Blätter der Jüdischen Buchvereinigung
- Journal
- Blätter der Jüdischen Buchvereinigung
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 1 (12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Lebens über Kultur und Erziehung, aber auch über die Problematik des heutigen Judentums, über den Sinn und den Wert der Emanzipation, über große jüdische Menschen, unter denen der Aufsatz über Moses Mendelssohn hervorragt. Ein Buch von großer geistiger Spannkraft, verehrungswürdig in seiner Gesinnung. Eine wertvolle Ergänzung für die Erkenntnis des Judentums bildet die Bücherei des Schocken Verlages, wie dieser Verlag überhaupt das Verdienst für sich in Anspruch nehmen darf, das geistige Fundament des modernen Judentums zu schaffen. Alle wissenschaftlichen Gebiete finden in ihm ihr Zentrum. Es ist nicht nötig, auf die kleinen Bände der Sammlung Schocken näher einzugehen. Sie sind heute in aller Hände. Allein der Band, der einige prinzipielle und wegweisende Essays des kürzlich verstorbenen großen Schriftstellers David Koigen unter dem zusammenfassenden Titel »Das Haus Israel« enthält, sei hier besonders empfohlen. Ihre Problemstellung bereitet uns auf die Frage vor, die heute wieder von größter Aktualität ist, nach dem Sinn und Wert der Emanzipation, zumal man in manchen Kreisen geneigt ist, sie als Irrtum und Irrweg zu bezeichnen. Ehe man sich aber zu einem Urteil in dieser Sache entschließt, sollte man die Geschichte der Emanzipation studieren und in ihre Gedankenwelt einzudringen suchen. Dazu bietet sich uns als kundiger Führer das Werk von Max Wiener »Jüdische Religion im Zeitalter der Emanzipation« an, 1933 im Philo-Verlag erschienen. Das ausgezeichnet geschriebene, tief eindringende Buch mit seinen glänzenden Formulierungen bietet mehr, als sein Titel verspricht. Max Wiener gibt nicht weniger als eine Geschichte des jüdischen Geistes im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Die großen Denker dieses Zeitalters werden uns hier lebendig gemacht. Die große Diskussion über Orthodoxie und Reform, die verschiedenen Vorstellungen über den Begriff des Judentums als Religion und als soziologisches Gebilde und die sich hieraus ergebenden Fragen nach seinem Sinn und Lebensrecht auch im Verhältnis zu seiner jeweiligen Umwelt werden von allen Seiten her beleuchtet. Ein Hauptteil des Buches enthält die Entwicklungsgeschichte der Wissenschaft des Judentums, in der Max Wiener die verschiedenen Ideologien und Methoden der Geschichtsschreibung darstellt und würdigt. Ein großes geistiges Erbe ist uns überkommen. Daß wir dieses Reichtums inne werden können, dazu verhilft uns das Buch von Max Wiener, und darum ist es gleichfalls einer der Wege, die zum Judentum führen. Buchbesprechungen Martin Gumbert »//ahnemann«. Die abenteuerlichen Schicksale eines ärztlichen Rebellen, der Roman einer späten Liebe, die Anfänge der Homöopathie. (S. Fischer Verlag, Berlin ig3^.) Während der Streit um die fragwürdige Lehre der Homöopathie unentschieden ein Jahrhundert währt, und in seinem fanatischen Für und Wider fortdauern wird mit dem Wechsel der Weltanschauungen und der gültigen Lehren in der Schulmedizin, holt Martin Gumpert die vergessene, schon sagenhafte Gestalt Samuel Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie, aus dem Dunkel der Verleumdung wie der Vergötterung hervor und errichtet ein Denkmal, lebendiger als jene aus Stein und Erz, die in Washington, Paris, Leipzig, Dessau und Kothen zu Hahnemanns Ehren aufgestellt wurden. Mit dieser Gestaltung des Schicksals DEN DEUTSCHEN JUDEN BIETET JlcdutidUäft der Central Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V. Berlin W15, Emser Str. 42>v / Tel. J2 Oliva 8141-45 IN SEINEM SINNE WIRKT DIE 7