Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 4 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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50 „Kommt Kinder, hört mir ps ^,,2. von vr. V. RuLtnev in Frankfurt a. m. II. Es ist euch neulich gesagt worden, daß ihr erst eure Arbeiten machen und dann lesen sollt, nicht umgekehrt. Ihr kennt übrigens gewiß schon das Sprichwort: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen." Nun ist gewiß mancher unter euch, der das Vergnügen liebt, aber nicht die Arbeit, der also gern faul ist; und mancher wieder meint, wenn er fteißig ist, dann verdiene er eine Belohnung. Diesen beiden will ich heute beweisen, daß der Faule gegen Gott sündigt, und daß der Fleißige nur seine Schuldigkeit thut, also gar keine Belohnung verlangen darf. Zun: ersten 2Aenschen auf Erden, zu Adam, sagte Gott: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du wieder zur Erde zurückkehrst!" (f. Buch Bios. 5,19-) A)as heißt nun: im Schweiße deines Angesichts? und wann schwitzt der 2Nensch? A)enn er tüchtig arbeitet. Das Gebot will also sagen: Durch angestrengte Arbeit sollst du dir dein Brot (d. h.: das, was du zum Lebensunterhalt brauchst), erwerben. Die Arbeit ist also von Gott befohlen, und wer nicht arbeitet, der ist ungehorsam gegen Gott und begeht natürlich eine Sünde; der Arbeitsame aber, der das Gebot erfüllt, thut nur' seine Schuldigkeit, verstanden? Aber die Erfüllung eines göttlichen Gebotes bringt uns immer Segen. And so heißt es denn auch in: 5. Buch Alos. 16,15 ausdrücklich: „Denn der Ewige, dein Gott, wird dich segnen in all deinem Ertrage und in allen: A?erke deiner Hände und du sollst ganz froh sein." Ja gewiß, die rechte, ganze Freude hat man nur an dem, was man durch eigene Arbeit erlangt; das haben gewiß schon recht viele von euch an sich selber erlebt. Nun werdet ihr mir sagen: „N)ir können doch noch kein Brot verdienen, auch wenn wir fleißig sind." Aber durch Fleiß werdet ihr es erreichen, daß ihr nur so lange Zeit in der Schule zu bleiben braucht, als gerade notwendig ist, nicht länger; ihr werdet also euren Eltern unnütze Ausgaben ersparen. Durch Fleiß werdet ihr euch fernem die Kenntnisse und Geschicklichkeit erwerben, die nötig sind, um später n ehrlicher Arbeit euch selbst zu ernähren; denn die Eltern können euch ^och nicht immer ernähren. And endlich: wenn ihr jetzt arbeiten gelernt habt, weil es