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Blätter der Jüdischen Buchvereinigung · 1936-09-01 · 2 (9.1936) · p. [Seite 10]

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Journal
Blätter der Jüdischen Buchvereinigung
Volume
3 (1936)
Issue
2 (9.1936)
Date
1936-09-01
Page
[Seite 10] (sequence 10)
Language
German
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Aufruf an unsere Mitglieder Mit einer besonderen Bitte wenden wir uns dieses Mal an alle unsere Mitglieder. Man wird uns glauben, daß wir unserer Programmgestaltung die ernsteste Aufmerksamkeit schenken. Namentlich ist unser Bemühen darauf gerichtet, bei der Wahl der Bücher sowohl den Geschmack unserer Leser zu treffen als auch ihrem geistigen Bedürfnis zu dienen. Aber allen Menschen recht getan, ist eine Sach', die niemand kann. Es wäre nun für unsere Weiterarbeit von größtem Interesse zu erfahren, wie die bisher erschienenen Bücher aufgenommen worden sind. Zwar erreichen uns mancherlei Zuschriften des Beifalls wie auch der Ablehnung, oft genau entgegengesetzte Urteile. Über dasselbe Buch, das einer nicht genug zu rühmen fand, schreibt uns ein anderer, das Papier sei zu schade, auf das es gedruckt sei. So erfahren wir nicht die Stimme der Majorität. Es liegt uns aber aus den genannten Gründen sehr viel daran, die Stimmung unserer Mitglieder kennenzulernen. Das glauben wir dadurch am besten zu erreichen, wenn jedes Mitglied uns mitteilt, welches von den Büchern, die es gelesen hat, ihm den stärksten und nachhaltigsten Eindruck gemacht hat. Am Ende dieses Heftes findet sich zu diesem Zweck eine Karte mit unsern Fragen, für deren Ausfüllung und Rücksendung wir dankbar wären. Als die Jüdische Buch-Vereinigung vor zweieinhalb Jahren gegründet wurde, da fehlte es nicht an Stimmen, die ihr Daseinsrecht bezweifelten. Aber die Zeit hat uns recht gegeben. Man kann sagen: Wenn es die JBV noch nicht gäbe, so müßte sie noch heute geschaffen werden. Denn durch ihre Organisation ist sie noch imstande, Werke jüdischer Schriftsteller in großen Auflagen herauszubringen, und gerade solche, die sonst das Licht der Öffentlichkeit nicht mehr erblicken würden. Wir denken an das Buch von Ernst Fürstenthal „Abraham", das soeben erscheint, an den Novellenband von Jacob Picard, der am Ende des Jahres herauskommt, aber auch an das große kulturhistorische Werk über Josel von Rosheim, an dem Kurt Pinthus jetzt arbeitet und das im Laufe des nächsten Jahres vollendet wird. Immer wieder appellieren wir darum an die Hilfsbereitschaft unserer Mitglieder. Wir sind für jede Anregung, für jeden Hinweis dankbar. So bitten wir alle, im Kreise ihrer Freunde für die Jüdische Buch-Vereinigung zu wirken und zu werben, in der Erkenntnis, daß sie in der heutigen Zeit eine eminent wichtige Funktion ausübt. Denn je fester unsere Mitglieder zu uns halten und uns durch Rat und Tat helfen, um so besser werden wir imstande sein, unsere Mission zu erfüllen, die der Erhaltung des jüdischen Schrifttums in Deutschland und seiner Verbreitung dient. E. Li. Bestellungen: Berlin W15, Emser Strasse 42 Telefon: Oliva 8141-44 10

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