Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 5 (20.8.1927)
- Date
- 1927-08-20
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Kiel, den 14. 7. 27. Mit verbindlichstem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang Ihrer gefl. Zeitschrift vom 13. Juli 1927. Der Ausbau Ihrer mir freundlich unberechnet zugestellten Zeitschrift C. V.-Z. befriedigt mich in hohem Maße. Der Inhalt ist belehrend und vielseitig, die Schreibweise vorbildlich sachlich und selbst dem unanständigsten Gegner gegenüber stets äußerst vornehm. Meiner Ueberzegung nach trägt die Zeitschrift zur Aufklärung der öffentlichen Meinung in sehr merkenswerter Weise bei. Ich habe mit dem edlen Kaiser Friedrich III. den Antisemitismus stets für die Schmach unseres Jahrhunderts gehalten und beklage auf das Tiefste, daß politisch und kulturell rückständige Menschen, die zudem großenteils auch ethisch recht minderwertig sind, üble Volksleidenschaft aufhetzen und damit ihre trüben Geschäfte machen. Der Antisemitismus ist, wie Pernerstorfer vor etwa 40 Jahren schon gesagt hat, wirklich ein Sozialismus der dummen Kerle. Die fernere Zusendung Ihrer Zeitschrift wäre mir durchaus erwünscht! Mit vorzüglicher Hochachtung Oberlandesgerichtsrat Dr. jur. und phil. gez. Unterschrift. * Ratzeburg, den 14. 7. 27. Urschriftlich zurück mit dem Bemerken, daß mich der Inhalt der mir übersandten Zeitschrift sehr interessiert hat und daß ich, — in Anerkennung Ihres berechtigten Kampfes — die weitere kostenlose Zusendung gern annehme. Erg. gez. Prof. Unterschrift. * Vellahm i. M. Da ich ein großes Interesse habe, Ihre Zeitschrift weiter zu lesen, bitte ich um gefl. kostenlose Zusendung. — Hochachtungsvoll gez. Hofbesitzer Unterschrift * Kiel, den 22. 7. 27. Ich habe die Zeitschrift mit großem Interesse gelesen und bin für weitere kostenlose Zusendungdankbar. Ergebenst gez. Stadtrat Prof. Unterschrift. * * * „Neidlingen, den 13. Juli 1927. Geehrte Schriftleitung! Sie haben die Güte, mir Ihre Zeitung monatlich zuzusenden, wofür ich Ihnen bestens danke. Vor etlichen Jahren wurde mir stets eine Zeitung entgegengesetzter Richtung aus Lorch in Württemberg zugesandt, jedoch war siie in einem Ton ge« schrieben, durch den ich mich abgestoßen fühlte, besonders auch durch mancherlei unbewiesene Beschuldigungen der Angehörigen jüdischen Glaubens. Ich habe mir die Zusendung jener Schrift dann verbeten, schon aus dem ganz einfachen Grunde, weil ich für religiöse Duldung im weitesten Sinne eintrete. Wenn wir die boshaften, schmutzigen Hirnprodukte gewisser antisemitischer Zeitungen lesen, so glaubt man sich in Jahrhunderte zurückversetzt, in welchen Hexenprozesse und finsterer Aberglaube an der Tagesordnung waren. Und wenn ich da und dort von Schändungen jüdischer Friedhöfe höre, und lese, so empfinde ich tiefen Abscheu vor den Menschen, die Nationalismus und Menschenwürde fast ausschließlich für sich beanspruchen, aber nicht soviel Bildung aufbringen, das, was andern heilig ist, zu würdigen und zu ehren. Ich stelle Ihnen diese Zeilen zu beliebiger Verwendung zur Verfügung. Hochachtend gez. Oberlehrer N. N." Die Bücherei des Oberlandesgerichtes Breslau schreibt unserer dortigen Ortsgruppe: „Wir bestätigen den Empfang der C. V.-Zeitung. Für den Fall, daß sie weiter überwiesen wird, wird sie hier zur Einsichtnahme für die Benutzer der Bücherei bereitgehalten werden." * Folgendes Schreiben aus Breslau, das in seiner Einfachheit besonders eindringlich wirkt, ging bei unserer dortigen Ortsgruppe ein: „Durch Zufall bin ich mit Ihrer werten Monatsschrift, dem Organ des Centrai-Vereins, bekannt geworden. In Anbetracht der aufklärenden Arbeit Ihrer Zeitung, die sich zum Ziele setzt, der Wahrheit und Menschlichkeit zum Siege zu verhelfen, ist auch1 mein Interesse geweckt. Besonders, da ich Leser des „Goldenen Zeitalters" bin, einer Zeitschrift, die jederzeit für Recht und Wahrheit eintritt. So bitte ich höflichst um Zusendung dieser Zeitschrift und Mitteilungen an untenstehende Adresse richten zu wollen." Innerjüdisches. Adam Röder über den Verband nationaldeutscher Juden. In Nr. 5 der „Süddeutschen Conservativen Correspondenz", herausgegeben von Adam Röder, schreibt Röder einen längeren Aufsatz, betitelt „Vom ,nationaldeutschen Juden'." Wir geben aus den Ausführungen, die, wie der Verfasser angibt, auf Grund einer nochmaligen genauen Durcharbeitung des gesamten Problems entstanden sind, einige Stellen auszugsweise wieder. Nachdem Röder den Grundgedanken Naumanns nach der Richtung hin formuliert hat, daß Naumann die Juden als einen deutschen Stamm wie die Bayern, Franken, Schwaben etc. auffaßt, schreibt er: „Der vollblütige Deutsche jüdischen Stammes, das ist der Jude, wie ihn Naumann auffaßt; er bleibt Jude und Deutscher, ob er mosaisch, nichtmosaisch, Atheist, getauft oder ungetauft, Mohammedaner, katholisch oder evangelisch ist; es gilt die nämliche Regel und Auffassung, wie bei allen anderen deutschen Stämmen. Das ist mit wenigen Worten — sofern ich richtig erkannt habe — die Grundeinstellung Naumanns und seiner Genossen. Und gegen sie ist nichts zu sagen. Die Sache bekommt aber ein ganz anderes Gesicht, sobald die Methode Naumanns praktisch wird, und wenn er eine Skala von Werturteilen aufstellt und eine Klassifizierung vornimmt, für die nicht