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Central-Vereins-Dienst · 1927-05-30 · 3/4 (30.5.1927) · p. Seite 63

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Journal
Central-Vereins-Dienst
Volume
4 (1927)
Issue
3/4 (30.5.1927)
Date
1927-05-30
Page
Seite 63 (sequence 31)
Language
German
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krieg auf. Zum Glück ist die weitaus überwiegende Majorität der Menschen nordischer Rasse weder so agressiv, wie sie von den Rassengläubigen geschildert werden, noch so verblendet, solchen Lockrufen zu folgen. Engländer und Norweger, Schweden und Dänen, deren „Blut" nordischer ist als das der Deutschvölkischen, stehen in ihrer überwältigenden Mehrheit zur Demokratie und lehnen die aristokratischen Rassenphantasien und den Rassenhochmut ab......(S. 111/112.) Er schließt seine interessanten Darlegungen mit folgenden Auslegungen: „Es ist nicht unser Ziel, die Unterschiede zwischen den Rassen zu verwischen. Wir freuen uns an der Buntheit des menschlichen Lebens wie an der Buntheit der Natur, wir unterschreiben gern das Wort des schwedischen Rasseforschers M j ö e n, „wir lieben unsere Rasse nicht aus der Erkenntnis heraus, daß sie besser ist als andere — wir lieben sie wie Vater und Mutter, weil sie unsere ist. Aber wenn wir unsere Rasse und unser Volk lieben, so mißachten und hassen wir doch darum nicht die anderen. Wir haben und fordern die Achtung vor allem, was Menschenantlitz trägt. Die Zeit wird kommen, für die der Rassenhaß ur.d der Rassendünkel unserer Tage dasselbe sein werden, was für uns Zauberei und Kannibalismus sind: traurige Reste versunkener Barbarei." (S. 114.) Ein Arzt über die Judenfrage. In dem angesehenen Verlag von S. Hirzel in Leipzig ist vor einiger Zeit ein Buch von Paul Schneider erschienen mit dem Titel „Lebensglaube eines Arztes". Schneider kommt in seinem umfassenden Werk auch auf die Judenfrage zu sprechen. Obgleich die in Betracht kommende Stelle manch schiefes Bild enthält, möchten wir sie doch hier wiedergeben, da sich der Verfasser offensichtlich bemüht, in der Judenfrage eine objektive Haltung einzunehmen: „In dieses Kapitel gehört nun auch die Judentrage. Die Antisemiten glaubten, daß die Juden der ganzen Erde sich als eine Rasse fühlen, die die übrigen Völker unter ihre geldliche Abhängigkeit bringen wolle und die Rassenreinheit der Wirtsvölker verderbe. Wir Menschen sind zu leicht dem Irrtum ausgesetzt, das in die Absicht unserer Mitmenschen zu verlegen, was teilweise oder völlig erreichter Erfolg ist. Eine Rassenverschlechterung der Wirtsvölker haben die Juden nicht bewirkt — dazu ist ihre Zahl viel zu gering —, wohl aber die geldliche Abhängigkeit jener von ihnen. Wenn auch die Gewohnheit, von deutschen Juden, statt von jüdischen Deutschen zu sprechen, scheinbar eine Rassenabsonderung der Juden beweist, so zeigt doch andererseits eine rassenwissenschaftliche Untersuchung der Tatsachen, daß es eine jüdische Rasse nicht gibt, daß die angeblichen Rasseneigentümlichkeiten der Juden sich ebenso bei anderen Rassen zeigen, daß die Rasseneigentümlichkeiten anderer Rassen sich häufig bei den Juden finden, z. B. bei den unter den Deutschen lebenden Juden die „indogermanische" Dreiheit von Blondheit, hohem Wuchs und Langköpfigkeit. Die Juden haben nach Fishberg während ihrer 2000jährigen Wanderung viele fremde Rassenelemente in sich aufgenommen, sodaß z. B. der russische Jude dem nordafrikanischen Juden weniger verwandt ist als den Russen, unter denen er lebt. Die Juden haben sich mit den europäischen Rassen sehe i sehr vermischt, sonst müßte es statt 12 Millionen mindestens 40 Millionen Juden geben. Nur von sehr wenig Juden in Mittel- und Westeuropa ist der jüdische Urgroßvater in