Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 5 (20.8.1927)
- Date
- 1927-08-20
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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handeln, und weiß das Polizeipräsidium, was seine Erklärung angesichts dieses Gerüchtes bedeutet?" Auf eine darauf bezügliche Anfrage die von uns an den Polizeipräsidenten gerichtet wurde, antwortete dieser u. a. das Folgende: „Die in dem erwähnten Montagsblatt über den Charakter der Tat aufgestellte Behauptung ist derart abwegig, daß ich es nicht für erforderlich erachtet habe, jenen Ausführungen irgendwie entgegenzutreten. Wie grundlegend falsch übrigens die Voraussetzungen sind, von denen der erwähnte Artikel ausgeht, ist aus seinen Vorbemerkungen zu ersehen:" „. . . Die Polizei, die eine Zeitlang auf mehreren Spuren fahndete, will nunmehr ihre Nachforschungen vorläufig mangels geeigneter Anhaltspunkte einstellen . . ." Demgegenüber sei die Tatsache hervorgehoben, daß die Ermittlungen noch in vollem Gange sind und im übrigen erst eingestellt werden, wenn die Tat ihre Aufklärung gefunden hat." Aufklärung. Ein Würzburger Universitätsprofessor bestätigt mit folgendem Schreiben die Zusendung der „C. V.-Zeitung": „. . . . Ich verfolge mit lebhaftem Interesse den Inhalt der Zeitung, die ja auch wertvolles Material zur Geschichte des Judentums bringt, und sammle die einzelnen Nummern. gez. Unterschrift." * Ein dem Adelsstande angehörender Kommerzienrat aus Rostock schreibt: „Aul Ihre werte Zuschrift vom 10. ds. Mts. beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß die mir in dankenswerter Weise zugestellten Nummern der „C. V.¬ Zeitung" für mich von großem Interesse gewesen sind. Ich habe mit Bedauern aus diesen Blättern ersehen, gegen wieviel Unverstand, Böswilligkeit und Gesinnungsroheit Sie Veranlassung haben anzukämpfen, und kann man daher nur wünschen, daß Ihre rückhaltlosen Bekundungen in weitere Kreise dringend, zu einer gerechteren Beurteilung in der Judenfrage mit beitragen. Daß das Problem der Judenfrage in seiner Gesamtheit — ganz abgesehen von den bedauerlichen antisemitischen Ausschreitungen — ein außerordentlich schwieriges ist, bedarf Ihnen gegenüber gewiß keiner besonderen Betonung. — Gerne gebe ich Ihnen anheim, mir auch für die Folge Ihre geschätzte Zeitung zukommen zu lassen." * Wir veröffentlichen ferner die Zuschrift eines Professors aus Elberfeld: Sehr geehrte Schriftleitung! Ich bin Ihnen nach wie vor dankbar für die Zuweisung Ihrer C. V.-Zeitung! Tiefer Schmerz und beklemmende Scham überkommt mich beim Lesen der Berichterstattung über alle die wüsten Rohheiten in Taten und Worten, die an dem kulturellen Gut, an Ehre und Besitz unserer jüdischen Mitbürgern begangen werden, aber von der Presse im großen und ganzen leider verschwiegen werden! Das ist nicht nur bedauernswert, das ist tief beschämend! Welcher seelischen, geistigen, rein menschlichen Verelendung sind wir doch preisgegeben?! Die so viel verletzende, ja zu quälenden Schmerzen führende Haß- und Rachehandlungen auslöst! Wir alle dürfen nicht nachlassen, uns dagegen aufzulehnen, aufzuklären und zu versöhnen, uns einander nahezubringen! Ich freue mich Ihrer tapferen und vornehmen Abwehr, — nur der geistig arme schimpft! In vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener gez. Unterschrift, Professor. Unsere Leipziger Geschäftsstelle erhält aus ihrem Landesverband folgendes Anerkennungsschreiben: „Ich danke Ihnen bestens für Ihre Freundlichkeiten und bestätige den Empfang der vier Aufklärungsschriften. Sie liefern mir Stoff zu einem schon längst geplanten Vortrag. Ich werde nicht versäumen, die Bücher auch in meinem Bekanntenkreis zirkulieren zu lassen, wenn ich sie durchstudiert habe, um auch dadurch den Rassenhaß mit zu bekämpfen und es wird mir ein besonderes Vergnügen sein, diese denen in die Hände zu spielen, deren verbohrte Ansicht ich bis jetzt noch nicht mit wissenschaftlichen Werken widerlegen konnte. Ihre C. V.-Zeitung wird mir dabei ebenfalls gute Dienste leisten. Hochachtungsvoll gez. Unterschrift." * Die Hamburger Geschäftsstelle hielt eine Umfrage bei einer Reihe von Empfängern der Monatsausgabe ab. Von den eingegangenen Antworten geben wir folgende wieder: „Vegesack, 11. Mai 1927. Dem Centrai-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens erwidere ich auf das Schreiben vom 10. Mai ergebenst, daß ich die C. V.-Zeitung mit Interesse lese und mich freuen werde, daß meiner Meinung nach zweckentsprechend ausgestaltete Blatt weiterhin zu erhalten. Hochachtungsvoll Professor gez. Unterschrift * Sehr geehrter Herr! Für die Zusendung der Einmonatsausgabe Ihrer C. V.-Zeitung danke ich Ihnen sehr. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen und freue mich, daß der antisemitischen Hetze, wie sie leider in Deutschland betrieben wird, in Ihrer Zeitung ein Gegengewicht entstanden ist. Wenn Sie mir die Zeitung weiterhin zusenden würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Hochachtungsvoll ergebenst Bürgermeister gez. Unterschrift. * Vegesack, den 15. Mai 1927. Gern spreche ich Ihnen bezw. dem Centrai-Verein meine Anerkennung aus über die vorzüglich geleitete C. V.-Zeitung. Ich lese sie gern und hoffe, daß die ganze klare, bei aller Bestimmtheit doch vornehme Art der Aufsätze dem guten, notwendigen Ziele näher führen wird. Das ist mein aufrichtiger Wunsch. Gern würde ich das Blatt weiterlesen und würde dankbar sein für weitere kostenlose Zusendung, da ich leider wegen zu viel anderer Ausgaben nicht die Haltegebühr bezahlen kann. Pastor gez. Unterschrift. *! Ich danke Ihnen bestens für die bisherige Zusendung der C. V.-Zeitung, die ich mit Interesse las. Für weitere Zusendung des Blattes wäre ich Ihnen sehr dankbar, da es mir eine wertvolle und nach Art und Inhalt lehrreiche Lektüre bildet. Oberbürgermeister gez. Unterschrift. % Kiel, den 30. 7. 27. Für die weitere Zusendung Ihrer Zeitung wäre ich Ihnen . . . sehr verpflichtet. Ich glaube, daß dieses Blatt die von ihm geschätzten Interessen im Allgemeinen in unanfechtbarer Weise verbreitet. Ich kann mich nicht erinnern, an einem der vielen Blätter, die ich gelesen habe, Anstoß genommen zu haben. Dagegen informiert mich die Zeitung über alle Konfliktsfälle in erwünschter Weise." Mit aller Hochachtung Ihr ergebener gez. Geheimrat Professor Unterschrift. * 77