre sind seitdem verflossen, und wir treffen Joseph Rehfeld in einer der größten Schlosscrwerkstätten der Residenzstadt H. an. Joseph hatte für dieses .Handwerk eine besondere Vorliebe gefaßt. Sein Vater hatte ihn selbst nach H. gebracht und ihn bei dem bedeutendsten und angesehensten Schlossermeister in die Lehre gegeben. Joseph war, obwohl non schwacher Körperbildnng, all den Anforderungen, die gerade diesem Handwerk stellt, vollauf gewachsen.- Die Schlosserei war zur Zeit non Inden fast gar nicht betrieben worden. Erfordert dieses Handwerk doch die Hinzuziehung non Gesellen, wenn es mit Erfolg betrieben werden soll; und da das Halten mehrerer Gesellen, ja sogar mehrerer Lehrlinge ehemals dem jüdischen Handwerksmeister bei hoher Strafe strengstens untersagt war, wurden Handwerke solcher Art stets geinieden. Daher hatte man bei der Wahl eines Handwerks als Lcbensbernf einem solchen den Vorzug gegeben, dem man ohne größere Hülfe erfolgreich vorstehen konnte. Auch in H. betrieb zur Zeit kein Jude das Schlosserhandwerk; daher war der Vater Josephs gezwungen, diesen bei einem nichtjüdischen Meister in die Lehre zu geben. Bei der Wahl des Lehrherrn war der Vater Josephs vom Glücke begünstigt; denn der Schlossermeister Hermanit Gericke war ein Alaun von edlem Eharakter und humaner Gesinnung. äUit vollem Eifer hatte er sich Josephs angenommen, und als dessen Lehrzeit beendet war, konnte dieser Vortrefflliches in seinem Fache leisten. Er hatte sich auch allzeit willig und anstellig gezeigt und belvies stets große Ausdauer selbst da, wo schwere Aufgaben zu lösen waren. Dies erwarb ihm die besondere Liebe feines Lehrmeisters, der auch seiner jüdischen Glanbensangehörigkeit Rechnung trug, indem er es ihm ermöglichte, nach dem Wunsche seines Vaters den religiösen Pflichten möglichst nachznkommcn. Herr Gericke stellte es daher auch seinem jüdischen Lehrlinge frei, sich außerhalb seines Hauses zu beköstigen, namentlich aber gestattete er cs nicht allein, sondern erwünschte es mit allem Nachdruck, daß Joseph an den Sonnabenden und Festtagen 4*

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