diesen Ländern geboren. Die meisten Nachkommen der vor vier Geschlechterfolgen in diese Länder aufgenommenen Juden sind unter den Wirtsvölkern aufgegangen, sodaß sie nicht mehr als Juden zu erkennen sind. Aus Gründen religiösen Hasses ist seit 2000 Jahren die Eigenhilfe der Juden so gehemmt worden, daß sich ihr starker Eigenwille zum großen Teil in erwerbsgierigen Eigennutz verwandelt hat. Macaulay weist mit Recht darauf hin, daß die Geldmacht der Juden gerade deshalb so groß wurde, weil sie im übrigen Erwerbsleben zu sehr gehemmt wurden. Wegen ihres starken Eigenwillens drängen sich bei großen politischen Umwälzungen die Juden in unverhältnismäßig großer Zahl unter die Umstürzler und Vertreter der neu aufkommenden Regierung. Eine streng wissenschaftliche, haßfreie Untersuchung über den Grad der „Verjudung" der Presse, der Rechts-, Wissenschafts- und Kunstpflege scheint noch nicht vorgenommen worden zu sein. Die Anhäufung der Juden in den Großstädten führt wahrscheinlich zur Ueberschätzung der Gefahr des Judentums für das gesamte deutsche Volk. Bestünde sie nachweisbar, so wären staatliche Maßnahmen angebracht, die in thelematologisch richtiger Weise die Eigenhilfe der „arischen" Deutschen schützten, ohne die der Juden zu hemmen. Die uns Deutschen, die wir uns irrtümlich für rassenrein „arisch" halten, unangenehmen bekannten Eigenschaften der noch nicht eingedeutschten Ostjuden werden sich nach den bisherigen Erfahrungen bei ihren Nachkommen in den nächsten Menschenfolgen verlieren, wenn sie mit Nichtjuden sich vermischen. Das beste Mittel, den besonderen jüdischen Typus aus der Welt zu bringen, ist die völlige Verschmelzung der Juden mit den übrigen Menschen, die durch den Einschuß von weniger als 1 Prozent jüdischen Blutes natürlich nicht verdorben werden. Wer den einzelnen Juden als solchen hassen kann, ist weder echter Christ, noch Neugläubiger. Rassendünkel macht Menschenhaß. Man vergesse nicht, daß einige der größten Menschen aller Zeiten Juden waren, wie z. B. der einzigartige Philosoph Spinoza, aus dessen Geist der Quell der Religion der Freude entsprang." Der Tod des Zaren. In verschiedenen Zeitungen, darunter auch im „Berliner Lokalanzeiger", „Leipziger Neuesten Nachrichten", „Leipziger Abendpost" und verschiedenen kleineren Provinz-Zeitungen erscheinen zurzeit Veröffentlichungen, die sich mit dem Schicksal der jüngsten Zarentochter Anastasia beschäftigen. Es handelt sich dabei um den Abdruck eines Tagebuches über das Schicksal einer unbekannten jungen Frau, die sich in einem Berliner Sanatorium aufhielt und von der behauptet wurde, sie sei die jüngste Zarentochter Anastasia. Wie sich aber später herausgestellt hat, trifft dies keineswegs zu. In diesen Aufzeichnungen wird auch der Tod des Zaren geschildert. Dabei spielt auch ein gewisser Jurowsky eine Rolle, von dem behauptet wird, daß er Jude gewesen sei. — Ob Jurowsky Jude gewesen ist, ist zweifelhaft. Seraphim gibt in seiner Broschüre: „Die Tragödie der Zarenfamilie" an, daß er in Tomsk die Synagogen-Schule besucht hätte und später in Berlin den Väterglauben abschwur und Lutheraner wurde. Später sagt Seraphim allerdings: „seine Familie verabscheue ihn als Renegaten zum Christentum". Bulaschow behauptet dagegen in seiner Schrift: „Bolschewismus und Judentum", daß Jurowsky kein Jude gewesen sei, oder daß sich dies wenigstens nicht nachweisen ließe. Jurowsky soll die Tötung des Zaren mit 10 Leuten, zum Teil Magyaren und Deutschen, durchgeführt haben. Die Hauptschuld gibt Seraphim aber dem Kommissar Swerdlow. Dieser war es, der durch Goloschstekin den Befehl zur Tötung der Zarenfamilie nach Jekaterinburg ergehen ließ. Seraphim sagt darüber: 63

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