Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 5 (20.8.1927)
- Date
- 1927-08-20
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9620164-9626613-9626501--096-9626506- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vorträge Robert Körber*Wien. In Königsberg i. Pr. veranstaltete der „Stahlhelm" einen Lichtbilder-Vortrag des Wiener Dipl.-Ing. Dr. Robert Körber mit dem Thema: „Die kulturellen Q e i s t e s s t r ö m u n g e n in Wien und Deutschösterreich". Der Vortrag war in ganz neutraler Weise angezeigt. Eine veranstaltende Organisation war nicht angegeben, sondern jedermann war bei freiem Eintritt eingeladen. In seinen Ausführungen stellte sich Körber auf den Boden der völkischen, Rassentheorie, und er unterschied zwischen Volksstämmigen und Volksfremden. Wir machen auf diese Veranstaltung aufmerksam, da anzunehmen ist, daß sie auch an anderen Orten unter neutraler Ankündigung stattfinden wird. Mathilde Ludendorff: „Das Rassenerbgut". Am 24. Juni sprach Frau Ludendorff in Hannover über: „Das Rassenerbgut". Wir sind im Besitz des vollständigen Vortragsmanuskriptes, das wir auf Wunsch den Ortsgruppen und Landesverbänden für den Fall, daß auch dort Vorträge der Rednerin angesagt werden, zur Verfügung stellen. Scbülerkapellen. Vor einiger Zeit wurde bei uns angefragt, ob es erlaubt sei, daß Schülerkapellen bei Stahlhelm-Feiern und ähnlichen Veranstaltungen mitwirken. Auf unsere Anfrage bei dem Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, ob von Seiten des Ministeriums irgendwelche Verfügungen ergangen sind, die die Beteiligung von Schülerkapellen im Zusammenhang mit Veranstaltungen von dritter Seite regeln erhielten wir folgende Antwort: „Auf das Schreiben vom 5. Juli 1927 erwidere ich, daß Bestimmungen über die Beteiligung von Schülerkapellen im Zusammenhang mit Veranstaltungen von dritter Seite nicht ergangen sind." Es wird darüber zu wachen sein, daß Schüler-* kapellen nur bei Festlichkeiten mitwirken, die von unserm Standpunkt aus einwandfrei sind. Gegebenenfalls sind die Aufsichtsbehörden anzurufen. Antisemitismus an Schulen. Im humanistischen Gymnasium einer bayerischen Provinzstadt machte ein Fachlehrer in Abwesenheit des einzigen jüdischen Schülers der Anstalt judenfeindliche Bemerkungen. Ein Mitglied, der Vater des angegriffenen Schülers, wandte sich deshalb an den Vorstand der Anstalt, der den Lehrer veranlaßte, sich schriftlich zu entschuldigen. Indem Schreiben heißt es u. a.: „Ich erkläre hiermit, daß mir selbstverständlich jede Absicht Ihrem Sohn oder Ihnen einen Vorwurf oder eine Kränkung damit bereiten zu wollen, ferngelegen hat. Sollte Ihnen diese Erklärung nicht genügen, so stehe ich nicht an, Sie in aller Form um Entschuldigung zu bitten, indem ich den gemachten Ausdruck mit Bedauern zurücknehme. Gerade Ihnen gegenüber ist mir die Sache umso peinlicher, da ich sowohl Sie selbst hoch achte und schätze, als auch insbesondere Ihren Sohn wegen seines ordnungsliebenden fleißigen Wesens und seiner Offenheit zu den Schüle.n rechne, die mir am liebsten sind. Ich hoffe, daß hiermit die peinliche Angelegenheit erledigt ist und zeichne Hochachtungsvoll gez. Unterschrift". Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. In Nummer IQ des Nürnberger „Stürmer" sowie in einer Reihe anderer völkischer Blätter beschäftigten sich längere Aufsätze in scharfer Polemik mit dem neuen Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, sowie mit der dagegen gerichteten Protestversammlung des Reichsbundes deutscher Heilkundiger. Die rückhaltlose Billigung, die der Kampf gegen das Gesetz durchweg in den Zeitungen findet, ist ein weiterer Beitrag zu der schon häufig gemachten Beobachtung, daß sich in den Reihen der Völkischen eine verhältnismäßig sehr starke Anzahl von Kurpfuschern, Heilmagnetiseuren, Masseusen usw. findet. Diese Tatsache ist gegebenenfalls bei der Aufklärungsarbeit in akademischen Kreisen heranzuziehen. Stellung der Bischöfe zu den „Vaterländischen Ver<* bänden". Die „Volkszeitung" in Essen bringt in ihrer Nr. 177 einen Beschluß in Erinnerung, den die deutschen Bischöfe auf der Konferenz in Fulda im Jahre 1924 gefaßt haben und in dem es heißt: „. . . . insbesondere lehnt die Bischofskonferenz ab, den Eintritt in Organisationen der vorgenannten Art (gemeint sind Jungdeutscher Orden usw.) für einwandfrei zu erklären, hat vielmehr die triftigsten Gründe, die Katholiken aufs dringendste aufzufordern, den katholischen, von kirchlicher Autorität approbierten Vereinen ihre Förderung zuzuwenden und ihnen beizutreten. Was vorgedachte neue Organisationen an lobenswerten Zielen zu erstreben erklären in vaterländischer Erziehung, Ertüchtigung und sittlicher Schulung der Jugend, bieten schon längst die katholischen Vereine. Es gibt aber auch noch höhere, darüber hinausgehende, für die Jugend unserer Tage überaus bedeutsame Aufgaben. Das sind die religiösen Aufgaben im weitesten Sinne. Diese können von jenen neuen Organisationen nicht erfüllt werden. Darum ist es herzliche Mahnung aller Bischöfe an die katholische Jugend: Tretet den katholischen Vereinen bei." „Frontsoldaten". In der Zeitung „Der Nationale Sozialist für Rhein und Ruhr" spielte in jüngster Zeit wiederholt ein gewisser Brau w eiler aus Düsseldorf als „Frontsoldat" eine Rolle. Ueber diesen Brauweiler finden wir in Nummer 12 der Reichsbanner-Zeitung folgende Notiz: . . . Dieser Hauptschriftleiter, der mit der Bezeichnung Frontsoldat seit Jahren hausieren geht, ist ein gewisser Brauweiler aus Düsseldorf. Er stand bei Ausbruch des Weltringens in dem blühenden Alter von 30 oder 31 Jahren und war kerngesund. Dieser Frontsoldat hat den Kriegsschauplatz trotzdem niemals gesehen, er war reklamiert bis zum letzten Tage des „großen Blutbades" . . . „Der Eisenhammer'4. Die bisher in Pirmasens erscheinende völkische Zeitschrift „Der Eisenhammer" wird jetzt infolge einer Umgründung unter dem Namen: „Der Werktag" herausgegeben, der allerdings eine Beilage „Der Eisenhammer" enthält. 69